Die gemeinsame Kaffeepause zwischen den Öffnungszeiten ist ihnen wichtig. Ein Teil des Teams von Hand in Hand (von links): Helga Vollweiter, Birgit Wörz, Doris Frank, Ingrid Heilmann-Ball und Vera. Foto: Gegenheimer

Der Verein Hand in Hand betreibt mit ehrenamtlichen Mitarbeitern einen Second-Hand-Laden in Dobel. Hier werden Sachspenden verkauft und der Erlös zur Armutsbekämpfung und als mildtätige Hilfe verwendet.

Dobel - Babystrampler, Halsketten, Kochbücher, Ölgemälde, Bügeleisen, Knöpfe, Krawatten, Pfannen, Weihnachtsdeko, Strohhüte, Glasfigürchen, Gesellschaftsspiele, Rollatoren oder Plüschtiere: Es gibt fast nichts, was es nicht gibt im Second-Hand-Laden des Vereins Hand in Hand. Dies seit mittlerweile fast 14 Jahren. Vor rund sechs Wochen haben sie nach längerer Corona- und Krankheitspause wiedereröffnet.

Doris Frank, Birgit Wörz und ihr Team, aus dem einige von Beginn an dabei sind, sind ihrem Motto treu geblieben: Annahme von Spenden und Abgabe zu günstigen Preisen. Das hört sich einfach an, hat aber durchaus aufwendige Zwischenschritte: Bereits bei der Annahme gibt es Kriterien; sperrige Gegenstände aus Haushaltsauflösungen können beispielsweise nicht genommen werden. Denn das Gebäude hinter der katholischen Kirche, von dieser auch angemietet, platzt schon aus allen Nähten.

Elektrogeräte werden geprüft

Frank zeigt das "Magazin": "Hier nehmen wir Dinge an. Elektrogeräte werden im nächsten Schritt von einem Teammitglied auf Funktionsfähigkeit geprüft." Jeder Helfer hat seinen Bereich. Vera aus Waldbronn nennt etwa Handarbeitsmaterial samt Knöpfen als Spezialgebiet, sortiert diese in Kästchen und Schubladen. Wörz kümmert sich mit viel Liebe um die Kinderkleidung und hat ein Händchen dafür, hartnäckige Flecken aus Babystramplern herauszubekommen, bevor sie nach Größe sortiert fein säuberlich aufgereiht werden: "Eine junge Mutter hat schon einmal ihre komplette Erstausstattung bei uns gekauft!"

Die Auswahl ist groß

Die Auswahl ist groß. So auch beim Geschirr, wo Goldrandservice mit funktionalen Töpfen konkurrieren – und alles ansprechend dekoriert ist. "Das mache ich einfach gern", gesteht Wörz und berichtet, dass sowohl vor einigen Jahren Flüchtlinge aus Syrien als auch jetzt solche aus der Ukraine immer wieder Haushaltsgegenstände zu besonders günstigen Preisen erwerben können. Der Laden ist schließlich nicht auf Gewinn aus. Neben Bedürftigen, erzählt Vera, gebe es durchaus immer wieder Schnäppchenjäger. Das betont auch Ingrid Heilmann-Ball, deren Reich das Bücher- und Bilderzimmer ist: "Selbst bei Originalgemälden müssen wir uns auf die Fairness der Käufer verlassen. Mancher kennt sich mit Werten besser aus als wir." Zugleich freut sie sich über leerer gewordene Regale bei aktuellen Krimis und Romanen vom letzten Öffnungstag. Da wird gleich für Nachschub gesorgt.

Freude über Wiedereröffnung

Ball freut sich wie die Kolleginnen und Kollegen über die Wiedereröffnung. An der Kasse, sagt sie, kommt man oft noch ins gute Gespräch. Der Austausch ist allen wichtig. So entstehen langjährige Kontakte wie die zu Edeltraud und Rainer Wessinger und Günter Reiling, die über ihren Förderverein für die Bücherei in Bilfingen seit Jahren jene Bücher in Dobel abholen, die Ball aussortiert, weil nicht mehr verkäuflich. "Wir stellen noch ins Internet, veranstalten Flohmärkte", erzählt Wessinger und stapelt Klappkorb um Klappkorb an diesem Dienstagvormittag. Der, als Tag nach dem wöchentlichen Öffnungstag, ist immer gefüllt mit Nacharbeiten. Helga Vollweiter öffnet angekommene Taschen und verpackt zugleich wieder Dinge in Bananenkisten. Eine gefragte "Währung", diese Kisten, beschreibt Vera, denn da hinein lässt sich alles Mögliche kompakt und sicher verpacken. Großteils für den Hilfsdienst für Notleidende, mit dem sie über den Langenalber Karl-Heinz Weber seit Jahren gut vernetzt sind und für dessen Transporte nach Osteuropa immer wieder Lieferungen zusammenstellen. Mit Dingen, die im Laden schlecht verkäuflich sind, oder solchen, die anderswo gerade dringend gebraucht werden. Jetzt beispielsweise in der Ukraine. In Straubenhardt gibt es auch mit Ingrid Schäfer und dem Ottenhäuser Café im Alten Pfarrhaus eine verlässliche Abnehmerin gerade für Geschirr. "Wir konnten ihr sogar eine Küchenausstattung vermitteln", berichten die Hand in Hand-Damen stolz.

Leuchtende Augen

Frank freut sich derweil über einige neu hereingekommene Kinderspielsachen. Da leuchten ihre Augen, wird sie selbst wieder zum Kind. Sie richtet her, testet und drapiert in Regalen. Alle ehrenamtlichen Helferinnen freuen sich über die zahlreichen Sachspenden, betonen aber: "Wir wünschen uns auch mehr Käufer, die hier ganz spezielle Kleinigkeiten entdecken können, die es anderswo nicht (mehr) gibt." Dass die Menschen, die etwas Spezielles suchen, immer mal an ihrem Laden denken. "Wir alle haben heute einfach viel zu viel", stellt Wörz fest mit Blick auf die vielen gut erhaltenen Dekoartikel und Vasen, die doch zu Ladenhütern werden.

Erlös wird gespendet

Der Erlös aus Verkäufen wird nämlich – nach Abzug von Fixkosten – für gute Zwecke gespendet. An Menschen in der unmittelbaren Umgebung, die kurzfristig in einer Notlage sind, oder auch irgendwohin in der Welt, wo Unterstützung gebraucht wird. Getreu ihrem Motto "Gemeinsam handeln, gemeinsam Gutes bewirken." Öffnungszeiten sind montags von 9.30 Uhr bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr in der Oberen Bergstraße 26.