Die Künstler freuen sich, dass ihre Werke im Dörlinbacher Rathaus weiterhin zu sehen sein werden. Foto: Wilhelm Billharz

Überraschung in Dörlinbach: Sechs Künstler werden noch bis Juli ihre Arbeiten zeigen. Die geplante Finissage am 6. Februar wird kurzerhand in eine Vernissage umgewandelt.

So proppenvoll hatte man das Rathaus wohl noch nie gesehen: Rund 150 Menschen strömten im Februar 2025 zu Beginn des Jubiläumsjahrs in die Gemeindezentrale, um bei der Vernissage die Werke von sechs Künstlern zu bestaunen. Auch die Midissage im Juli, bei der die Werke getauscht wurden, kam gut an. Am 6. Februar sollte eigentlich Schluss sein – das Jubiläumsjahr ist ja auch vorbei. Doch weil das Format der Ausstellung so erfolgreich war, wird es weitergeführt, geben Künstler und Gemeinde nun bekannt.

 

„Wir wollten Künstlern im Ort eine Plattform bieten, ihre Werke zu zeigen. Das hatten wir so in Schuttertal noch nicht“, blickt Manuela Ketterer, persönliche Mitarbeiterin des Bürgermeisters, auf den Anfang zurück. Jedoch: „Wir hatten keine Ahnung, wie das angenommen wird“. Die Antwort: sehr gut. „Wir sind bei der Vernissage förmlich überrannt worden“, erinnert sich Ketterer.

Im Anschluss seien einige Dörlinbacher, die die Veranstaltung verpasst hatten, extra ins Rathaus gekommen, um die Bilder zu begutachten. Regelmäßig hätten Besucher zudem die Mappen mit den Künstlerprofilen, ihren Kontaktdaten und den Bildbeschreibungen mitgenommen, immer wieder hat Ketterer mitbekommen, wie Bilder abgehängt wurden, weil jemand sie offensichtlich gekauft hat. Kurzum: „Die Ausstellung war für alle Beteiligten ein Erfolg“, resümiert sie.

Rathaus-Mitarbeiter haben Freude an Bildern

Auch für die Rathaus-Mitarbeiter sei es eine Freude gewesen, beim Gang ins Büro die Werke immer wieder betrachten zu können. „Mir war gar nicht bewusst, dass die Bandbreite der Künstler so groß ist“, befindet Ketterer – und hat auch eine Anekdote parat: Klaus A. Burth, einer der Künstler, hatte nach der Midissage Selbstporträts als Pappaufsteller im Foyer platziert. „Die waren so lebensecht, dass einige Mitarbeiter erstaunt waren, wer da jetzt im Foyer ist“, berichtet Ketterer lachend.

Auch die Künstler „waren völlig geplättet“ vom Interesse, berichtet Burth im Gespräch mit unserer Redaktion. Er zieht ein grundlegend positives Fazit der Ausstellung: „Ich fand es schön, wie gut wir uns verstanden haben, obwohl wir so unterschiedlich sind“, beschreibt er die Dynamik der Gruppe, in der drei Altersgenerationen aufeinandertreffen. Sehr gefreut hat ihn, dass Menschen auch teilweise von weiter her kamen, um die Werke zu begutachten. Seine Mitstreiter hätten auch finanziell profitiert, da sie tatsächlich einige ihre Bilder verkauft haben.

Klaus A. Burth: „Für jeden war etwas dabei“

Burth denkt, dass die Ausstellung so gut ankam, weil „für jeden etwas dabei“ gewesen sei. „Die Bilder haben das Gefühl vermittelt: Das sind wir auf dem Dorf.“ Burth freut sich sehr, dass nun nicht wieder Schwarz-Weiß-Porträts früherer Bürgermeister aufgehangen werden, sondern die Ausstellung weitergeht.

Die Vernissage, bei der alle sechs Künstler anwesend sein werden, beginnt am Freitag, 6. Februar, um 19 Uhr. Die Ausstellung ist zudem zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zu bewundern. Diese sind Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Mittwoch zusätzlich von 16 bis 19 Uhr. Ab Juli 2026 soll die Ausstellung in ein dauerhaftes Ausstellungsformat im Rathaus umgewandelt. Einzelheiten werden noch bekanntgegeben.

Die sechs Künstler

Jule Ohnemus
steht stellvertretend für junge engagierte Menschen aus Dörlinbach. Die Malerin liebt die weite Welt, Kultur und Kunst.

Wilhelm Billharz
steht für „feine Fotografie“. Landschaften, Porträts, Hochzeitsbilder und mehr – Billharz liefere überzeugende Bilder seiner Heimat.

Johannes „Hans“ Busch
erschafft Arbeiten von Tuschezeichnungen über Ölgemälde bis hin zur Fassadenmalerei. Mit der Restaurierung alter Figuren und Statuen hat er sich weit über das Schuttertal hinaus einen Namen gemacht.

Birgitta Grimm
, als ausgebildete Malerin und Lackiererin profitiere sie von technischem Können und Farbverständnis. Das Jubiläumslogo wurde von ihr entworfen und auch andere Ideen brachte sie ins Jubiläumsjahr ein.

Wolfgang Schätzle
, „Journalist im Unruhestand“, gilt als Jäger und Archivar von Dörlinbacher Geschichten. Zusammen mit Florian Ketterer stellt er sie in Bild, Ton, Video und Text kostenlos zur Verfügung.

Klaus A. Burth
hat an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Karlsruhe Malerei und Grafik studiert. Er ist selbstständiger Künstler und steht für Gemälde „von Miniatur bis Monumental“.