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Seewald Eltern sollen Kinder zur Schule bringen

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Die Busverbindung sei nicht notwendig, hieß es. Symbolbild: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Seewald. Im Ringen um eine Lösung für die neun Schulkinder aus Göttelfingen, Hochdorf und der Pfaffenstube, die Schulen in Altensteig besuchen, zeichnet sich nun zwei Möglichkeiten ab. Allerdings müssen die Eltern ihre Kinder ganz oder teilweise selbst zur Schule bringen.

Bereits im August hatte der Gemeinderat Seewald nach dem Wegfall der Buslinie  446 über mögliche Lösungen für die jeweils vier Kinder aus Göttelfingen und Hochdorf sowie einem Kind aus der Pfaffenstube diskutiert. In der Folge trafen sich Vertreter der Gemeinde Seewald, der Stadt Altensteig, der Landratsämter Freudenstadt und Calw und ein Busunternehmer zu einem klärenden Gespräch.

Das Ergebnis gab Bürgermeister Gerhard Müller dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung zur Kenntnis. Bei der Besprechung waren auch die Gemeinderäte Ursula Mertzig-Stein und Richard Koch dabei. Alle drei äußerten den Wunsch, die Buslinie  446, die seit den 1920er-Jahren besteht, weiter zu betreiben.

Der Vertreter des Landratsamts Calw teilte dabei mit, dass der Busunternehmer aufgrund der nahenden Insolvenz vom Betrieb der Linie entbunden wurde. Weil die Busverbindung ausschließlich von Schülern genutzt werde, handle es sich nach dem Verkehrskonzept um keine für den Landkreis Calw notwendige Buslinie, machte er deutlich.

Kosten von 23 000 Euro

Der Vertreter des Landratsamts Freudenstadt erklärte, dass der Landkreis Freudenstadt die Beförderung von Schülern in andere Landkreise grundsätzlich nicht finanziere. Der Busunternehmer erklärte indes, dass die Buslinie  446 mit so wenigen Schülern nicht eigenwirtschaftlich betrieben werden könne. Auch die Gemeinde Seewald lehnt eine Kostenübernahme der Schülerbeförderung nach Altensteig ab, weil sie über die Kreisumlage den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis mitfinanziere, es hinreichend Busverbindungen zu den Schulen in Freudenstadt gebe, und weil die Kostenübernahme Sache des Schulträgers – in diesem Fall die Stadt Altensteig – sei, so die Begründung.

Am Ende kamen zwei Vorschläge für die Eltern der Kinder heraus, sollten sie am Schulstandort Altensteig festhalten. Sie können ihre Kinder entweder mit Privatfahrzeugen nach Fünfbronn bringen, die von dort die Buslinie  420 nutzen, oder sie fahren ihre Kinder selbst zur Schule. In beiden Fällen wird eine Kostenerstattung in Aussicht gestellt. Im ersten Fall können die Eltern auf 232 Euro pro Kind und Jahr hoffen. Sollten sie ihr Kind, auch in Fahrgemeinschaften, zur Schule fahren, sind es 1200 Euro im Jahr. Sie müssen allerdings über den Schulträger, die Stadt Altensteig, einen entsprechenden Antrag auf Kostenerstattung ans Landratsamt Calw stellen.

Bürgermeister Müller erklärte in der Sitzung, dass sich Altensteig zwar verantwortlich für die Schüler fühle, die Stadt die Schülerbeförderung jedoch nicht selbst organisieren könne. Auch die Gemeinde Seewald könne dies bei Kosten von 23 000 Euro nicht.

Gemeinderat Richard Koch fand für die Entbindung des bisherigen Busunternehmens deutliche Worte: "Ich halte das für eine Kumpelei übelster Sorte." Auch für die Aussage des Landratsamts Freudenstadt, für die Linie gebe es keine verkehrsrechtliche Notwendigkeit, zeigte er keinerlei Verständnis, schließlich fahre man seit 60 Jahren die Kinder von Seewald in Altensteiger Schulen. Für ihn sei "die Sache noch nicht abgeschlossen", erklärte Koch.

Bereits nach der Besprechung, ließ der Bürgermeister wissen, habe Richard Koch einen Beschwerdebrief an das Regierungspräsidium Karlsruhe, mit der Bitte, in der Sache zu vermitteln, geschrieben.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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