Umweltbeauftragter zieht Bilanz. Niedriger Wasserstand schränkt Freizeitmöglichkeiten ein.
Seewald - Relativ niedrige Temperaturen in der Ferienzeit und eine geringe Wassermenge im Hauptsee prägten das Jahr an der Nagoldtalsperre. Das geht aus dem Bericht des Umweltbeauftragten Hermann Rastetter hervor.Der Gemeinderat Seewald nahm den Bericht, den Bürgermeister Gerhard Müller verlas, in seiner jüngsten Sitzung zustimmend zur Kenntnis. Dabei herrschte Einigkeit darüber, dass der Einsatz des Umweltbeauftragten an der Talsperre notwendig ist. Denn aus dem Bericht Rastetters ging auch hervor, dass sich in einigen Bereichen Verbesserungen ergeben haben.
Das kühle Wetter in der Ferienzeit und die geringe Wassermenge im Hauptsee durch die anhaltende Trockenheit ließen die Besucherzahlen allerdings zurückgehen, auch auf dem Zeltplatz. Freizeitaktivitäten wie Segeln und Tauchen seien nur bedingt möglich gewesen. Was den ruhenden Verkehr angeht, hat Rastetter festgestellt, dass inzwischen "wesentlich disziplinierter" geparkt wird. Bei den geahndeten Parkverstößen bildete das unerlaubte Parken auf der Vorfahrtsstraße einen Schwerpunkt.
Für die Besucherstatistik wurde an zwei Tagen eine Erhebung vorgenommen. Dabei wurden 1140 Kraftfahrzeuge registriert. Demnach kamen die meisten Fahrzeuge aus dem Raum Freudenstadt (31 Prozent), an zweiter Stelle lagen Fahrzeuge mit CW-Kennzeichen, gefolgt vom Raum Böblingen. Auch in der jüngsten Saison war wieder ein Sicherheitsdienst im Einsatz, wegen des Wetters allerdings nur rund 240 Stunden. Im Plan war von 672 Stunden ausgegangen worden. Damit verringert sich auch der finanzielle Aufwand von rund 12 400 auf 5100 Euro.
Schwimmender Grill
Schwerpunkte der Überwachung waren der ruhende Verkehr und das unerlaubte Grillen außerhalb der gekennzeichneten Feuerstellen. Dabei beschreibt Rastetters Bericht auch eine Kuriosität: Jugendliche, die eine kleine Grillparty auf dem Wasser feierten – samt schwimmendem Grill. Was die Fischereisaison angeht, stellt Rastetter fest, dass aufgrund der mäßigen Fangerfolge in der Saison 2010 die Nachfrage nach Angelerlaubnisscheinen nicht besonders groß war. Und auch in dieser Saison sei über den geringen Fangerfolg geklagt worden. Als einen Höhepunkt sieht der Umweltbeauftragte, dass sich unweit der Nagoldmündung tagelang ein Schwarm Neunaugen aufhielt. "Diese Fische stehen unter Artenschutz und brauchen besonderen Schutz", so Rastetter.
Auch die DLRG war wieder an der Talsperre aktiv. Sie leistete mit insgesamt fünf Ortsgruppen und einer Mannschaft von insgesamt 117 Rettungskräften 2644 Stunden Dienst am Nagoldstausee. Die Rettungskräfte zogen unter anderem einen Jugendlichen aus dem Tosbecken der Vorsperre und retteten ihn damit unverletzt aus dieser gefährlichen Lage, waren aber ebenso bei Insektenstichen gefragt.
Rastetter streift in seinem Bericht auch die Ornithologie. Dabei geht er unter anderem auf die Kormorane am See ein, die sich zum Fischfang zu einem großen Schwarm formieren. Ein bisschen Stolz schwingt mit, wenn er schreibt, das es ihm am 20. September gelungen ist, einen Eisvogel bei den Biotopen am Eisvogelpfald zu fotografieren. Für den Amphibienschutz haben ehrenamtliche Helfer insgesamt 125 Stunden eingebracht. 6245 Kröten, 366 Molche und fünf Grasfrösche wurden insgesamt eingesammelt und in den Nagoldtalseen wieder ausgesetzt. Zum ersten Mal wurde dabei eine Albinokröte gefunden.
Gut angenommen werden der Eisvogelpfad und das neue Wasserspielgelände. Das Jahresprogramm des Eisvogel-Infozentrums umfasste laut Rastetter 30 Veranstaltungen, überwiegend mit Karin Bosch und Hermann Rastetter. Dafür ging dann auch ein dickes Lob von Bürgermeister Gerhard Müller an die beiden. Probleme bereitete aber wieder die Müllentsorgung.