„Zeit – Gemeinsam – Genießen“ – unter diesem Motto findet die mittlerweile zehnte Vesperkirche vom 3. bis 8. März in Calw statt. Die Stadtkirche wird dabei zum Treffpunkt.
Unter dem Motto „Calw isst gemeinsam“ öffnet die Vesperkirche am Dienstag, 3. März, in der evangelischen Stadtkirche ihre Türen. Die Aktion findet zum zehnten Mal statt. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem alle Menschen willkommen sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Hier geht es bis Donnerstag, 12. März, und täglich zwischen 11 und 15 Uhr, nicht nur um ein Mittagessen, sondern vor allem um Begegnung und Miteinander.
Jeder ist willkommen Diakon und Pfarrbeauftragter Bertram Bolz von der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef Calw erklärt: „Alle Bevölkerungsgruppen und Schichten sind eingeladen, in die Stadtkirche zu kommen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Unser Pool umfasst etwa 250 Ehrenamtliche, darunter viele Stammkräfte und seit Jahren auch Flüchtlinge, die mitarbeiten.“
Auch ohne die Unterstützung ortsansässiger Betriebe wäre die Vesperkirche laut Bolz kaum zu meistern.
Ehrenamtliche backen täglich 60 Kuchen
So wird verpflegt Täglich nehmen etwa 500 bis 600 Gäste an einer Mahlzeit teil. Jeden Tag gibt es die Auswahl zwischen einem vegetarischen und einem Fleischgericht, sagt Sebastian Kirsch, Teamleiter bei der Wohnungslosenhilfe der Erlacher Höhe in Calw. Das Fleischgericht komme von der Metzgerei Blum, „das vegetarische von der Erlacher Höhe“.
Ergänzt wird das tägliche Angebot durch rund 60 Kuchen, gebacken von Ehrenamtlichen. Zusätzlich unterstützt die Bäckerei Raisch mit Backwaren.
Ein Tag wird außerdem von Auszubildenden der Dehoga – also des Hotel- und Gaststättenverbands – gestaltet, die für die Gäste kochen.
Die Beteiligung ist groß Schulklassen, Konfirmanden, Familien, junge Erwachsene, Geflüchtete und Migranten arbeiten gemeinsam in einem Team als Ehrenamtliche. Bolz betont: „Die Vesperkirche ist eine volle Kirche – da lebt Kirche.“
Für Besucher gibt es einen kostenlosen Fahrdienst
Lokale Unternehmen helfen Pastoralreferent Michael Zöller berichtet: „Die ENCW stellt uns zwei Elektrofahrzeuge für den Fahrdienst zur Verfügung, damit mobilbeeinträchtigte Menschen abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden können.“ Der Fahrdienst ist kostenlos. Wer diesen nutzen möchte, darf sich bis 20 Uhr am Vortag unter Telefon 0170/8 99 29 38 anmelden.
Die evangelische Gemeindediakonin Anika Hintzenstern erzählt: „Wir haben täglich rund 90 Ehrenamtliche.“ Diese ehrenamtlich Engagierten dürfen während der Vesperkirche kostenfrei in den Calwer Parkhäusern parken.
Kirche bringt zusammen „Die Vesperkirche bringt Menschen unterschiedlicher Generationen und Schichten zusammen. Täglich nehmen 500 bis 600 Menschen ein Mittagessen in Anspruch – daraus ergeben sich die Kosten von rund 60 000 Euro“, erläutert Sebastian Kirsch.
Und Michael Zöller ergänzt, die Aktion „findet bewusst in der Kirche statt, weil dies eine karitativ-diakonische Tätigkeit ist – sie ist eine der Grundsäulen des Christentums: die Sorge um den Nächsten.“
Am Tag des Bergfests wird Gottesdienst gefeiert
Neben dem Essen gibt es daher beispielsweise Beratung, Friseurservice, Seelsorge und Unterstützung bei Wohnungsfragen – ein vielfältiges Angebot steht zur Verfügung.
Das Wohl des Nächsten im Blick zu haben, werde auch beim Bergfest am Sonntag, 8. März, deutlich: „Der zentrale Punkt der Vesperkirche wird in einem ökumenischen Gottesdienst gefeiert“, sagt Bertram Bolz.
Wie kann ich helfen? Wer vor Ort helfen möchte, darf sich im Internet unter www.vesperkirche-calw.de über ein Formular anmelden. Anmeldeschluss ist der 18. Februar. „Für den Aufbau am 27. Februar werden auch dringend Helfer gesucht“, ergänzt Anika Hitzenstern. Auch für Kuchenspenden ist das Team der Vesperkirche dankbar. Genau wie für finanzielle Unterstützung.
Pfarrbeauftragter Bertram Bolz betont: „Für uns ist es dringend, dass wir Spenderinnen und Spender finden. Ohne Spenden ist die Vesperkirche nicht tragbar.“