Mitinhaber Yannick Harter posiert neben einem Hindernis seiner Fußballgolfanlage. Foto: Stahl

Die Fußballgolfanlage in Dundenheim feiert 2025 ihr zehnjähriges Bestehen. Mitinhaber Yannick Harter blickte auf die Anfangszeit zurück – und wagt einen Blick in die Zukunft.

Alles fing an einem Kneipenabend im Herbst 2014 an. Die zwei Freunde Yannick Harter und Manuel Armbruster, die sich in Karlsruhe beim Studieren kennengelernt haben, hatten die Idee, eine eigene Fußballgolfanlage zu bauen. „Wir kannten den Sport schon und waren sofort Feuer und Flamme. Für uns war klar: Sowas brauchen wir in der Region“, erinnert sich Harter im Gespräch mit unserer Redaktion zurück. Die Suche nach einem geeigneten Standort habe sich schwierig gestaltet, viele Gemeinden im Ortenaukreis sagten den beiden ab, da sie keine passende Fläche hatten. Neuried war die einzige Kommune, die sich positiv zurückmeldete: „Sie schlugen den brachliegenden Sportplatz in Dundenheim vor“, so Harter.

 

Die beiden haben den Sportplatz im Dezember 2014 angeschaut – und sich aufgrund des Geländes und der vorhandenen Infrastruktur für ihn entschieden. Die Anlage öffnete zum Sommerferienstart am 25. Juli 2015. Zuvor war viel Arbeit notwendig, „nahezu alles war Eigenleistung“, betont Harter.

Die Inhaber lebten im ersten Jahr von Erspartem

Private Helfer und Landwirte haben sich beteiligt, daher gingen die Umbauarbeiten so schnell. Die Unerfahrenheit machte sich anfangs bemerkbar, verrät der Bauingenieur. Bezüglich der Anzahl der Bahnen sei man unsicher gewesen, doch man habe gemerkt, dass 18 Bahnen auf rund zweieinhalb Sportplätzen ausreichen.

Am Anfang galt es zunächst, die Bekanntheit der noch jungen Ballsportart zu steigern und den Standort zu stärken. „Es haben Menschen angerufen, die uns nicht gefunden haben, da wir außerhalb des Dorfs sind“, blickt Harter zurück. Daher habe man ein Schild an der Dundenheimer Hauptstraße angebracht, um auf die Fußballgolfanlage aufmerksam zu machen. In den ersten Saisons seien die Besucher eher aus der Region gekommen, bilanziert Harter, der auch offen zugibt: „Im ersten Jahr haben wir uns kein Gehalt ausgezahlt und von Erspartem gelebt.“

Mit steigenden Besucherzahlen ab dem Jahr 2018 habe sich die Fußballgolfanlage etabliert, auch aus der Region Karlsruhe und Freiburg verzeichneten die Inhaber einen höheren Zulauf. „Mittlerweile findet uns jeder“, bringt es Harter auf den Punkt. Die durchschnittliche Anfahrt der Besucher betrage rund eine Stunde, da man in einem Umkreis von 80 Kilometern die einzige Fußballgolfanlage sei. Die nächste befinde sich am Schluchsee oder in Sankt Leon-Rot bei Heidelberg. Die Infrastruktur am Dundenheimer Sportplatz wissen die Betreiber zu nutzen: Das Bistro sei beliebt und der Grillplatz werde von größeren Gruppen gerne besucht. Die Torwand „ist ein Klassiker und darf nicht fehlen“, stellt er klar. Das Fußballbillard ergänzt das Angebot.

Das Turnier „Ortenau Open“ findet jedes Jahr statt

Der „Soccerpark Ortenau“ – so der offizielle Name – mache seit dem Start 2015 beim Sommerferienprogramm der Gemeinde Neuried mit. „Wir bieten einen Mädchen-Tag und einen gemischten Tag an“, so Harter. Zwischen 30 und 50 Kinder seien im Schnitt angemeldet, das erfordere mehr Personal, einen früheren Start und eine intensive Aufsicht. Auch das Turnier „Ortenau Open“ werde seit Beginn auf der Anlage veranstaltet. Jeder könne mitmachen. Es findet jährlich statt, es seien Fußballgolfer aus ganz Deutschland da, aber nur wenige aus der Region, bedauert Harter. „Das Turnier ist ein Highlight, aber wir sind auf unsere regulären Gäste ausgerichtet“, unterstreicht der Inhaber.

Auf die Frage, was Fußballgolf auszeichne, antwortet er schnell: „Jeder kann es spielen, egal ob jung oder alt.“ Gleichzeitig sei auch Konzentration gefragt, gerade über 18 Bahnen. Der Sport sei eine super Abwechslung zum Alltag und deswegen „wollen wir als Personal mit Lockerheit auftreten“, erklärte Harter die Vorgehensweise. Damit wolle man weitere Besucher anlocken, die beste Werbung sei Mund-zu-Mund-Propaganda.

„Wir machen eine relativ stabile Entwicklung“, beschreibt der Inhaber den Status quo. Ein gesundes Wachstum sei wichtig, man könne keine großen Sprünge machen. Der „schöne Sportplatzcharme“ solle beibehalten werden.

Im kommenden Jahr stehe eine Namensänderung an, da man sich von der „Soccerpark“-Gruppe, die in der Anfangszeit beraten habe, trennen werde. Dazu müsse die Homepage umgebaut werden. Beim neuen Logo „sind wir schon weit, können es aber noch nicht präsentieren“, gibt Harter preis.

Eine Erweiterung der Fläche wird nicht ausgeschlossen

Die Zehn-Jahres-Feier, die Ende Juli stattfand, sei sehr schön gewesen. Viele Helfer waren vor Ort, darunter auch die erste Mitarbeiterin von 2015. „Das ist schon cool, wie sich das entwickelt hat“, resümierte Harter. Vor Ende der Saison könne noch nichts zu anstehenden Änderungen gesagt werden. Erst im Herbst werden Ideen gesammelt und überlegt, ob an den Bahnen etwas geändert werden müsse oder ob neue Bäume gepflanzt werden sollen. „Auf lange Sicht haben wir zwei Wünsche: ein Umbau in der Küche und eine Erweiterung des Spielfelds“, offenbart Harter. Man sei sehr begrenzt in der Fläche, mehr Bahnen seien theoretisch möglich, aber dann könnte es beim Spielen zu eng sein. Man müsse mit den angrenzenden Landwirten sprechen, um eine Lösung zu finden. Aber: „Wir bräuchten mehr Zulauf, um zu erweitern“, erläuterte der Inhaber das Szenario. In den nächsten ein oder zwei Jahren sei es nicht umsetzbar. Aktuell reiche die Größe der Anlage aus, aber „ich will es nicht ausschließen“.

Über die Trendsportart

Fußballgolf kombiniert die beiden Sportarten Fußball und Golf. Ziel ist es, einen Fußball mit möglichst wenigen Schussversuchen durch verschiedene Hindernisse und über Geländeneigungen bis in ein Bodenloch zu spielen. Der Sport kommt aus Schweden und entstand dort in den 1980er-Jahren. In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 45 Anlagen.