Mit dieser Maschine stellt George Potolashvili seine Spezialität „Khinkali“ her.Seine Schwester Nino arbeitet im Service. Zusammen wagten sie den Neustart im Ottenheimer Anglersheim, nachdem sie ihr Restaurant in Lahr aufgeben mussten Foto: Hug

Die Geschwister George und Nino Potolashvili betreiben die Gaststätte seit dem 1.März. Auf der Speisekarte stehen sowohl deutsche als auch georgische Spezialitäten.

Liebhaber der georgischen Küche können sich freuen: Nachdem George Potolashvili und seine Frau Indira Tchilaia ihr gemeinsames Restaurant „Grand Georgia“ im ehemaligen Hotel Schulz in Lahr (heute City Hotel) nach einem Jahr aufgrund von Kündigung aufgeben musste, hat er nun mit seiner Schwester Nino Potolashvili ein neues Restaurant eröffnet.

 

Seit dem 1. März sind die Geschwister Pächter des Anglerheims in Ottenheim. Seine Frau Indira ist Restaurantfachfrau und anderweitig in der Gastronomie beschäftigt – sie wird zeitweise im Service mithelfen.

„Wir waren traurig über die Kündigung und haben uns nach neuen Möglichkeiten umgeschaut“, erzählt George im Gespräch mit unserer Redaktion. Das sei alles andere als einfach gewesen.

Langfristige Kooperation mit Anglerverein angepeilt

Den entscheidenden Tipp bekam die Familie von der Brauerei Ketterer, zu der sie ein partnerschaftliches Verhältnis pflegen. „Herr Ketterer hatte uns gesagt, dass das Anglerheim in Ottenheim frei wird. Wir haben gleich Kontakt zum Verein aufgenommen“ , berichtete George.

Rolf Bührer, Vorstand des Ottenheimer Anglervereins, war direkt aufgeschlossen für die Ideen der Geschwister Potolashvili. „Ich bin froh, dass die beiden unsere neuen Pächter sind. Wir verstehen uns gut und streben eine langfristige Zusammenarbeit an“, sagte er unserer Redaktion.

Obwohl bisher keine Werbung geschaltet wurde, kommen viele Gäste ins Lokal. „Es lief von Anfang an richtig gut, die Menschen freuen sich, dass wir hier sind“, sagt Nino Potolashvili erleichtert. „Unser Konzept kommt gut an.“

Er arbeite mit zwei Hilfskräften in der Küche, er sei für den Service zuständig. Im Anglerheim ausschließlich georgische Speisen zu servieren, erschien den Geschwistern zu riskant. „Im Grand Georgia dauerte es einige Zeit, bis sich die Gäste an die georgische Küche gewöhnt hatten. Deutsche Küche gab es dort nicht. Am Ende lief es zwar gut, aber es war nicht einfach.“

Es gibt sowohl deutsche als auch georgische Gerichte

Deshalb stehen in Ottenheim auch deutsche Gerichte wie Flammkuchen, paniertes Schnitzel und Käsespätzle auf der Speisekarte. George ist ausgebildeter Koch, er hat sowohl in Georgien als auch in Deutschland eine Ausbildung absolviert. „Ich habe im Rebstock in Münchweier gelernt und kenne die badische Küche“, erzählt er im Gespräch.

An erster Stelle steht für den Gastronom die Qualität der Produkte. Obst, Gemüse und Milch bezieht er inzwischen direkt von Bauern aus Ottenheim und möchte das gerne noch ausweiten: „Ich bin auf der Suche nach Landwirten vor Ort, die ihre Tiere selbst schlachten. Wer das tut, soll sich bitte bei mir melden.“

Ottenheim bietet neuen Pächter viele Optionen

Di e Qualität des Fleisches mache dadurch einen riesigen Unterschied, so George. „Tiere, die mit Strom geschlachtet werden, bekommen harte Muskeln. Schlachtet man sie mit einem Messer, bleiben die Muskeln und das Fleisch weich“, findet er.

Die georgische Küche sei etwas komplizierter als die deutsche. Alles werde frisch zubereitet, selbst den Käse für seine Spezialität „Khinkali“ – gefüllte Nudelteigtaschen – mache er selbst. „Mit der Milch der Ottenheimer Bauern stelle ich eigenständig fünf bis sechs Sorten Käse her. Hier habe ich sogar die Möglichkeit, diesen selbst zu räuchern“, freut er sich.

Das Restaurant verfügt über 100 Plätze

Überhaupt – der Umzug nach Ottenheim habe einige Vorteile. Die Lage sei naturnah und zugleich nicht weit weg vom Dorf, das Restaurant verfüge über 100 Plätze, eine große Terrasse und einen separaten Raum für Feierlichkeiten. „Und wir haben die Möglichkeit, unsere Schaschlikspieße auf einem Holzkohlegrill zuzubereiten“, zeigt sich der Koch zufrieden.

Nach weiteren georgischenRestaurants in der Umgebung sucht man vergebens. Die nächsten sind in Straßburg, Baden-Baden, Stuttgart und Ulm.

„Hier in Ottenheim fühlen wir uns sehr wohl“, sagen Nino und George Potolashvili einstimmig. „Alle helfen sich gegenseitig und sind eine große Gemeinschaft.“ Für die Geschwister ist Ottenheim ähnlich wie Georgien – ein Ort mit Herz.

Öffnungszeiten

Das Anglerheim in der Georgenstraße 33 hat montags, donnerstags und freitags von 11 bis 13.30 Uhr und von 16 bis 22 Uhr geöffnet. Dienstags ist Ruhetag. Mittwochs ist von 17 bis 22 Uhr geöffnet, samstags und sonntags  von 10 bis 22 Uhr.  Reservierungen werden  unter Telefon 07824/6 64 69 33 angenommen.