Der Hospizladen ist umgezogen. Am Samstag fand die Einweihung an der neuen Adresse statt: im Milchhüsli in Stetten, wo früher der Weltladen war.
Seit 15 Jahren betreibt der Förderkreis Hospiz den Laden, in dem ein ehrenamtliches Frauenteam höherwertige Damenmode und Kinderkleidung, Schuhe und Schmuck Second Hand verkauft. Der Erlös kommt dem Hospiz am Buck zugute.
Die Einrichtung versteht sich als Ort, an dem schwerstkranke und sterbende Menschen liebevolle Zuwendung und qualifizierte Pflege erfahren, um ihr Leben bis zuletzt in Würde zu leben. Auch Angehörige sind willkommen. Das Hospiz nimmt Menschen aus dem Raum Lörrach, Waldshut und Müllheim sowie aus der benachbarten Schweiz auf.
Ära Weltladen endet
Nach 15 Jahren ist der Hospizladen nun von der Hauptstraße in Stetten in größere Räume im „Milchhüsli“ am zentralen Kirchplatz gezogen. An Ostern schloss der „Weltladen“ seine Türen, den die „Aktion dritte Welt“ über 40 Jahre lang am selben Ort betrieben hatte. „Am Samstag, 31. Mai, endet im Alten Rathaus Stetten die Ära des Weltladens. Die neue Partnerschaft zwischen Bürgerstiftung und Hospizladen beginnt.“ So beschrieb die Stiftungsvorsitzende Ute Lusche bei einem Glas Sekt den Wechsel.
Die Bürgerstiftung ist Eigentümerin des Alten Rathauses Stetten, zu dem auch die Ladenräume in der früheren Milchsammelstelle, dem „Milchhüsli“, gehören.
Die Bürgerstiftung unterstütze Organisationen, die sich für andere Menschen einsetzen, sagte Ute Lusche. Daher habe man die Räume dem Hospizladen zu einer moderaten Miete überlassen, führte sie aus. Aus dem Geschwister-Riehle-Fonds, den die Bürgerstiftung verwaltet, erhält der Laden zudem eine Spende zum Umzug und in Zukunft einen 50-prozentigen Zuschuss zur Miete. Außerdem übernahm die Bürgerstiftung Renovierung und Umbau der Räume.
Entstanden sind helle Räume, in denen die Kleidung nun großzügig präsentiert werden kann. Während der Einweihung am Samstag sahen sich bereits ein paar Kundinnen um. Alle Besucher wurden mit einem Glas Sekt empfangen.
Wertvolle Einnahmequelle
Die Einnahmen aus dem Kleiderladen sind für das Hospiz am Buck sehr wertvoll, weil sie dazu beitragen, das jährliche Defizit von fünf Prozent zu decken. Um zu verhindern, dass Hospize kommerziell betrieben werden, dürfen Kranken- und Pflegekassen maximal 95 Prozent der Kosten übernehmen. Das Hospiz am Buck wird daher von der Hospizstiftung und dem Förderkreis unterstützt.
Die Erlöse aus dem Laden seien für den Förderkreis eine regelmäßige und daher wertvolle Einnahmequelle. Sie machten neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden rund ein Drittel aus, erklärte der Vorsitzende Klauspeter Huck unserer Zeitung. Der Förderkreis finanziert außerdem besondere Angebote, die zur Lebensqualität der Hospizgäste beitragen: die Koordination der ehrenamtlichen Helfer, die die Gäste und bei Bedarf auch Angehörige begleiten und unterstützen. Der Förderkreis finanziere Angebote wie Musiktherapie oder helfe, Wünsche der Gäste zu erfüllen, erzählte Huck: Ein Gast habe sich zum Beispiel eine Rundfahrt durch den Schwarzwald gewünscht.
Ladenleiterin Andrea Berwanger und alle anderen Beteiligten dankten dem Team von 25 Frauen, das den Hospizladen seit 15 Jahren ehrenamtlich am Laufen hält. Für die Zukunft hoffe man auf noch mehr Kunden, weil der Laden am neuen Standort besser sichtbar sei.
Hospizladen: gut erhaltene Secondhandkleidung für Frauen und Kinder, Rathausgasse 6, Lörrach-Stetten. Öffnungszeiten: Mittwoch 9-13 Uhr, Donnerstag 14-18 Uhr, Freitag 10-18 Uhr, Samstag 10-13 Uhr. www.foerderkreis-hospiz-am-buck.de