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Seewald Feierliche Musik als Auftakt

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Pfarrer Benjamin Heeß bei seiner Begrüßung in der Hochdorfer Kirche. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Seewald-Hochdorf (bine). Die Kirche im Seewalder Ortsteil Hochdorf wurde 220 Jahre alt. Das wurde mit einem Festwochenende gefeiert. Los ging es mit einem feierlichen Bläserkonzert.

Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Jörg Michael Sander musizierte der Bezirksbläserchor des Evangelischen Jugendwerk in Württemberg. Ein abwechslungsreiches, schönes und zugleich feierliches Programm erwartete die zahlreichen Besucher.

Pfarrer Benjamin Heeß begrüßte die Gäste, Bezirkskantor Sander, zeigte sich angenehm überrascht über das schöne Interieur der kleinen Kirche. Er hatte ein buntes Programm aus verschiedenen Epochen zusammengestellt.

Den Auftakt machten vier feierliche Instrumentalstücke von Johann Christoph Pezel aus dem 17. Jahrhundert. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt das Kirchenlied "Was Gott tut, das ist wohlgetan" von Johann Pachelbel. Sander hat das Stück für Bläser arrangiert. Sie begleiteten mit ihrem schönen Spiel die Kirchenbesucher, die zum Mitsingen aufgefordert waren. Die neun Choralpartiten, also Variationen zwischen den einzelnen Strophen, spielte Sander an der Orgel.

Anschließend wurde es zeitgenössisch mit dem "Preludio VI" von dem aus Altensteig stammenden, 1971 geborenen Traugott Fünfgeld. Ein klangvolles, nicht übermäßig schweres Stück mit einer schönen und schwungvollen Melodie, das von den Bläsern gerne gespielt wird, so Sander.

Von Georg Friedrich Händel erklang die "Passacaglia" mit einer Klangfolge, die sich ständig über jeweils vier Takte wiederholte. Zum erneuten Mitsingen waren die Kirchenbesucher eingeladen bei dem Stück von Michael Schütz "Unfriede herrscht auf der Erde". Die Choralfantasie für Bläser über ein polnisches Friedenslied wurde in den 80er-Jahren gerne bei Friedensgottesdiensten gesungen.

Orgelstücke von Dieterich Buxtehude

Sander gönnte den Bläsern eine kurze Pause, in der er drei kleine Orgelstücke von Dieterich Buxtehude (1636 bis 1707) vortrug. Buxtehude galt als größter Organist seiner Zeit. Gespielt wurden eine Toccata und eine Canzonetta sowie eine spritzige Fuge. Dazu erzählte Sander, dass sich die Komponisten Buxtehude und Pachelbel, obwohl sie Zeitgenossen waren, nie persönlich kennenlernten, aber trotzdem gegenseitig sehr schätzten.

Passend zum Fest erklang mit dem "Walzer" aus der Jazz-Suite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch ein wunderschönes und gleichzeitig auch bekanntes Stück. Nach einem gemeinsamen Vaterunser spielten die Bläser von Thomas Riegler "Komm, Herr, segne uns" und zum Auszug "Extrade" von Reinhold Schelter.

Für Pfarrer Heeß war das Konzert ein gelungener Auftakt des Festwochenendes zum 220. Kirchengeburtstag. Die Kirche aus dem Jahr 1799 war zum Jubiläum frisch herausgeputzt worden.

Für den zweiten Tag der Feier hatte Kirchengemeinderat Michael Baitinger den Heimatforscher Dietmar Waidelich gebeten, über die Geschichte des Orts Hochdorf von der ersten urkundlichen Erwähnung um das Jahr 1130 herum bis in die heutige Zeit zu berichten.

Lange Zeit gab es zwei Bürgermeister

Vor gut gefüllten Kirchenbänken zeigte der Referent, der aus Simmerfeld stammt und gerade eine Heimatgeschichte seiner Gemeinde veröffentlicht hat, welche Bezüge zwischen Herrenberg und Hochdorf bestehen und wann die Besiedlung des nördlichen Schwarzwalds begonnen hatte.

Waidelich berichtete auch, dass Hochdorf lange Zeit zur Hälfte zum Chorherrenstift Herrenberg und zur anderen Hälfte nach Klostereichenbach gehörte, was dazu führte, dass man lange Zeit zwei Bürgermeister hatte – bei gut 200 Einwohnern. Waidelich empfahl den Besuchern, die Heimatforschung selbst in die Hand zu nehmen und noch viele interessante Schätze zu heben – von den Glasmacher­öfen über die Salbenhütte bis zum Inhalt der meterlangen Gerichtsakten über die Grenzstreitigkeiten.

Die Kirche von 1799 hatte wohl einen Vorläufer, der baufällig geworden war. Teilweise in Fronarbeit wurden die Materialien herangeschafft, darunter 163 Karren Flußsand aus der Nagold. Dass die Handwerkerleistungen auch ein Jahr nach Vollendung immer noch nicht voll bezahlt waren, konnte Michael Baitinger gut nachvollziehen. Auch heute sei die Kirche finanziell nicht so gut gepolstert.

Am dritten Tag hielt Pfarrer Benjamin Heeß einen Festgottesdienst zum 220. Kirchweihjubiläum. Danach gab es im und vor dem Festzelt Bewirtung. Die Hochdorfer und ihre zahlreichen Gäste ließen es sich schmecken. Außerdem traten an diesem Tag auch die Kinder der Trachten- und Volkstanzgruppe Seewald und der Männergesangverein Göttelfingen auf.

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