Laura Stern auf dem Flugplatz Altdorf-Wallburg mit ihrem Lieblingssegler, der LS1f. Foto: Göpfert

24-jährige Pilotin ist beste Frau auf der Liste der Rookies / Teil der Fliegergruppe Lahr/Ettenheim

Altdorf - Keine der registrierten Jungpilotinnen flog 2021 bislang mehr Kilometer im Segelflug als sie. Laura Stern von der Fliegergruppe Lahr-Ettenheim ist die Beste auf der Liste der Rookies und 14. in der Gesamtwertung.

Zum Segelflug kam Laura Stern eher zufällig: Ihr Freund ist Mitglied in der Fliegergruppe Lahr-Ettenheim und verbrachte viel Zeit auf dem Platz zwischen Altdorf und Wallburg. Irgendwann hatte sie keine Lust mehr ihm nur zuzusehen und wollte den Segelflug selbst einmal ausprobieren. "Ich hätte nie gedacht, dass das so Spaß macht.

Jetzt bin ich eher die Extreme von uns beiden. Aktuell verbringe sie fast jede freie Minute auf dem Flugplatz. Wenn das Wetter gut ist, schaufle ich mir Zeit fürs Fliegen frei", erklärte sie lachend im LZ-Gespräch. Beruflich macht Stern gerade ihren Master der Medizintechnik an der FH Offenburg und arbeitet nebenbei noch bei einer Firma in Triberg.

Wetter und strategisches Geschick entscheiden, wie lange das Flugzeug in der Luft bleibt

Am 1. Januar 2018 begann Stern damit, ihren Segelflugschein zu machen, ihren ersten Flug hatte sie am 6. Januar 2018 und 2020 durfte die damals 23-Jährige schließlich ihren Segelschein entgegennehmen. Und nun, mit 24 Jahren, führt sie die Liste der Rookies an, zumindest, was die Damen angeht (siehe Info). Denn auf den aktuell 13 Plätzen vor ihr befinden sich nur Männer, die in dieser Saison mehr Flugkilometer als sie gesammelt haben.

Doch was reizt Stern so am Segelflug? "Der sportliche Aspekt", erklärt sie. Die Segler haben keinen Motor, wie lange ein Pilot also in der Luft bleibt, hängt zum einem vom Wetter und zum anderen von seinem strategischen Geschick ab. So gilt es Aufwinde zu suchen, die einem nach oben bringen, sodass man vom Fleck kommt. Wo diese sein könnten, das muss jeder Pilot alleine überlegen und herausfinden, ebenso ist er es, der entscheidet, wohin der Flug geht – natürlich unter Berücksichtigung der Flugräume.

Dabei gilt es das Wetter stets im Blick zu behalten und umzuplanen, sollte sich dieses ändern. Aber auch die Natur, die Stern beim Segelfliegen um und unter sich sieht, macht für sie den besonderen Reiz beim Fliegen aus, besonders dann, wenn die Vögel mit ihr gemeinsam im Aufwind kreisen, verrät sie.

Ihr Lieblingsflugzeug im Verein ist übrigens die LS1f, die dieser erst dieses Jahr gebraucht gekauft hat. "Die Ruderkräfe gehen bei diesem Segler einfach sehr direkt, man spürt sofort, was die Luft um sich herum macht", schildert sie begeistert.

Die Rookies

Die Liste der "Rookies" ist für Segelflug-Neulinge gedacht. Auf ihr darf sich weltweit jeder Pilot online eintragen, der in der Saison zuvor noch keinen Streckenflug über 300 Kilometer gemacht hat. Wertungsende ist immer 12 Tage vor dem ersten Samstag im Oktober. Der darauf folgende Tag ist Wertungsbeginn für das folgende Jahr. Vorne liegt, wer in der aktuellen Saison die meisten Kilometer geflogen hat. Sind diese gleich, entscheiden die besten drei Flüge über die Platzierung.

Im Rennen um den Listenplatz dürfte es wohl noch zu Wechseln kommen: Von den Fliegern über und unter ihr trennen Stern nur wenige Kilometer. Aktuell kann sie stolze 1513,94 Kilometer vorweisen, ihr bester Flug ging über 594,80 Kilometer. Bei der Durchschnittsgeschwindigkeit von Sterns Lieblingsflugzeug, der LS1f, von 60 bis 70 Stundenkilometern, bedeutet das, dass sie bei diesem Flug etwa acht bis zehn Stunden in der Luft gewesen war – und das ohne Zwischenlandung.