Rat befasst sich mit Problemfeldern und geplanten Projekten am See / Institut erarbeitet Naherholungskonzeption
Von Helga Michel
Seewald. Die Nagoldtalsperre, sie schützt zum einen vor Hochwasser, ist zum anderen ein beliebtes Ausflugsziel. Letzteres bereitet in der kleinen Gemeinde Seewald auch Probleme, zum Beispiel wenn es um die Entsorgung von Müll geht.
Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ging es gleich um eine ganze Reihe von Themen rund um die Talsperre. Das Umweltforschungsinstitut Tübingen hat im Auftrag des Landesbetriebs Gewässer die Naherholungskonzeption Nagoldtalsperre erarbeitet. Dabei ging es darum, den Ist-Zustand zu erfassen, aus dem ein Leitbild entwickelt wurde. Dieses ruht auf drei Säulen: Hochwasserschutz, Ermöglichung der naturnahen Erholung und Nachhaltigkeitsprinzip der Naherholung.
Der Gemeinderat Seewald hatte dazu Fragen, Wünsche, aber auch Bedenken formuliert, unter anderem zur Müllentsorgung. Axel Pälchen vom Landesbetrieb Gewässer sagte zu, die einzelnen Punkte in einem Arbeitskreis Naherholungskonzeption zu besprechen. Um die Probleme an der Talsperre auf Dauer in den Griff zu bekommen, sprach sich der Gemeinderat dafür aus, den Zweckverband Erholungsgebiet Nagoldtalsperre, dem der Landkreis Freudenstadt und die Gemeinde Seewald angehören, fortzuführen und weiterzuentwickeln. Der Gemeinderat, so Bürgermeister Gerhard Müller, wünsche sich die Unterstützung aller Akteure an der Talsperre, um verschiedene Projekte voranzubringen. So soll das Land von der Notwendigkeit der Sanierung des Kioskgebäudes mit Neubau einer WC-Anlage sowie dem Ausbau der DLRG-Wachstation mit zwei Bootsgaragen überzeugt werden. Die Kosten dafür liegen bei rund 150 000 Euro.
Gemeinsam vorangebracht werden sollen außerdem die Komplettierung des Nagoldtalradwegs zwischen Altensteig und der Talsperre und die Verbreiterung des Gehwegs entlang der Nagoldtalsperre (Landesstraße 362) zu einem kombinierten Geh- und Radweg. Dabei ist gleichzeitig die Anlage eines neuen Parkstreifens für 400 Fahrzeuge vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt für den Radweg, den komplett das Land finanziert, von der Pfaffenstube bis zur Völmlesmühle soll 2012 angegangen werden, für den dritten steht die Planung noch nicht.
Landrat Klaus Michael Rückert sagte zwar zu, dass er sich für die Fortsetzung des Radwegs einsetzen und dass sich der Landkreis weiterhin bei der Lösung von Problemen an der Talsperre einbringen werde, räumte aber ein, dass der Landkreis dafür keine Gelder zur Verfügung stellen könne. Rückert erklärte zudem, das Regierungspräsidium habe zugesagt, dass sich der Landesbetrieb Gewässer weiterhin im bisherigen Umfang an der Talsperre engagiert.