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Seewald Volksbank-Filiale in Göttelfingen trotz Protest geschlossen

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Die Filiale der Volksbank Nordschwarzwald in Göttelfingen ist seit Mittwoch geschlossen. Foto: Günther

Seewald-Göttelfingen - Göttelfingen macht mobil gegen die Schließung der Volksbank-Filiale und den Abbau des Geldautomaten. Dazu gab es engagierte Diskussionen in der Gemeinderatssitzung, zu der zahlreiche Zuhörer ins Göttelfinger Bürgerhaus gekommen waren.

Die Göttelfinger Filiale der Volksbank Nordschwarzwald wurde zum 1. Juli geschlossen, angeblich wegen der rückläufigen Kundenfrequenz in der Filiale und der parallel ausgebauten erhöhten telefonischen Erreichbarkeit in der Hauptstelle, erläuterte Bürgermeister Gerhard Müller.

Um die Schließung zu verhindern, hatte Gabi Bender, eine Göttelfinger Bürgerin, 195 Unterschriften gesammelt und der Seewalder Frauenliste übergeben. Zusätzlich untermauerte sie ihr Anliegen durch eine Petition an das Ministerium für Ländlichen Raum, für die 184 Unterstützerunterschriften zusammengekommen waren.

Wie Gemeinderätin Monika Stelzer-Podschwadt ihren Ratskollegen mitteilte, hatten daraufhin die fünf Vertreterinnen der Frauenliste Seewald mit dem Vorstand der Volksbank Nordschwarzwald das Gespräch gesucht, um die Schließung abzuwenden, allerdings ohne Erfolg (siehe Info). "Mit den Herren Frey und Kiefer war nicht zu sprechen, die kamen mit ihrer vorgefertigten Meinung. Leider fruchtete auch das Argument, dass viele Göttelfinger Bürger dann der Bank kündigen, nicht." Die Aussichtslosigkeit dieses Vorstoßes bestätigte Gemeinderätin Ursula Wolf: "Die Sache ist abgewickelt. Wir haben Angebote gemacht, aber die Volksbank ist nicht einmal bereit, weiterhin den Geldautomaten zu unterhalten."

Vorstöße bringen keine Erfolge

Wie die Ausführungen von Bürgermeister Gerhard Müller zeigten, konnte auch dieser mit seinen verschiedenen Vorstößen keine Erfolge vermelden. Zwar sei es, so Müller, unbestritten, dass Bankfiliale und Geldautomat für die Infrastruktur eines Orts wichtig seien, denkbar sei dabei eventuell auch noch ein Bankmobil. Deshalb habe er auch die Vorstände Wolfgang Frey und Fritz Kiefer gebeten, in der Gemeinderatssitzung ihre Gründe darzulegen, allerdings seien diese hierzu nicht bereit gewesen. Vielmehr hätten die Bankvorstände im Vorfeld darauf verwiesen, dass die Nutzung der Filiale um 40 Prozent zurückgegangen sei. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres seien nur weit weniger als 100 Vorgänge am Göttelfinger Geldautomaten registriert worden, während im Gegenzug ein steigender Regulierungsaufwand zu verzeichnen sei. Erschwerend komme hinzu, dass der Geldautomat in Göttelfingen demnächst seine Zulassung verliere und ein neuer Automat 25 000 Euro koste.

Als Abhilfe verspreche die Bank, dass kostenlos in allen Filialen Geld abgehoben werden kann. Auch viele Einzelhändler würden bei Einkäufen bis zu 200 Euro ausbezahlen. Zudem sei es ab sofort möglich, sich jeden Dienstagmorgen in den Räumen der Bruderhaus-Diakonie Bargeld zur Abholung bereitstellen zu lassen. Als Bonbon sei dabei laut Müller der Bevölkerung angeboten worden, dass der Bankkurier in diesem Zeitraum auch ins Haus kommt, wenn jemand nicht mehr so mobil ist. Dies gelte auch für Beratungsgespräche durch die Mitarbeiter der Volksbank. Mit dieser Sachlage wollten sich die Ratsmitglieder jedoch nicht zufrieden geben. Vielmehr wurden mit geradezu schwäbischer Schläue die Göttelfinger Bürger dazu aufgefordert, sich künftig jeden Dienstag 100 Euro ins Haus liefern zu lassen, "damit der Kurier in ganz Göttelfingen rumfahren muss", und sich möglichst viele Freiumschläge für Überweisungen schicken zu lassen.

"Das ist längst beschlossen im Aufsichtsrat"

Gemeinderat Martin Rebstock bat darum zu klären, ob die Gemeinde nicht selbst geeignete Räumlichkeiten für eine Volksbankfiliale anbieten könnte, schließlich sei die Volksbank vom Volk gegründet worden. Gemeinderätin Carmen Lehmann schlug vor, zusätzlich mit der Volksbank Horb-Freudenstadt in Verhandlung über die Einrichtung einer Göttelfinger Zweigstelle zu treten.

Wenig Hoffnung auf eine konstruktive Lösung hatte Gemeinderat Jochen Bier. Zwar bezweifelte er die proklamierten Kosten von 2000 Euro monatlich sowie die niedrige Frequentierung des Göttelfinger Geldautomaten, meinte andererseits: "Die sind da aalglatt, das ist längst beschlossen im Aufsichtsrat." Mit einem wahren Formulierungsmarathon versuchte das Gremium abschließend, der Volksbank seine Bedenken nahezubringen, damit die Filialschließung zurückgenommen wird. Dazu gab es abschließend einen einstimmigen Beschluss.

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