Tennis ist seine Leidenschaft: Karl-Heinz Schäfer aus Seelbach Foto: /Wendling

Karl-Heinz Schäfer aus Seelbach ist auch im reifen Alter noch deutschlandweit für den Tennissport unterwegs. Mit unserer Redaktion hat er über seine Erfolge gesprochen – und wie er sich fit hält.

Ein deutsche Meister im Tennis kommt aus Seelbach. In der Altersklasse 80 sicherte sich Karl-Heinz Schäfer bei den deutschen Meisterschaften in Ingelheim den Titel. Im Finale gewann er zum wiederholten Mal gegen Dauerkonkurrent Eckhard Kärcher (Mainz), der Nummer zwei der deutschen Tennis-Rangliste Männer 80. „Ich bin wohl so etwas wie ein Angstgegner für ihn“, erzählt Schäfer lachend. Bereits im März war Schäfer deutscher Hallenmeister in Essen geworden, auch da gewann er im Halbfinale gegen Kärcher, der vor Schäfer den Titel des deutschen Hallenmeisters innehatte.

 

Für den Tennissport in die Türkei und nach Kroatien

Schäfer hat eine lange Liste an Titeln vorzuweisen, auch weil er stets bereit war, lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. 2016 wurde er im österreichischen Seefeld sogar Europameister im Doppel ab 70. Sein Partner damals war Peter Balke. Auf seinen Tennisreisen hat es Schäfer bis nach Kroatien und in die Türkei verschlagen.

Im Tennis-Alltag steht Schäfer beim TC Rot-Weiß 69 Karlsdorf im Landkreis Karlsruhe in Lohn und Brot. Er fährt pro Spieltag hin und zurück 260 Kilometer mit dem Auto. Dafür spielt er in der Regionalliga Süd-West – „höchste Spielklasse“, weiß Schäfer zu berichten. Außerdem kämen die Mannschaftskollegen teilweise noch von weiter weg, „einer kommt aus Österreich und einer reist sogar mit dem Flugzeug zu den Spieltagen, aus Barcelona,“ berichtet der Seelbacher.

In jüngeren Jahren war Schäfer leidenschaftlicher Fußballspieler. Anfang der 1970er-Jahre spielte er zwei Jahre lang beim Lahrer FV in der ersten Amateur-Liga; damals waren nur die beiden Bundesligen höherklassig.

Zum Tennis kam Schäfer relativ spät, erst mit 32 stand er zum ersten Mal auf dem Tennisplatz. „Schuld“ war seine Frau Ingrid. Die hatte in der damaligen Kaserne der Kanadier Gefallen an dem Sport gefunden. Als sie ihren Mann überreden wollte, mitzukommen, antwortete dieser: „Das isch doch än Schissdreck“. Er ging trotzdem mit und ist seitdem mit Feuereifer dabei.

Jeden Morgen läuft er siebeneinhalb Kilometer

Auch seine Kinder spielen erfolgreich Tennis. Sohn Jürgen hat dieses Jahr das Pfingstturnier in Bühl bei den Männern 55 gewonnen, während der Vater bei den Männern 80 abräumte. „Vater und Sohn gewinnen beim gleichen Turnier“, erzählt Schäfer stolz.

Wie hält er sich im Alter so fit? „Erstmal habe ich auch meine Blessuren“, schränkt Schäfer ein. Aber dann erzählt er, dass er jeden Morgen laufen gehe, bei jedem Wetter. Siebeneinhalb Kilometer, von seinem Haus bis zum Kuhbacher Rückhaltebecken und wieder zurück. Dreimal die Woche trainiert er in Seelbach auf dem Tennisplatz. „Das reicht.“

Schäfer ist dankbar, immer noch regelmäßig auf dem Platz stehen zu können. Er weiß, dass es schnell vorbei sein kann mit dem Tennis-Sport im Alter, das sehe er immer wieder bei Turnieren: „Neue kommen, alte gehen, das geht manchmal ganz schnell“, erzählt der Seelbacher. Grund, ans Aufhören zu denken, gibt es momentan allerdings nicht. In Seelbach trainiere er stets mit Spielern, die bis zu 15 Jahre jünger sind als er. „Die haben Angst vor ihm“, wirft seine Frau ein und lacht.