Der Wald hat der Gemeinde Seewald ein Defizit eingebracht. Symbol-Foto: Michel Foto: Schwarzwälder Bote

Sitzung: Defizit liegt bei 51 000 Euro / Gründe sind niedrigerer Einschlag und hohe Fixkosten

Ein sattes Minus gab es im vergangenen Jahr im Gemeindewald Seewald. Fabian Kiefer und Stefan Krämer vom Kreisforstamt gingen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats auf das Ergebnis ein. Das Defizit beträgt 51 000 Euro.

Baiersbronn. Fabian Kiefer erläuterte in der Präsentation die Gründe für das schlechte Ergebnis im Jahr 2020. Aufgrund des geringen Holzeinschlags und der hohen Fixkosten, unter anderem für die eigenen Waldarbeiter, konnten die Erträge die Ausgaben nicht decken. "Insgesamt wurden gegenüber den geplanten 2693 Festmetern an Holz im Jahr 2020 nur 1289 Festmeter eingeschlagen", so Kiefer. Den Einnahmen von 131 553 Euro stünden Ausgaben in Höhe von 182 648 Euro gegenüber. Dies lag auch daran, dass der zum Jahresanfang beschlossene Kieferneinschlag aufgrund eines Sturmereignisses aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vorgenommen wurde.

Bürgermeister Gerhard Müller sprach von einem außerordentlich schlechten Ergebnis. In früheren Jahren wurde meist ein Überschuss von rund 60 000 Euro erwirtschaftet. Gemeinderat Jochen Bier (Vereinigter Seewald) wies auf die hohen Fixkosten für die eigenen Waldarbeiter hin. Büroleiter Stefan Krämer machte nochmals deutlich, dass hauptsächlich der geringe Einschlag und die damit verbundenen Mindereinnahmen das schlechte Ergebnis hervorgebracht hätten.

Einstimmig abgesegnet

Gemeinderat Richard Koch (VS) stellt fest, dass der Gemeinderat sich bewusst für einen geringeren Einschlag und damit für ein schlechteres Ergebnis ausgesprochen habe. "Wir haben den geplanten Jahreshieb aufgrund der schlechten Holzpreise nicht vorgenommen. Das war so vom Gemeinderat in Kauf genommen worden", erinnerte auch Bürgermeister Müller. Einstimmig segnete das Gremium die vorgelegten Zahlen ab.

Ebenfalls einstimmig beschlossen die Räte die Ausschreibungen für die Holzernte und das Rücken im Gemeindewald. Büroleiter Krämer erläuterte die Ausschreibungsmodalitäten und zeigte die Vorgehensweise auf. "Wir möchten die Ausschreibungen mit einer Laufzeit von einem Jahr vornehmen. Dann haben wir die Möglichkeit, nach einem Jahr nachzujustieren", so Krämer. Die Wahl solle vorwiegend auf bewährte und regionale Forstunternehmern fallen. Ebenso sollten diese optional zu den gleichen Bedingungen im betreuten Privatwald einsetzbar sein.

Richard Koch betonte, dass seiner Meinung nach auf eine Zertifizierung der Forstunternehmen kein Wert bei der Vergabe gelegt werden müsse. Er forderte, insbesondere darauf zu achten, dass keine Bodenschäden durch Rücke gassen entstehen sollten. "Die Vergabe an örtliche Unternehmen, die die Grenzen kennen, ist wichtig, sonst hat das für uns keinen Wert", erklärte Koch.

"Wir wollen in jedem Fall im engsten Umkreis ausschreiben. Aber die Gemeinde Seewald hat sich zertifizieren lassen. Daher brauchen wir zertifizierte Unternehmer", stellte Krämer klar.

Gemeinderat Martin Rebstock (VS) fragte nach Möglichkeiten, die Kapazitäten – zum Beispiel bei Sturmholz – kurzfristig zu erhöhen. "Wir haben schon breit ausgeschrieben. Ein Restrisiko bleibt immer im Sturmfall", sagte Stefan Krämer dazu.

Laut dem Beschluss des Gemeinderats ist nun die Verwaltung damit beauftragt, in Abstimmung mit dem Kreisforstamt die Aufträge nach Angebotseingang an die Forstunternehmen zu vergeben. Lediglich eine Information des Rats wurde gewünscht.

Zwischenrevision erfreulich

Erfreulich gestaltete sich die sogenannte Zwischenrevision der zehnjährigen Forsteinrichtung der Gemeinde Seewald. Fabian Kiefer informierte, dass keine Änderungen notwendig seien. Insgesamt habe sich der zuständige Gebietseinrichter zufrieden gezeigt, sodass zusammenfassend bescheinigt werden könne, dass der Gemeindewald Seewald nach fünf Jahren auf dem Stand der Forsteinrichtungsvorgaben sei. "Die Bewirtschaftung des Gemeindewalds erfolgt mit viel Engagement, fachlich fundiert und waldbaulich ambitioniert", hieß es in der Zwischenbilanz.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: