Im Dialog mit den Milchbauern der Region: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) auf dem Schaible-Hof in Hochdorf. Foto: Büro Fuchtel

Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel spricht mit Landwirten aus der Region.

Seewald-Hochdorf - Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (CDU) sprach auf dem Hof von Karl-Ulrich und Tanja Schaible in Hochdorf mit den Milchbauern der Region über deren Sorgen. Landwirt Norbert Mast aus Sommenhardt bei Calw legte dar, dass der derzeitige Milchpreis einfach nicht die Kosten decke. Er empfahl, vorübergehend Maßnahmen zur Mengenbegrenzung zu ergreifen.

Eine Rückkehr in Richtung Mengenbegrenzung werde in Europa nicht erreichbar sein, erwiderte Fuchtel. Allerdings habe die EU ein Krisenprogramm geschmiedet.

Im Kuhstall von Karl-Ulrich und Tanja Schaible lobte Fuchtel, mit welcher Überzeugung sich die Landwirte um das Wohl ihrer Tiere kümmerten.

Dass die Landwirte in seinem Wahlkreis mit 70 bis 120 Kühen lieber kleinere Betriebe führen, um eine artgerechtere Tierhaltung zu gewährleisten, sei unter den Aspekten des Tierschutzes zu begrüßen, verlange aber sehr hohe Anstrengungen, so der CDU-Politiker. Auch die Kleinparzellierung der Ackerflächen im Schwarzwald sei im Vergleich zu anderen Regionen ein Hemmschuh.

Gleichwohl dürfe man nicht verkennen, dass die Landwirtschaft im internationalen Wettbewerb stehe und einem Strukturwandel unterliege. Sowohl wirtschaftliche Entwicklungen in China wie auch das Embargo Russlands für Produkte aus Westeuropa würden dazu beigetragen, dass die Absatzmärkte für deutsche Milch aktuell eingeschränkt seien.

Die EU stelle angesichts der schwierigen Marktlage für Milch- und Fleischerzeuger 420 Millionen Euro als Liquiditätshilfe zur Verfügung, sagte Fuchtel. Es gebe aus diesem Topf höhere Beihilfen für die private Lagerhaltung von Magermilchpulver.

Die weiteren Aussichten für die Milchwirtschaft in Deutschland seien gar nicht so schlecht, sagte Fuchtel. Denn deutsche Bauern würden qualitativ hochwertige Produkte liefern und seien auf den internationalen Wettbewerb vorbereitet. Im ersten Halbjahr 2015 habe Deutschland mengenmäßig seine Ausfuhren von Milchprodukten in wichtigen Kategorien sogar gesteigert. Vor diesem Hintergrund dürften die Landwirte "den Kopf nicht in den Sand stecken."

Keine Hoffnung machte der Politiker allerdings, dass das Rad zur Milchquote zurückgedreht werden könnte, zumal die Landwirte ihrerseits vor Jahren die Aufhebung der Marktregulierung gefordert hätten.

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