Die Vorsorge im „Mammobil“ hat Ursula Ehrnberg das Leben gerettet. Aktuell steht die rollende Praxis in Balingen. Foto: Thiercy

70.000 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Brustkrebs. 16.000 bösartige Tumore werden pro Jahr im Screeningprogramm diagnostiziert. Eine, deren Krebs im „Mammobil“ entdeckt wurde, ist Ursula Ehrnberg aus Balingen.

„Geht zur Vorsorge!“ Der Appell von Ursula Ehrnberg ist vehement.

 

Die 60-jährige Balingerin wurde vor vier Jahren – wie in diesen Wochen alle Frauen ab 50 Jahren im Landkreis – ins „Mammobil“ eingeladen. In dieser rollenden Röntgenpraxis, die derzeit auf dem Freibad-Parkplatz Station macht, wurde bei ihr im März 2019 eine Mikrokalk-Ablagerung entdeckt.

„Das Leben ist heute ein anderes.“

Ob sie selbst etwas ertastet hat? „Nein.“ Die Veränderung war mikroklein.

Zwei Jahre zuvor war bei Ursula Ehrnberg eine Kalkablagerung auf dem Röntgenbild zu sehen. Davon erfuhr sie aber nichts, denn harmlose Befunde werden laut der Zentralen Stelle des Screening-Programms in Berlin nicht mitgeteilt. Gleichwohl werden die Daten gespeichert, um sie später vergleichen zu können.

Genau so war es bei Ursula Ehrnberg: Aus dem „Nichts“ war ein Knoten geworden. Sie ging in die Klinik nach Tübingen und erfuhr, dass sie Krebs hat. „Weil das so super früh erkannt wurde, bin ich gut durchgekommen.“ Sie hat keine Chemotherapie gebraucht. Gleichwohl sagt sie: „Das Leben nach dem Krebs ist ein anderes.“

Sie hat nach der Heilung eine neue Mission

Es geht ihr gut, sagt Ehrnberg. Eben „anders gut“ als vor der Diagnose und mit einer Mission, die sie vor vier Jahren noch nicht hatte. Egal, wen sie trifft, sie weist auf die Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchungen hin.

Manche Frauen hätten Angst vor Schmerzen, wenn das Gewebe für die Aufnahmen zwischen zwei Platten gequetscht wird. Doch Ehrnberg sagt, das dürfe kein Grund sein, nicht zur Untersuchung zu gehen. Hätte sie geschwänzt, wäre sie heute vielleicht nicht mehr für ihren Mann und die Katzen da.

Übrigens erhalten laut Mammographie-Screening-Programm 970 von 1000 Frauen einen negativen Befund. Ein Prozent der Brustkrebsfälle betrifft nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft Männer.

Weitere Informationen

Programm
 Das Mammographie-Screening-Programm wird getragen von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Kosten
 Es ist freiwillig und kostenlos für die Patientinnen.  

Vorgehen
 Bei der Untersuchung werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht und anschließend von mindestens zwei Fachärzten begutachtet.

Wartezeit
 Spätestens nach sieben Tagen Wartezeit soll der Befund der Untersuchung vorliegen.  

Verantwortliche
 Die programmverantwortlichen Ärzte für Balingen sind Martin Majer und Ute Krainick-Strobel von der Praxis für Brustdiagnostik Tübingen.