Zwei Wölfe sind derzeit im Nordschwarzwald unterwegs – mindestens. Einer davon soll abgeschossen werden (Symbolfoto). Foto: ©kjekol - stock.adobe.com

Seit rund zwei Wochen suchen Jäger nach dem Wolf mit der Kennung GW2672m. Bislang ohne Erfolg. Wo sich das Tier aufhält? Unbekannt. Es könnte auch im Kreis Calw zu finden sein.

Einen einzelnen Wolf im Wald aufzuspüren, gestaltet sich alles andere als einfach. Das hängt nicht zuletzt mit der enormen Ausdauer der Tiere zusammen. Mehr als 70 Kilometer pro Tag können die Vierbeiner zurücklegen.

 

Das macht die Aufgabe der Jäger schwierig, die seit gut zwei Wochen versuchen, den sogenannten Hornisgrinde-Wolf vor die Flinte zu bekommen, ein Tier mit der Kennung GW2672m.

Es war im Auftrag des Landes zum Abschuss freigegeben worden, weil es sich mehrfach Hunden und damit auch Menschen genähert hatte.

Das Revier des Wolfs erstreckt sich vornehmlich rund um die Hornisgrinde über Teile des Ortenaukreises sowie des Landkreises Rastatt. Seit Anfang des Jahres 2024 gilt GW2672m als sesshaft im Nordschwarzwald.

Im Kreis Calw wurde das Tier bislang noch nie nachgewiesen. Dafür im benachbarten Kreis Rastatt. Doch dort ist es nicht das einzige.

Zwei Nachweise an einem Tag – derselbe oder zwei verschiedene Wölfe?

Am Zweiten Weihnachtstag 2025 waren etwa zwei tote Ziegen bei Forbach entdeckt worden. Wie sich später herausstellte, hatte ein Wolf die Tiere gerissen – allerdings nicht GW2672m, sondern GW852m.

Letzterer ging 2017 als erster sesshafter Wolf in Baden-Württemberg seit rund 150 Jahren in die Geschichte ein. Dessen Revier erstreckt sich über die Landkreise Raststatt, Freudenstadt und Calw.

Vom selben Tag, ebenfalls dem 26. Dezember 2025, gibt es jedoch noch einen weiteren gesicherten Wolfsnachweis aus dem Nordschwarzwald. Und zwar aus einer Fotofalle bei Neuweiler. Um welches Individuum es sich handelte, ließ sich nicht feststellen; anhand von Bilder ist das in aller Regel nicht möglich.

Zeigt die Aufnahme also GW852m auf der Durchreise? Oder GW2672m, den aktuell gejagten Hornisgrinde-Wolf? Oder möglicherweise nochmals ein anderes Tier? Das ist unklar – auch beim bislang jüngsten Wolf-Beweis im Kreis Calw, ebenfalls einer Aufnahme aus Neuweiler vom 7. Februar.

Fest steht: Bei 20 der mittlerweile 43 sicheren Nachweise im Kreis Calw war eine genaue Bestimmung des Individuums nicht möglich. 22 mal wurde GW852m genetisch identifiziert.

Keine große Entfernung für einen Wolf

Ein weiterer Wolf, GW3640m, wurde im September 2023 bei Neubulach genetisch bestimmt. Dieses Tier befand sich jedoch möglicherweise nur auf der Durchreise; wenige Tage später wurde es in Rheinland-Pfalz nachgewiesen.

Sicher ist auch, dass der Hornisgrinde-Wolf schon mehrfach bei Forbach im Kreis Rastatt genetische Spuren hinterließ. Dass bei allen vier bislang bestätigten Wolfssichtungen bei Neuweiler nie das Individuum bestimmt werden konnte. Und dass die Entfernung zwischen den Orten Forbach und Neuweiler – Luftlinie – rund 17,6 Kilometer beträgt. Keine große Entfernung für einen Wolf.

Wird GW2672m, der Hornisgrinde-Wolf, also vielleicht sogar im Kreis Calw abgeschossen? Undenkbar ist es nicht. Inzwischen scheint jedoch schon fraglich, ob der Abschuss überhaupt noch in der vorgesehenen Frist geling. Diese hängt mit der mit der Ranzzeit, also der Paarungszeit, zusammen und läuft am 10. März ab.

Seit 2017 gab es 18 sichere Nachweise auf einen Wolf aus dem Gebiet von Bad Wildbad, zwölf aus Enzklösterle, vier aus Neuweiler, jeweils zwei aus Neubulach und Simmersfeld sowie jeweils einen aus Dobel, Bad Teinach-Zavelstein, Bad Herrenalb, Egenhausen und Altensteig.