Tauchlehrer Johannes Waschpusch zeigt Vanessa, Meike und Luanda bei der ersten Einheit "Schnorcheln", wie die Maske richtig aufgesetzt wird. Foto: Baublies

Freizeit: Kinder erlernen im Seelbacher Familienbad das Tauchen.

Seelbach - Im Seelbacher Familienbad haben Kinder und Jugendliche die Welt unter Wasser erkundet. Die Kurse der Tauchschule Waschpusch gehören seit Jahren zum Ferienangebot der Gemeinde.

 

Pauken vor dem Gang unter Wasser 

Luana, Meike, beide acht Jahre alt, und die zwei Jahre ältere Schwester Vanessa sind bei "Flipper 1" die Jüngsten. Sie haben, wie die anderen acht Teilnehmer, vor dem Gang unter Wasser erst einmal gepaukt. Auch wenn am ersten von zwei Abenden von "Flipper 1" nur Schnorcheln angesagt war, gibt es Regeln, die die Laien und die Profis benötigen, um unter Wasser kommunizieren zu können.

Denn Sprechen geht nicht, was auch an Schnorchel oder Mundstück der Pressluftflasche liegt. Davon abgesehen, ist die Übertragung von Schallwellen unter Wasser zwar möglich, aber die menschliche Stimme versteht dort unten niemand.

Nur durch den Mund, nicht durch die Nase

Am ersten Abend sind immer ein Lehrer und drei Schüler zusammen im Becken. Die drei Mädchen sind zwar darauf vorbereitet, dass unter Wasser – egal ob mit Sauerstoffflasche oder Schnorchel – nur durch den Mund geatmet wird. Da es sich für die jungem Damen auch nicht geziemt, in die Taucherbrille zu spucken, taucht das Trio die Maske – wie es richtig heißt – einmal ins Wasser.

Das hilft, dass die Sicht besser ist. Wer nicht durch die Nase ausatmet, der behält unter der Oberfläche den Überblick. Wer durch die Nase ausatmet verliert den Überblick, die Maske beschlägt. Dann geht es los: Anhand der Blasen ist zu erkennen, dass alle ihre Atemtechnik beherrschen.

Am zweiten Tag des Kurses wird es ernst

Am zweiten Abend, ebenfalls nach einer weiteren Theorieeinheit, sind Luana, Meike und Vanessa als erste dran, mit Flaschen zu tauchen. Beim Tauchgang im Nichtschwimmerbecken werden die drei Mädchen von drei Lehrern begleitet – der Betreuungsschlüssel ist eins zu eins.

Neben Johannes Waschpusch kümmern sich Achim Meier und Daniel Heitzmann um je eine Schülerin. Der Rest der Gruppe findet weiter Interesse am Schnorcheln, bis jeder eine Weile richtig getaucht ist.

Die Flossen im Wasser überzustreifen haben alle drei Mädchen bereits am Abend vorher gelernt. Das geht also schnell. Ebenso, dass die Maske richtig sitzt. Etwas komplizierter ist es mit dem Mundstück. Aber dann geben die drei Mädchen auch hier das Signal "o.k".

Tauchen in die Tiefe nicht so leicht

Vanessa und ihre Begleiter sind schnell unter Wasser verschwunden und tauchen auch erst wieder auf, als die anderen Teilnehmer an der Reihe sind. Bei Luanda und Meike ist das nicht ganz so einfach. Eine der beiden bleibt zwar unter Wasser, aber sie taucht nicht in die Tiefe. Ihr Begleiter hält das Kind – welche es ist, ist anhand des Neoprenanzugs, einem Haarschopf und der "Rückenflosse" (Tauchflasche) nicht zu erkennen – an der "Flosse" fest.

Beide tauchen zusammen einmal quer durch das Nichtschwimmerbecken und das Schwimmerbecken. Das gelingt, also geht es auf demselben Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die andere Achtjährige geht ebenfalls mit Begleitung am Rand des Schwimmerbeckens auf dem Grund, findet das offensichtlich sehr spannend und taucht langsam wieder auf. Auch das fordert eine Zugabe.

Sorgen der Mutter unbegründet

Die Mütter sehen am Rande zu. Die Kinder haben die Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold bei der Tauchschule hier im Familienbad abgelegt. Das ist beruhigend. Da aber Vanessa einfach abgetaucht bleibt, geht ihre Mutter dann doch einmal nachsehen. Kein Grund zur Besorgnis: Die Zehnjährige ist mit ihrem Lehrer auf dem Grund des Springerbeckens unterwegs.

Nach dem ersten Tauchgang sind sich Luanda, Meike und Vanessa einig: "Gut" und "Klasse" sei es gewesen. Und weiter: "Es war so schön – ich möchte überhaupt nicht aufhören zu tauchen – darf ich den ›Flipper 2‹ noch machen?" Das würde gehen: Die Voraussetzung für eine Anmeldung beim Fortgeschrittenkurs "Flipper 2" in 14 Tagen ist die Teilnahme an "Flipper 1".