Die zwei am Bodensee tödlich verunglückten Segler stammen aus dem Zollernalbkreis, wie die Staatsanwaltschaft Konstanz auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt hat.
Gekentert ist am Freitag der Jollenkreuzer zweier Segler aus dem Zollernalbkreis auf dem Weg vom Hafen Seemoos nach Konstanz zur Regatta „Eiserne 2024“.
Nach der erfolglosen Suchaktion am Freitagabend fanden Polizei und Feuerwehr am Samstagvormittag zunächst das Boot und danach die beiden Männer leblos unmittelbar vor dem Schweizer Ort Landschlacht, der am südwestlichen Seeufer liegt, mit Schwimmhilfen ausgestattet.
Ein Team der DLRG hatte sie von einem Boot aus entdeckt, die Feuerwehr barg die Toten.
Gut trainierte Segler
Die beiden Männer, 38 und 39 Jahre alt, waren erfahrene und gut trainierte Segler. Sie waren Mitglieder des Wassersportvereins Friedrichshafen-Fischbach – einer von ihnen laut „Südkurier“ schon seit Kindheitstagen.
Erst im vergangenen Jahr hatten sie demnach in ihrer Segelklasse Yardstick/Gruppe 2 die „Regatta der Eisernen“ gewonnen. Der deutsche und der britische Staatsbürger lebten im Zollernalbkreis, waren verheiratet und beide Väter von zwei Kindern.
Polizei: Fundstelle wohl nicht Unfallstelle
Warum das kleine Boot mit dem Kiel nach oben im Wasser lag – der Mast steckte laut Kantonspolizei Thurgau im Untergrund – wird derzeit untersucht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz unserer Redaktion auf Anfrage mitteilte.
Laut Kantonspolizei ist die Fundstelle, wo der See zehn Meter tief ist, wahrscheinlich nicht die Unfallstelle – davon gehen die Schweizer Behörden aufgrund von Wind und Strömung an diesem Abend aus.
Die beiden Segler werden derzeit im gerichtsmedizinischen Institut des Kantons Thurgau obduziert – denkbar sei schließlich auch eine medizinische Ursache für den Unfall, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. Er weiß freilich auch, wie leicht man auf dem Bodensee bei früher Dunkelheit wie derzeit die Orientierung verlieren könne.
Der Bodensee war nach Informationen des Heimatvereins der beiden an diesem Abend nur acht Grad warm und die Chance, dort lange zu überleben, damit gering, wie der „Südkurier“ berichtet.
Segelregatta am Bodensee abgesagt
Die Segelregatta hatten die Veranstalter vom Deutsch-Schweizerischen Motorboot-Club Konstanz am Samstag noch vor dem Start abgesagt, ein Großteil der Teilnehmer ihr Meldegeld zur Regatta den Familien der beiden Toten gespendet.
Die Angehörigen hatten am Freitagabend auch den Wassersportverein Friedrichshafen-Fischbach verständigt, nach sie vergeblich versucht hatten, die Segler telefonisch zu erreichen. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins, Thomas Münzer, alarmierten sie schließlich die Polizei.
Bei der Suche nach dem Boot und den beiden Männern hatten die Kantonspolizei Thurgau, die deutsche und die österreichische Polizei, die DLRG und die Feuerwehr zusammengearbeitet. 15 Schiffe waren dabei im Einsatz.
Obduktionsergebnis wohl am Mittwoch
Wann die Leichen der beiden Verunglückten von der Gerichtsmedizin freigegeben werden, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz am Dienstag noch nicht sagen. Er rechnet mit einem Obduktionsergebnis aber spätestens am Mittwoch.