Laura Volpi und Adnreas Fath bewältigten die Streckein etwas mehr als sechs Stunden. Foto: privat

Andreas Fath ist für die Schwimm-Abteilung des Haslacher Turnvereins beim Ultra-Oceanman über 25 Kilometer in Sizilien angetreten. Nach sechs Stunden und 21 Minuten stieg er als Erster aus dem offenen Meer. Beste Schwimmerin war nur ein bisschen langsamer. Und er hat bereits ein neues Projekt im Visier.

Als schwimmender Professor ist Andreas Fath weithin bekannt, sauberes Wasser und die Vermeidung von Mikroplastik sind seine Mission. Vom Oceanman in Sizilien schwärmte er nach der Rückkehr: „Die Reise im Wasser war ein absoluter Traum.“ Das Salzwasser trage anders als die bisher durchquerten Flüsse oder im Schwimmbad, das Meer sei in Blautönen und Wellengang sehr abwechslungsreich und außerdem habe er viele Fische gesehen. Leider habe er auch eine schmerzhafte Quallen-Begegnung gehabt.

Bis es so weit war, galt es allerdings einige Unannehmlichkeiten hinter sich zu bringen. Denn eigentlich hätte das Rennen morgens um 7 Uhr starten sollen. Andreas Fath hatte sich mit der Erfahrung aus den langen Fluss-Strecken zuvor Bananen und zwei Flaschen Wasser besorgt. Er sei der Meinung gewesen, dass er vom Begleitboot aus versorgt werde, was sich dann aber als äußerst schwierig erwies. Der Bootslenker habe ausschließlich Italienisch gesprochen, womit eine Kommunikation kaum möglich war. Mit einer deutlichen Verspätung begann das Rennen dann um 8.14 Uhr mit 28 Einzelstartern. Jeder Teilnehmer musste eine Boje an sich tragen und wurde von einem Boot begleitet. Und dann ging es auf einer Strecke von 25 Kilometern an der sizilianischen Küste entlang.

Relativ bald setzte sich Andreas Fath an die Spitze. Mit Laura Volpi habe er sich dann ein kontrolliertes Rennen geliefert. Im Rückblick bilanziert er: „Nach sechs Stunden Schwimmen merkst du die Arbeit.“ Doch der Sieg entschädigte am Ende für die Anstrengung. Auf die Frage, wie er zu dem Ultra-Oceanman gekommen sei, erklärte Andreas Fath seine Funktion als Markenbotschafter der Firma Arena. Diese würde beispielsweise aus den guten Teilen alter Neopren-Anzüge neue Laptop-Hüllen, Taschen oder Mäppchen herstellen und auch der Kunststoff aus dem Meer werde recycelt.

Ein neues Großprojekt hat Andreas Fath auch schon im Visier. Nach den olympischen Spielen in Paris ist in den Ferien des kommenden Jahres die Durchquerung der Elbe geplant. Vom möglichen Startpunkt in Tschechien bis zur Mündung in der Nordsee werden etwas mehr als 1000 Kilometer vor Andreas Fath liegen.

Auf die Frage, warum er sich erneut den Strapazen aussetzen will, antwortet er: „Ich suche mir die Flüsse nicht aus, die Flüsse kommen zu mir.“ So habe der Nationalpark Sächsische Schweiz ein Umweltprojekt starten wollen, an dem über Faths Organisation „H2Org“ hinaus 15 Partner im Boot sein werden. Wenn nach den Aktionen wie beim Tennessee-River das Pfand-System eingeführt wird oder Clean-Up-Aktionen starten, sei das alle Mühe wert.

Am Rande der fünfwöchigen Reise entlang der Elbe soll es wieder Wissen-Werkstätten, Escape-Spiele und viele Infos rund um sauberes Wasser geben. Die Strömung werde größer sein, als im Tennessee-River, aber sicher nicht so stark wie im Rhein, schätzt Fath. Als amtierende Weltmeisterin im Freiwasser-Schwimmen habe Leonie Beck ihre Teilnahme bereits zugesagt. Einzig die Finanzierung ist noch offen. Für die geplanten fünf Wochen rechnet Fath mit Kosten in Höhe von etwa 100 000 Euro, von denen erst ein kleiner Teil finanziert ist.

Die Vision

Andreas Fath hat die Vision eines Bildungsschiffes, um auf dem Wasser etwas über das Wasser lernen zu können. Zukunftsorientiert mit Wasserstoff betrieben, könnte es von Hafen zu Hafen unterwegs sein – oder irgendwo längere Zeit ankern. Wissens-Werkstätten sollen auf dem Schiff angeboten, die Forschung vorangetrieben und Vorträge gehalten werden.