Seit 30 Jahren gibt es in Schwenningen den Eine-Welt-Laden. Während einer Feierstunde blickten die Mitglieder der Ökumenischen Eine-Welt-Gruppe zurück – schauten aber auch in die Zukunft. Denn dringend brauche man eine Verjüngung und Verstärkung des 26-köpfigen Teams.
Zu den tragenden Säulen des Vereins und im Eine-Welt-Laden gehören seit 30 Jahren Doris Maier, Christina Siefert, Roswitha Sindram, Bernd Cronemeyer, Petra Bogusch, Renate Peter und Margret Kemmelmeier. Sie alle wurden mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet, welche die Vorsitzende Ingrid Cronemeyer überreichte.
Die Lebensmittel und kunstgewerblichen Waren im Eine-Welt-Laden in der Jakob-Kienzle-Straße 11 stammen aus Entwicklungsländern und werden zu fairen Preisen gehandelt. „Mit unserem Sortiment verstehen wir uns auch als Botschafter für die Kulturen der Länder auf der südlichen Erdhalbkugel“, so Ingrid Cronemeyer.
Bananen und Kaffee
Dass es überhaupt zum Eine-Welt-Laden gekommen ist, lag bereits vor 40 Jahren an dem Engagement der Katholischen Jugend Schwenningen, die mit einer Initiative der Evangelischen Kirchengemeinde Schwenningen an Gemeindefesten und nach den Gottesdiensten fair gehandelte Waren verkaufte. So wurden ab 1985 unter anderem Bananen und Kaffee aus fairem Handel verkauft. „Die Waren wurden privat beschafft und auch in Garagen gelagert“, erinnerte Ingrid Cronemeyer an die Gründungszeit.
Auf Initiative von Reinhold Hummel von der Diakonie und Pfarrer Kurt Seemüller von der Johanneskirche wurden in der Engelstraße 24 Räumlichkeiten gefunden, in denen ein Diakonieladen einziehen sollte. Da der ökumenische Gedanke in Schwenningen immer sehr groß war, bot man auch die Möglichkeit an, hier einen Weltladen einzurichten.
Gründung 1995
Rasch fand sich ein Team von 15 Personen aus der evangelischen, der katholischen und der methodistischen Kirchengemeinde zusammen, das den Laden mit großer Begeisterung in Schwung brachte. Am 17. Februar 1995 fand die Gründungsversammlung der Eine-Welt-Ladengruppe statt und am 4. März 1995 eröffnete der Laden.
Beide Läden entwickelten sich prima, so dass man es wagen konnte, 2006 aus dem engen, dunklen Raum an der Engelstraße in das große, zentral gelegene Ladenlokal von Schreibwaren Jauch umzuziehen, das Reinhold Hummel mit großem Engagement organisiert hatte. Um alles auf sichere Füße zu stellen, wurde bereits 2005 der gemeinnützige Verein „Ökumenische-Eine-Welt-Gruppe Schwenningen“ gegründet, unter der Schirmherrschaft der drei Kirchengemeinden. „Inzwischen sind wir in Schwenningen eine Institution“, berichtete Ingrid Cronemeyer.
Viele Aktionen
Zur Unterstützung der Idee eines fairen Handels in der Weltwirtschaft wurden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt. So war man bei beiden Kirchentagen und an der Landesgartenschau beteiligt und habe an Vereinswettbewerben, an den Weltladentagen und der jährlichen Fairen Woche mitgemacht, erinnerte Ingrid Cronemeyer.
Stolz schaute die Vorsitzende auf die bisherige Erfolgsbilanz des Eine-Welt-Ladens. „Wir haben in den 30 Jahren knapp eine Million Euro Umsatz mit fairen Waren erzielt“, berichtete Ingrid Cronemeyer. Ebenso wurden für das Recife-Hilfsprojekt circa 60 000 Euro gespendet. Weiterhin wurden andere Kinderhilfsprojekte in Same/Tansania oder in Uganda als Spendenziele aufgenommen. „Seit wir das Bücherantiquariat von Norbert Sindram aufgeben mussten, ist das Spendenaufkommen aber sehr viel kleiner geworden“, bedauerte Ingrid Cronemeyer.
Faires Frühstück
Anlässlich des 30-jährigen Geburtstages gibt es am kommenden Samstag, 10. Mai, von 9.30 bis 11.30 Uhr ein „Faires Frühstück“ im Muslen-Gemeindezentrum. Ingrid Cronemeyer, die Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe, lädt die Bevölkerung ein. Der Erlös komme dem Eine-Welt-Laden zugute. Außerdem beteiligt sich an dem Vormittag auch der Schwenninger Diakonieladen mit einem Flohmarkt.
Am 20. Mai freut man sich zudem auf den Besuch von Schwester Brigid aus Same/Tansania, wo die Ökumenische Eine-Welt-Gruppe seit langem das Projekt der Franziskusgemeinde unterstützt. Im Juli gibt es einen Betriebsausflug nach Ravensburg, wo die Weltpartner-Genossenschaft besichtigt wird, von der die Waren bezogen werden. Außerdem beteiligt man sich an der Fairen Woche mit der Aktion „Fairer Handel fördert Vielfalt in allen Bereichen: Biologisch, sozial und kulturell“ mit einer Fotoaktion.
Öffnungszeiten und Kontakt
Die Öffnungszeiten des Eine-Welt-Ladens in der Jakob-Kienzle-Straße 11 sind am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr und am Mittwoch und Samstag von 9.30 bis 12.30 Uhr. Wer Interesse hat mitzuarbeiten, darf sich auch gerne an die E-Mail-Adresse ewl-vs@web.de wenden.