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Seewald Hochdorfer sind sauer auf Telekom

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In Hochdorf hat die Telekom derzeit keinen leichten Stand. (Symbolbild) Foto: dpa

Seewald-Hochdorf - "Wenn wir nicht laut werden, tut sich nichts", so Ursula Mertzig-Stein im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Die Hochdorferin ist sauer. Nach wie vor gibt es im Ort Probleme mit Internet und Telefonie.

Gemeinsam mit einem Dutzend anderer Hochdorfer hat Ursula Mertzig-Stein ihrem Ärger während der Bürgerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung Luft gemacht. In Sachen Internet sei Hochdorf der am schlechtesten versorgte Ortsteil, schreibt sie in einer E-Mail an unsere Zeitung im Nachgang der Sitzung.

Notruf und Melkroboter – alles geht in die Knie

Der Ärger der Hochdorfer richtet sich demnach hauptsächlich gegen die Telekom. "Der Quasi-Monopolist legt den Haushalten nahe, auf IP-Telefonie umzusteigen oder ihre seit Generationen laufenden Verträge zu kündigen", so Mertzig-Stein. Die IP-Telefonie funktioniert allerdings mittels Internet – und das sei in Hochdorf dafür viel zu langsam. "Alternativen gibt es nicht, und die Telekom fühlt sich auch in keiner Weise verpflichtet, Telefon- und Internetleistungen flächendeckend anzubieten", schreibt Mertzig-Stein weiter.

Hubertus Kischkewitz, Pressesprecher der Telekom, meint zu dieser Kritik: "Die ganze Welt stellt auf IP um. Die Umstellung ist ein absolutes Muss." Nur auf dem einheitlichen Standard IP könnten künftig leistungsfähige Netze funktionieren und den Anforderungen der Zukunft gerecht werden.

In Hochdorf scheint das Netzt allerdings nicht mal den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden. Bei der Gemeinderatsitzung berichtete ein Bürger, dass er sich Sorgen mache, weil das Internet in seinem Haus so dürftig und auch kein stabiles Telefonnetz verfügbar sei. Im Notfall könnte so nicht mal ein Notruf abgesetzt werden. "Da war auch ein Mann von der Feuerwehr, dessen Position gefährdet ist, weil er seine Erreichbarkeit nicht garantieren kann", erinnert sich Mertzig-Stein. Auch der Melkroboter eines ortsansässigen Bauern mache Probleme wegen des IP-Signals.

Doch für dieses Problem will sich die Telekom nicht den schwarzen Peter zu schieben lassen: "Die gesamte Branche weiß seit vielen Jahren, dass weltweit auf IP umgestellt wird. Wer spezielle Maschinen nutzt, sollte von deren Herstellern längst auf das Thema IP hingewiesen worden sein", so Kischkewitz. Besitzer solcher Maschinen sollten sich an die Hersteller werden. Die Telekom habe nicht nur frühzeitig auf die IP-Umstellung hingewiesen. Anbieter spezieller Dienste und Produkte hätten auch die Möglichkeit, ihre Geräte in Laboren der Telekom auf ihre IP-Tauglichkeit zu testen.

Auch Privatkunden lasse man bei der Umstellung nicht alleine. "Kunden sollten sich unbedingt beraten lassen. Deshalb informieren wir die Kunden auch in einem vierstufigen Prozess lange vor der Umschaltung", erklärt Kischkewitz: "Nur in sehr wenigen Einzelfällen kann die IP-Umstellung dazu führen, dass wir Kunden aufgrund von langer Leitungslänge über Festnetz nur einen Telefonanschluss anbieten können." Diesen Kunden könne gegebenenfalls über Funk eine Lösung angeboten werden oder über die Kooperation mit einem Satellitenbetreiber. Auch darüber würden betroffene Kunden beraten.

Rate ist unbefriedigend

Auch im Rathaus ist die Situation der Hochdorfer ein Thema: "Die Internetrate in Hochdorf ist unbefriedigend", so Seewalds Bürgermeister Gerhard Müller auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Deshalb habe man bereits den Ausbau mit Glasfaser bis ins Haus beschlossen. Bis Ende nächsten Jahres könne man da mit Verbesserungen rechnen. "Wir bereiten momentan die Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten vor", erklärt Müller. Wegen der Probleme mit der Telekom sollen sich die Bürger laut Müller an die Bundesnetzagentur wenden: "Das muss aber jeder einzeln machen und seinen Fall genau darstellen." Seitens der Gemeinde gebe es leider keine andere Möglichkeit. Von der Telekom heißt es dazu: "Störungen bei Telefonie und Internet können viele netzunabhängige Störungen haben. Defekte Endgeräte beispielsweise. Deshalb bitten wir alle Kunden, sich unbedingt sofort an den Kundendienst zu wenden, wenn sie eine Störung haben."

Unter Internet-Telefonie oder IP-Telefonie (Internet Protokoll-Telefonie) versteht man das Telefonieren über Computernetzwerke, die nach Internet-Standards aufgebaut sind. Laut Telekom können über das IP-Netz künftig sämtliche Daten über einen einzigen Anschluss übertragen werden. Über diesen Anschluss laufen dann Telefonate, E-Mails, das Surfen im Internet und spezielle Fernsehangebote.

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