Heiko Föll (links, im Zweikampf mit dem Zimmerner Marius Helmke) möchte mit dem SV Seedorf im Derby nicht leer ausgehen. Foto: Holger Rohde

Wenn der SV Seedorf am Samstag den SV Zimmern empfängt, sind die Gäste als Tabellenführer klarer Favorit. Die Hausherren haben sich dennoch viel vorgenommen.

SV Seedorf – SV Zimmern (Samstag, 14 Uhr, Kunstrasen Lausbühl, Vorrunde: 0:1). Im letzten Spiel vor der Winterpause ist der Tabellenführer am Nikolaustag beim SVS gefordert. Die Hausherren sind mittlerweile in die Abstiegszone gerutscht und brauchen jeden Punkt.

 

Auf dem Papier ist der Tabellenführer beim Relegationsplatz-Gastgeber in der Favoritenrolle. Doch beide Seiten wissen, dass Derbys immer ihre eigenen Gesetzte und ein Momentum entwickeln können, welches unvorhersehbar ist.

Seedorfs Trainer Emanuele Ingrao wartet seit vier Begegnungen auf einen Sieg, es gab nur zwei Dreier aus den vergangenen zehn Partien. Den letzten Sieg gab es am 18. Oktober in Albstadt (3:0). Inzwischen rutschte sein Team mit 17 Zählern auf den 13. Rang – der Kampf um den Klassenerhalt hat längst bekommen. Zuletzt lobte Ingrao den kämpferischen Einsatz und Willen seines Teams, den er gegen Zimmern als Voraussetzung sieht, damit es etwas Zählbares geben kann.

SV Seedorf plagen große Personalsorgen

Personell erwischte es den erst wiedergenesenen Ex-Zimmerner Harut Arutunjan (Rücken) in Ergenzingen, als er erneut angeschlagen vom Feld musste. Yannik Schädle ist noch nicht bei 100 Prozent. Mit Kapitän Timmy Haag und Linus Haag gibt es aktuell nur zwei Spieler, die alle Partien absolviert haben. Viele Ausfälle wie von Marvin Roth, Laurin Huss, Kevin Hasimovic, David Benne, Tim Hauger verringerten die fußballerischen und taktischen Alternativen.

Zimmerns Trainer Marc Genter ist derweil guter Dinge vor dem Derby: „Wir freuen uns auf das Spiel. Auf Seedorf sind wir gut vorbereitet, wir wissen, was uns taktisch und körperlich mit den vielen Zweikämpfen erwarten wird. Thematisch haben wir uns gut eingestellt. Da wird von den Spielern sehr viel Wille und Charakter gefragt sein, damit wir unsere eigene Spielidee auf den Platz bringen und durchsetzten können. Seedorf wird alles reinhauen.“

Personell steht ein ein „breiter Kader zur Verfügung. Da können wir fast aus dem Vollen schöpfen. Nur Abwehrspieler Leon Kücking und Stürmer Jason Davitian werden aus privaten Gründen fehlen. David Tamer indes ist nach seiner Verletzung wieder ins Training eingestiegen“, zeigt der SVZ-Coach auf.

Ingrao sieht Zimmern als klaren Favoriten

Sein Gegenüber schiebt dem Gegner die Favoritenrolle zu. „Zimmern ist klarer Favorit. Die spielen aktuell eine super Saison und sie stehen zurecht ganz oben. Dennoch werden wir nicht einfach nur zusehen. Für uns ist diese Saison sehr schwer, geprägt von vielen Ausfällen (ob Urlaub, Arbeit, Krank oder Verletzungen). Aber wer mich kennt weiß, dass ich nie aufgebe. Und diese Mentalität haben auch meine Jungs. Die letzten Einheiten waren sehr hart. Die Jungs ziehen jedes Training komplett mit. Jeder weiß, um was es geht. Für Samstag sind wir heiß und möchten positiv in die Winterpause gehen“, so Ingrao. Denn das Wiederholungsspiel gegen den SSC Tübingen steigt erst im neuen Jahr (11. März).

Ein besonderes Schmankerl gibt es unterdessen beim SV Zimmern auch noch im Jugendbereich am Samstag um 13 Uhr: Da erwartet das Team von Trainer Almir Smakovic im WFV-Verbandspokal-Achtelfinale die Stuttgarter Kickers II.