Das 18. Mal fand der Gottesdienst für Motorradfahrer in Vollmaringen statt.
Bereits zum 18. Mal hatte die katholische Kirchengemeinde St. Georg Vollmaringen am vergangenen Wochenende zum traditionellen Motorradgottesdienst eingeladen.
Mehrere hundert Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer aus der Region und darüber hinaus machten sich auf den Weg nach Vollmaringen.
Motorrad und Glauben
Schon im Vorfeld hatte der auffällig gestaltete Flyer für Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto „MOGO Vollmaringen“ wurde zum Gottesdienst mit Rockband, Motorradsegnung und anschließendem gemütlichem Beisammensein eingeladen. Auch das eigens gestaltete Lied- und Ablaufheft begleitete die Besucher durch den Gottesdienst und griff die Verbindung von Motorradfahren, Gemeinschaft und Glauben in vielen Texten und Gebeten auf.
Organisator und Ideengeber des Motorradgottesdienstes, der seit vielen Jahren fest zum Veranstaltungskalender in Vollmaringen gehört, war erneut Walter Volz.
In der voll besetzten Vollmaringer Kirche freute er sich über die große Resonanz auf die Veranstaltung. Geleitet wurde der Gottesdienst von Lydia Steinbrich, evangelische Diakonin in Ausbildung. Für ansprechende musikalische Begleitung der Feier sorgte die Mogo-Band, die mit Rockklassikern und gefühlvollen Liedern den besonderen Charakter des Gottesdienstes prägte.
Gemeinschaft, Vertrauen, Verantwortung
Im Mittelpunkt stand das Thema Gemeinschaft, Vertrauen und Verantwortung – Werte, die sowohl im Glauben als auch beim Motorradfahren von großer Bedeutung seien. Daniela Steinrode trug die Lesung aus dem ersten Petrusbrief (1 Petr 3,8–17) vor.
Darin hieß es unter anderem: „Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.“
In ihrer Predigt berichtete Lydia Steinbrich von eigenen Erfahrungen auf Motorradreisen in Südamerika und sprach über Vertrauen, das Loslassen von Kontrolle und das Gefühl von Gemeinschaft unter Motorradfahrern.
„So ist es mit meinem Leben auch. Ich kann ohne Gott unterwegs sein und komme oft trotzdem ans Ziel. Aber für mich kann ich sagen, dass es die Qualität des Fahr- und Lebenserlebnisses deutlich verbessert und die Wahrscheinlichkeit erhöht, sicher ans Ziel zu kommen“, sagte Steinbrich.
Gemeinsam wurde anschließend den verstorbenen Motorradfahrern gedacht.
Die Kollekte des Gottesdienstes kam der Initiative „MEHRSi – Mehr Sicherheit für Biker“ zugute. Die Organisation setzt sich bundesweit für Unterfahrschutz an Leitplanken ein, um Motorradfahrer bei Unfällen besser zu schützen.
Monika Schwill aus Köln, Initiatorin von MEHRSi, erläuterte die Gefahren ungesicherter Leitplanken und warb für mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für das Thema Verkehrssicherheit. Passend dazu war auch die Polizei mit einem Informationsstand zum Thema Verkehrssicherheit vor Ort und informierte die Besucher über sicheres Fahren und Unfallprävention.
Segnung für Biker
Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete Lydia Steinbrich den Segen für die Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer.
Der katholische Wortgottesdienstleiter Walter Volz segnete anschließend nach altem katholischen Brauch die Motorräder und Helme mit Weihwasser im Rahmen einer Objektsegnung. Viele Teilnehmer nutzten diesen besonderen Moment ganz bewusst zum Innehalten und als Zeichen für Schutz und Bewahrung auf ihren Wegen.
Anschließend machten sich zahlreiche Teilnehmer gemeinsam zu einer Motorradwallfahrt auf den Weg. Im Anschluss bewirtete die Kirchengemeinde die zahlreichen Besucher mit Kaffee, Kuchen und weiteren Angeboten. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen, zum Austausch und zum gemütlichen Beisammensein.
Der Motorradgottesdienst in Vollmaringen zeigte erneut eindrucksvoll, wie Glauben, Gemeinschaft und die Leidenschaft fürs Motorradfahren Menschen verbinden können. Bereits jetzt wurde auf den nächsten Motorradgottesdienst hingewiesen: Dieser findet am Samstag, 8. Mai 2027, um 13.30 Uhr statt.