Wer bremst, verliert! Mit teils bis zu 75 Stundenkilometern geht es den Rebhang hinunter ins Dorf. Das erste „Speeddown“ des MSC Rebland Hertingen gelingt.
Der erste „Speeddown“ – das erste Seifenkistenrennen des MSC Rebland Hertingen – war ein großer Erfolg. 27 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Viele Fans standen an der Strecke. Der jüngste Teilnehmer war gerade mal sieben Jahre alt.
Wetter spielte am Ende mit
Morgens hatte es noch geregnet, allerdings verzogen sich die Wolken gegen Mittag. Die letzten beiden der insgesamt vier Rennläufe, die für jede Rennklasse angesetzt waren, fanden unter blauem Himmel statt. Für die Rennfans im Zielbereich hatte der MSC für die Verpflegung gesorgt, dort standen auch Mitglieder der Feuerwehr am Würstchengrill.
Natürlich fuhren auch Jugendliche des MSC mit – zumeist auf ehemaligen Motor-Karts, deren Motor ausgebaut worden war. Einer von ihnen hatte sein Renntraining auf der Strecke mit der Go-Pro-Kamera aufgenommen und das Video als Werbung ins Internet gestellt. Angemeldet hatten sich Fahrer aus der näheren Region, aus Ehrenkirchen, Eichstetten, Paffenweiler, dazu aus der Schweiz und aus Frankreich.
Einen Tag vor dem Rennen hatten die Helfer des MSC die Rennstrecke und damit die rund 700 Meter der steilen Abfahrt vom Start am Bammerthüsle bis zum Ziel in der Talstraße mit Strohballen, Gittern und Absperrband gesichert. Am Ziel parkte neben der Lichtschranke das ADAC-Auto, in dem die Technik für die Zeitnahme untergebracht war.
Kurze Vorlaufzeit
Chris Fredrich, Vorsitzender des MSC Rebland, und Rennleiter Manuel Koch freuten sich über die vielen Anmeldungen, denn der Verein hatte das Event ziemlich kurzfristig organisiert. Viel Lob für die professionelle Ausrichtung des Rennens gab es vom ADAC-Vertreter Matthias Schlageter.
Französischer Champion zu Gast
Aus der Franche-Comté, aus Besançon, war der 15 Jahre alte Titouan Faton mit seinem Vater angereist. Titouan ist der amtierende französische Champion der Seifenkistenfahrer des Jahres 2025.
Wie es sich für einen echten Rennfahrer gehört, war die weiße Seifenkiste des jungen Franzosen ein schnittiger Hingucker und erinnerte an ehemalige Formel-1-Kultrennwagen aus den 1950er-Jahren. In Frankreich, der Schweiz und Belgien sind Seifenkistenrennen „sehr populär“, berichtete Vater François.
Sohn hat Mutter infiziert
Aus der Schweiz hatte sich Bernadette Schmid aus der Nähe von St. Gallen angemeldet. „Eigentlich hat mein Sohn mit Seifenkistenrennen begonnen. Irgendwann hat es mich dann auch gepackt“, erzählte sie, während sie ihren knallgelben Rennuntersatz zur technischen Abnahme durch die Fachleute des ADAC Südbaden in die Warteschlange einreihte.
Kontrolle muss sein
Felix Schlageter vom ADAC kontrollierte die Helme der Fahrer, die Lenkung und Bremsen der Fahrzeuge, so auch die eines langgestreckten Feuerwehrautos mit Blaulicht und funktionierendem Martinshorn und von „Wuzi“, dem knallroten Renner von Leo und Niclas Piesbergen aus Neuenburg. Zusammen mit ihrem Vater Marc hatten die beiden Jungs 14 Tage quasi ununterbrochen an ihrer „Kiste“ gebaut.
Zwei Traktoren standen bereit, damit die aneinander angehängten Seifenkisten den Berg zum Startpavillon hinaufgezogen werden konnten. Vier Streckenposten übermittelten per Funk die Startfreigaben ins Ziel.
Mit Geschwindigkeit in Richtung Ziel
Mit vollem „Speed“ ging es die lange steile Abfahrt am Bammerthüsle vorbei den Berg hinunter zur ersten Kurven-„Schikane“. Von dort aus ging es in einem Bogen in die zweite scharfe Kurve. Angefeuert von den Zuschauern, galt es in den Zieleinlauf einzubiegen.
Obwohl die Fahrer mit ordentlichem Tempo unterwegs waren – die schnellsten fuhren die Strecke in etwas mehr als 42 Sekunden – bekam das Team des DRK Schliengen glücklicherweise nichts zu tun.
Tradition aufleben lassen
Gemeinderat Gerd Henn, der beim Schiedsgericht mitwirkte, erinnerte sich an die spektakulären Seifenkistenrennen, die früher in Buggingen ausgetragen wurden. „Und auch wir in Hertingen haben in den 1980er-Jahren noch Seifenkistenrennen veranstaltet“, berichtete er.
Keine Eintagsfliege
Der Hertinger „Speeddown“ soll keine Eintagsfliege bleiben, haben sich die MSC Vorstandsmitglieder nun vorgenommen. Das nächste Seifenkistenrennen ist im Jahr 2027 angedacht.
Die Gewinner
Sieger „Speeddown“ Hertingen: Klasse ADAC S-Kart Senior: Sven Schill; Klasse C3 Einsitzer: Titouan Faton; Klasse C4-Einsitzer: Nico Horn; Klasse C9/2: Kart Junior: Marvin Becherer; Klasse G2: Ein- oder Mehrsitzer: Alicia Teuchert; Klasse G3: Ein- oder Mehrsitzer: Yannik Schill.