Sieben Teams der Rettungshundestaffeln stellten sich im Wald bei Besenfeld einer Prüfung. Foto: DRK Foto: Schwarzwälder-Bote

Sechs Teams der DRK-Rettungsstaffeln bestehen Prüfung im Wald bei Besenfeld / Tiere dürfen Hilfesuchende im Ernstfall nicht berühren

Kreis Freudenstadt. Still liegt sie da und wartet darauf, gefunden zu werden. Nur noch wenige Minuten, und Rettungshund Amigo beginnt zu bellen. Er hat die sogenannte Versteckperson bei einer Prüfung im Besenfelder Waldgebiet gefunden.

Die Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbands Freudenstadt stellte genauso wie der Kreisverband Calw und der Kreisverband Sigmaringen seine Hundeführer und Hunde auf die Probe. Sieben Teams traten an, um sich den Anforderungen zu stellen. "Egal, welches Wetter aufzieht, wir sind einsatzbereit", weiß Andreas Stollmayer vom Kreisverband Freudenstadt. Als Prüfungsleiter kennt er das 100 Meter lange und 300 Meter breite Waldgebiet, in dem sich zwei Personen versteckt haben. Doch bevor die Teams sich auf die Suche nach den "Verunglückten" machen, steht die Theorie-Prüfung für die Hundeführer an. Aus einem Katalog von 300 Fragen müssen sie 25 richtig beantworten, um zu bestehen. Im praktischen Teil wird das Hunde-Verhalten getestet.

Für Ute Weiss, Hundeführerin von Amigo, ist das kein Problem, denn das Team ist schon seit vielen Jahren dabei und gut eingespielt. "Amigo" findet eine versteckte Person, die sich im Umkreis von 30 Metern befindet, ohne Probleme, bellt und hält die Regeln ein. Diese besagen, dass er die vermeintlich Hilfesuchende nicht berühren darf. Doch für die Profihunde scheint das nur eine Zusatzaufgabe vor der großen Herausforderung zu sein. Mit Bravour bestehen sie ihren Praxis-Teil und treten zur Gehorsamkeitsprüfung an.

"Da sich der Rettungshund selbst ja auch bei einer Suchaktion verletzten kann, übt man bei dieser Aufgabe, wie er dann reagiert", erklärt Stollmayer. Heute werden die Hunde getragen, und sie nehmen es gelassen. Zwar ist jeder Hundeführer im Kreisverband Freudenstadt Eigentümer seines Hundes, doch der Hund ist nicht nur mit seinem Herrchen unterwegs. Die Tiere sind so geschult, dass sie auch mit anderen Hundeführern kooperieren.

Seine Qualifikationen beweist Amigo auch bei der Suchaktion im Waldgebiet. Mit Frauchen Ute Weiss durchkämmt er in U-Form den Wald und schlägt an: Die zu suchende Person wird nach nur zehn Minuten gefunden. Schnell reagiert Ute Weiss, verständigt die Leitstelle per Funk und leitet Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Anschließend wird das restliche Waldstück durchkämmt, dann steht die Bewertung durch die Prüfer an. Amigo hat mit einer hohen Punktezahl bestanden, was Ute Weiss freut: "Da ist man schon sehr stolz auf seinen Hund. Er ist einfach super."

Die Bilanz ist insgesamt erfreulich: Sechs von sieben gestarteten Teams, darunter zwei Neuprüflinge, haben die Prüfung bei Besenfeld bestanden und dürfen weiterhin bei Einsätzen ausrücken, um Menschenleben zu retten.