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Seewald Depressionen treffen Frauen deutlich häufiger

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Klaus Rademacher. Er ist Leiter des Geriatrischen Schwerpunktes und Ethikberatung am Kreiskrankenhaus Freudenstadt. Foto: Schwarzwälder Bote

Seewald-Besenfeld. Depressionen haben viele Ursachen. Über Gründe und Therapiemöglichkeiten sprach der Arzt Klaus Rademacher in der Seewaldhalle in Besenfeld.

Veranstalterin des Vortragsabends war die Außenstelle der Kreisvolkshochschule Freudenstadt. Rademachers Thema: "Wenn das Leben zur Last wird – Depression (besonders im Alter)". Der Mediziner ist Leiter des Geriatrischen Schwerpunktes und Ethikberatung am Kreiskrankenhaus Freudenstadt.

Von Depressionen sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer, so Rademacher. Die Krankheit könne aber schon Kinder und Jugendliche treffen. Oft werde darüber aus Schamgefühl nicht gesprochen, da sie als Makel empfunden werde. Dabei erkrankt statistisch gesehen jeder vierte Mensch in Deutschland an Depression.

Als Auslöser nannte Rademacher schlechte Erlebnisse in der Kindheit, Stress, Abhängigkeit von Alkohol, Tabletten, Medikamente oder Drogen. Wenn bei diffusen körperlichen Beschwerden, Krankheiten wie zum Beispiel Schilddrüsenstörungen, Leber- oder Nierenleiden oder auch Tumore ausgeschlossen werden können, dann sei bei Angst- und Panikattacken, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen von einer Depression auszugehen. Diese kann einmalig oder wiederholt auftreten. Eine Diagnose sei nicht ganz einfach, könne jedoch vom Arzt durch gezieltes Nachfragen und die Übereinstimmung von zwei Haupt- und zwei Nebenkriterien in einem Test festgestellt werden. Eine Depression sei gut heilbar durch die Einbeziehung des sozialen Umfelds, der Behandlung eventuell vorhandener körperlicher Krankheiten und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

Krankheit ist gut heilbar

Bei einer leichten bis mittelschweren Depression sei eine Psychotherapie immer vorzuziehen, obwohl sie lange dauere und die Wartezeit bei den Therapeuten lange seien. Schneller helfen Antidepressiva, die entgegen der landläufigen Meinung nicht abhängig machten, allerdings Nebenwirkungen hätten. Ideal sei eine Kombination aus Therapie und Medikamenten sowie ergänzenden Hilfen wie Entspannungs-, Bewegungs-, Ergo- und Kunsttherapien.

Da die Suizidgefahr bei starken Depressionen nicht ausgeschlossen werden könne, sei eine stationäre Aufnahme im Falle von Vereinsamung oder bei Suchtkranken notwendig. Auch die Angehörigen eines erkrankten Menschen benötigen Hilfe. Wichtig sei vor allem, dass sie "die Therapie unterstützen, Mitgefühl zeigen und den Patienten nicht entmündigen". Der offene Umgang mit den eigenen Gefühlen und ein strukturierter Tagesablauf schützten laut Klaus Rademacher vor einem Zerbrechen an der Krankheit.

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