Sandra Boser informierte sich über die Lage in Seelbach bei (von links) Bürgermeister Thomas Schäfer sowie den Fraktionsvertretern Josef Schwörer, Albert Himmelsbach und Wolfgang Himmelsbach. Foto: Büro Boser

Seelbachs Bürgermeister Thomas Schäfer hat den Gemeindebesuch von Staatssekretärin Sandra Boser (Grüne) dazu genutzt, um auf die Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Es fehle an Wohnraum.

Seelbach – Bürgermeister Schäfer gleich kam nach der Begrüßung der Landtagsabgeordneten gleich auf den für ihn aktuellsten Punkt zu sprechen: Die Unterbringung von Flüchtlingen. "Wir sind sehr engagiert, um alle Geflüchteten unterzubringen. Es ist aber eine große Herausforderung, genügend Wohnraum bereitzustellen".

Die Gemeinde habe 47 Flüchtlinge untergebracht, darüber hinaus seien 58 ukrainische Flüchtlinge in Seelbach privat untergekommen. Doch das werde nicht reichen, warnte Schäfer: "Wir rechnen mit zunehmenden Zahlen im Winter und fürchten Obdachlosigkeit." Deshalb habe man eine Kommission gegründet, die nach passenden Immobilien sucht. "Ich wünsche mir hierbei finanzielle Unterstützung vom Land", betonte Schäfer.

Kommission zur Suche nach Wohnraum

Boser berichtete zu den Maßnahmen des Landes: "Wir gehen ebenfalls davon aus, dass die Zahlen weiter steigen. Darum haben wir Plätze in den Erstaufnahmestellen erweitert. Bereits im Juli konnten wir gemeinsam eine Kostenaufteilung zwischen Land und Kommunen beschließen, wir brauchen hier aber auch die Unterstützung des Bundes." Das Land habe zudem ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem Wohnraum gefördert wird.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel sei es aber auch eine Chance, durch gute Integrationsarbeit Fachkräfte zu gewinnen. "Kommunen und Land müssen jetzt für Zusammenhalt einstehen und an einem Strang ziehen", warb Boser für Optimismus in der Flüchtlingsfrage.

Schulbaumaßnahmen geplant

Schäfer berichtete auch über geplante Schulbaumaßnahmen in Seelbach. Zurzeit laufe mit einer europaweiten Ausschreibung die Planersuche für den Erweiterungsbau der Sekundarstufe Realschule/Werkrealschule und für die Sanierung mit Umbau der Grundschule – auch für die Schulkindbetreuung. Im städtebaulichen Sanierungsgebiet steht für die energetische Sanierung des 40 Jahre alten Bürgerhauses ein gleiches Verfahren an. "Hier ein Dank an das Land, das die Mittel für das Landessanierungsprogramm bereitgestellt hat", so der Rathauschef.

Boser zeigte sich erfreut: "Hier in Seelbach ist die Umsetzung des Landessanierungsprogramms mit der Sanierung der Ortsmitte optimal gelaufen. Vielen Dank für Ihren Einsatz und viel Erfolg bei den geplanten Vorhaben."

Förderprogramme des Landes

Mit dabei bei der Runde mit Boser waren die Fraktionsvertreter Albert Himmelsbach (FBL), Josef Schwörer (CDU) und Wolfgang Himmelsbach (SPD). Zum Punkt "Förderprogramme des Landes" informierte Albert Himmelsbach die Landtagsabgeordnete über die Herausforderungen bei der Planung von Hofzufahrten zu Höfen im Außenbereich mit Mitteln aus dem Schwarzwaldverfahren.

Ein weiteres Thema bei Bosers Gemeindebesuch war die Biotopverbundplanung der Gemeinde, von der sich Schäfer eine positive Wirkung für Natur und Bürger verspricht. Dazu erklärte der Bürgermeister: "Der Naturschutz ist uns wichtig. Die Planungen für den Biotopverbund sind im vollen Gange. Wir können hier in Seelbach eine Vorreiterrolle einnehmen, wie der Biotopverbund im Schwarzwald erfolgreich umgesetzt werden kann."

Biotopverbund

Seelbach hat als erste Gemeinde im Ortenaukreis bereits 2020 einer Biotopverbundplanung zugestimmt. Als Biotope, die Lebensräume für Tiere und Pflanzen sind, zählen etwa Streuobstwiesen, Teiche oder Wälder. Baden-Württemberg möchte mit dem Verbundplan Biotope vernetzen, um den genetischen Austausch zu gewährleisten. Die Erarbeitung des Plans für Seelbach durch ein Planungsbüro soll auf vielen Schultern ruhen: Neben der Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden werden Umweltschützer, Land- und Forstwirte beteiligt.