Der Muslenbrunnen wurde vor 30 Jahren, während des Europafestes 1995 auf dem Muslenplatz in Schwenningen eingeweiht. Groß war damals das Interesse der Bevölkerung. Foto: Jochen Schwillo

Geburtstag feiert dieser Tage der Muslenbrunnen in Schwenningen.

Seit 30 Jahren besteht das Kunstwerk von Axel F. Otterbach, das 1995 während des Europafestes auf dem Muslenplatz eingeweiht wurde und seither immer wieder mal für Diskussionen sorgt.

 

Der Brunnen, hergestellt aus Marmor aus dem italienischen Carrara, will eine Beziehung zur ehemaligen Uhrenstadt Schwenningen herstellen.

Bildhauer Otterbach hat den Begriff Zeit mit der großen runden Scheibe, die sich durch ihre schalenförmige Ausbildung den topografischen Gegebenheiten des Muslenplatzes anpasst, dargestellt. So soll die Rundform mit ihren zwölf Segmenten, verbunden mit Stahlrinnen, an ein riesiges Ziffernblatt erinnern.

Gewisser Zeittakt

Aus zwölf Düsen, die sich nach einem gewissen Zeittakt einzeln zuschalten, läuft das Wasser in Form eines sogenannten Hahnenschwanzes in die Rinnen und füllt das innen liegende quadratische Becken. Auf einer Edelstahlplatte stehen zwölf Skulpturen. Sie sind durch eine Art Skala gekennzeichnet, symbolisch für jede Stunde ein anderer Impuls.

Schon seit den 1980er-Jahren wurde über die Errichtung eines Brunnens auf dem Muslenplatz diskutiert. Bei einem Wettbewerb bekam schließlich Axel F. Otterbach aus Bad Waldsee den Zuschlag und setzte sich gegen den österreichischen Künstler Alfred Hrdlicka und Jürgen Goertz durch.

Es hagelt Kritik

Bevor der Muslenbrunnen am 1. Juli 1995 vom damaligen Oberbürgermeister Manfred Matusza eingeweiht worden war, hagelte es Kritik. Viele Schwenninger verbindet eine Art Hass-Liebe zu dem Kunstwerk, das damals 481 000 Mark kostete. Veranschlagt war er für rund 311 000 Mark, wurde dann um knapp 100 000 Mark teurer, zum einen wegen der Fehler des damaligen Tiefbauamts und weil die Anpflasterung nicht in die Kalkulation aufgenommen wurde.

Zunächst war immer der Wasserdruck zu niedrig und das Aussehen stand immer wieder Kreuzfeuer der Kritik. Als es vor über zehn Jahren um die Sanierung des Muslenplatzes ging, wurde auch diskutiert den Muslenbrunnen an einen anderen Standort zu verlegen. Hier war auch der Mauthepark im Gespräch.

Während jedoch der Innenstadtbereich mit der Fußgängerzone vom Beginn des Muslenplatzes bis zum Hockenplatz aufwändig saniert und erneuert wurde, ist auf dem eigentlichen Platz mit dem Brunnen noch nichts gegangen.