Das bisher letzte Heimspiel absolvierte Jana Kaiser mit Borussia Mönchengladbach beim 2:0 gegen Turbine Potsdam II. Foto: Rohde

Sie spielt beim Traditionsverein am Niederrhein in der 2. Frauen-Bundesliga , ist jedoch wie tausende Amateurfußballer seit Monaten von der Corona-Pandemie ausgebremst: Jana Kaiser, die einst mit sechs Jahren beim FC Hardt das Fußballspielen lernte, lebt trotzdem täglich ihren persönlichen Fußballtraum.

Der Ball rollt nicht, doch der Kopf arbeitet weiter. Wie geht es ihr zur Zeit, ist sie von Corona verschont? "Mir geht es sehr gut. Zum Glück bin ich persönlich bislang von Corona verschont geblieben und habe aktuell auch keine Verletzung", zeigt Kaiser auf. Die 23-Jährige blickt auf den bisherigen sportlichen Verlauf zurück, der seit Oktober 2020 ruht: "Am 11. Oktober hatten wir unser letztes Pflichtspiel. Momentan halten wir uns mit einem Laufplan und gemeinsamen Online-Workouts fit. Natürlich hoffen wir, dass es bald weitergeht und wir wieder gemeinsam auf dem Platz trainieren können."

Für Kaiser ist es die zweite Saison bei der Borussia, nachdem sie im Sommer 2019  den Sprung aus der Regionalliga vom Hegauer FV eine Etage höher wagte. Mit ehrgeizigen Zielen, von Covid19 durchkreuzt. "Leider konnte ich bis zum jetzigen Zeitpunkt, aufgrund der Pandemie, nur 20 Pflichtspiele mit zwei Toren für die Borussia absolvieren. Natürlich habe ich mir das anders vorgestellt. Hoffentlich kommen diese Saison noch ein paar Spiele mehr dazu."

Die erste Saison 2019/20 war nach 16 Spieltagen jäh beendet und Gladbach war Fünfter. "Unsere Ausgangslage war recht gut. Wir hatten nur einen Punkt Rückstand auf den späteren Aufsteiger SV Meppen. Natürlich war es ärgerlich, als die Saison dann abgebrochen beziehungsweise beendet wurde und wir den Aufstieg knapp verpasst haben. Trotzdem waren wir mit dem fünften Platz sehr zufrieden, wir hatten eine neu formierte Mannschaft und die Leistung ließ uns positiv auf die neue Saison blicken"

Die aktuelle Runde 2020/21:  Zwei Spiele,  zwei Siege gegen Turbine Potsdam II (2:0) und bei Arminia Bielefeld (1:0). Im DFB-Pokal gegen Erstligisten Werder Bremen gab es ein 0:5. Was war oder ist die Zielsetzung bei einer Fortsetzung der Spielrunde? "Die ersten beiden Rundenspiele konnten wir für uns entscheiden. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Wir möchten in jedem Spiel schönen Fußball spielen, natürlich mit Erfolg. Dann sehen wir (hoffentlich) am Ende, zu was es gereicht hat", strebt der Club natürlich den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga an. Kaiser spielt im zentralen Mittelfeld, auf der Sechser-Position. "Mein Plan mit Gladbach ist es, die Saison erfolgreich zu Ende zu spielen. Am liebsten natürlich gekrönt mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Bis dahin liegt allerdings noch ein langer Weg vor uns. Wir werden aber das Bestmögliche geben, um am Ende eine gute Platzierung zu erreichen."

Da derzeit Training nicht erlaubt ist, stellt sich die Frage, wie der Alltag ausschaut: "Leider sind wir keine Vollprofis. Ich arbeite in Vollzeit als Logistikkauffrau. Momentan ist mein Alltag sehr eintönig. Ich gehe arbeiten und halte mich mit unserem Laufplan und den Workouts fit, wie die meisten Nicht-Profis im Moment. 2. Bundesliga ist ein guter Nebenjob, wir spielen und trainieren nicht umsonst. Ohne Spaß geht natürlich gar nichts.

Gladbach ist ein Traditionsverein und die Herren sind über Jahrzehnte erfolgreich. Gibt es Berührungspunkte zu den Profis – Trainingsgelände oder andere Aktivitäten (mal von Corona abgesehen), wie ist das Standing im Club, im Vergleich zum SC Freiburg, bei dem es Frauen-Bundesliga schon 20 Jahre gibt? "Die Borussia-Frauenabteilung hat ihr eigenes Trainingsgelände. Trotzdem läuft man dem einen oder anderen Profi hin und wieder über den Weg. Im MedicalPark, auf dem Borussia-Gelände oder aller spätestens am Ende des Jahres, bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier." Fast alle Herren-Bundesligaclubs haben Frauenfußball, zuletzt zogen 2020 Schalke 04 und Borussia Dortmund nach, diese Entwicklung gefällt Jana Kaiser: "Es geht in die richtige Richtung. Der Frauenfußball hat in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen. Dass diese beiden großen Bundesligaclubs nachziehen, ist der Beleg dafür, dass Frauenfußball einfach dazugehört."

Biografie

Jana Kaiser (geboren am 4. April 1997). Stationen:  FC Hardt (2003 – 2010), SC Freiburg (2010 – 2015), Hegauer FV (2015-2019), seit 2019 bei Borussia Mönchengladbach.

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