Es ist ruhig geworden um den einstigen Aldi-Standort an der Industriestraße in St. Georgen. Anderthalb Jahre ist der Umzug in die neue Filiale schon her. Wie ist der aktuelle Stand?
November 2024 – endlich ist es so weit. Die lang ersehnte, geplante und gebaute neue Aldi-Filiale an der Bundesstraße 33 öffnet ihre Türen. Mehr Platz, bessere Erreichbarkeit und ein frisches Design – all das prägt den neuen St. Georgener Aldi-Markt.
Ganz im Gegensatz dazu: der bisherige Standort an der Industriestraße, in dem der Nahversorger bis zur Eröffnung der neuen Filiale noch seine Waren verkaufte. Dort, wo Aldi 22 Jahre lang ansässig gewesen war, gingen am 25. November 2024 gegen 14 Uhr die Lichter aus. Die Türen schlossen sich.
Mittlerweile sind seit der Eröffnung der neuen Aldi-Filiale etwa anderthalb Jahre vergangen. Und während an der Bundesstraße die Kunden ein- und ausgehen, ist es um den ehemaligen Standort an der Industriestraße ruhig geworden.
Die großen Schriftzüge sind vom Gebäude verschwunden. Nur hier und da zeugen noch Überbleibsel in Form von Werbe-Aufdrucken und -Plakaten von der einstigen Nutzung des Gebäudes. Kunden und Mitarbeiter des Nahversorgers sind hier schon seit Längerem nicht mehr vorbeigekommen.
Verkauf in Abstimmung
Wie also geht es mit dem Gebäude weiter? Dass Aldi keine zwei Standorte in St. Georgen betreiben wird, war schon lange klar. Hieß es zu Beginn der Bauphase des Standorts an der Bundesstraße auf Anfrage unserer Redaktion zunächst noch, dass es für die Nutzung des alten Standorts „noch keine konkreten Pläne“ gebe, befand sich der Nahversorger im Spätsommer 2024 nach eigenen Angaben in Gesprächen zur Nachnutzung der Fläche.
Und nun? Möchte Aldi die Fläche veräußern, wie eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage erklärt. „Der Verkauf des Gebäudes befindet sich aktuell in Abstimmung“, heißt es in ihrer Stellungnahme.
Wie sieht die künftige Nutzung aus?
Das knapp 4900 Quadratmeter große Grundstück an der Industriestraße wechselt damit wohl den Eigentümer – ebenso wie das darauf befindliche Gebäude. Der einstige Aldi-Standort hatte eine Verkaufsfläche von knapp 849 Quadratmetern.
Wie genau die Fläche künftig genutzt wird, ist noch nicht bekannt. Dass sich hier noch einmal ein Nahversorger ansiedelt, ist jedoch mehr als unwahrscheinlich. Die Vorkehrungen dafür trafen Stadt und Gemeinderat nämlich schon, als klar wurde, dass Aldi an der Bundesstraße baut.
Details dazu gehen auch aus einer Beschlussvorlage für den Gemeinderat hervor, der 2024 über einen Einwohnerantrag zur Ansiedlung eines Drogeriemarkts in der Industriestraße entschied: Nach dem Umzug von Aldi könne „dieses Gebäude einer Nutzung für Einzelhandel mit zentrenrelevantem Sortiment nicht mehr zur Verfügung stehen“, heißt es darin. Eine Unterlassungsdienstbarkeit im Grundbuch verbiete den Verkauf und Vertrieb von Nahrungs- und Genussmitteln.
Stadt verfolgt klaren Plan
Die klare und langfristige Marschrichtung von Gemeinderat und Stadtverwaltung: Geschäfte mit innenstadtrelevantem Sortiment gehören in die Innenstadt – nicht in Randlagen wie etwa in der Industriestraße.