Bei bestem Wetter tummeln sich die Schwimmer im Klosterweiher in St. Georgen. Foto: Anna-Sophie Zepf

Die Badesaison im Naturfreibad ist seit Längerem vorbei und es geht ab ins St. Georgener Hallenbad. Doch hinter dem Badevergnügen stecken aufwendige Maßnahmen und hohe Kosten.

Die Badesaison hat schon vor einiger Zeit vom Naturfreibad Klosterweiher ins Hallenbad in St. Georgen gewechselt. Doch was für viele Badegäste einfach nur einen entspannten Badetag darstellt, bedeutet für die Stadt jährlich beträchtliche finanzielle Belastungen und organisatorische Herausforderungen.

 

Die Entschlammungsmaßnahmen im Naturfreibad Klosterweiher haben sich bedeutend länger hingezogen als ursprünglich angenommen. Das lag unter anderem daran, dass Sprengmunition aus dem Zweiten Weltkrieg im Weiher gefunden wurde. Letztendlich habe die Aktion zweieinhalb Jahre gedauert, erklärt die Leiterin des Stadtmarketings Tabea Epting.

Die verschwundene Kirchenglocke der evangelischen Kirche, die vor geraumer Zeit mutmaßlich in den Weiher gefallen sein soll, wurde im Gegensatz zu den Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg allerdings nicht gefunden, fügt der Schwimmmeister des Naturfreibads Sven Konopke scherzend hinzu.

Badegäste und auch der Weiher profitieren von den Entschlammungsmaßnahmen, indem hohe Wassertemperaturen vermieden werden und somit vor allem das Wachstum der giftigen Blaualge verringert wird.

Deutlich verbesserte Wasserqualität

Auch die Wasserqualität habe sich deutlich verbessert, meint der langjährige Schwimmmeister. Das zeige sich unter anderem an einem vermehrten Aufkommen von Insekten wie den Wasserläufern.

Da die Entschlammungsaktion nun in der Vergangenheit liegt, steht künftigen erfolgreichen Badesaisons nichts mehr im Wege, freut sich Konopke.

In den Hintergrund treten jedoch die erheblichen Kosten, die sowohl für das Naturfreibad Klosterweiher, das Hallenbad als auch für die Entschlammung entstanden sind.

Besonders die Entschlammungsmaßnahme schlug mit mehreren Millionen Euro zu Buche. Auch die Bevölkerung habe sich an der Finanzierung beteiligt und leistete mit Spenden in Höhe von rund 150 000 Euro einen wichtigen Beitrag, so Epting.

Doch es sei der Stadt wichtig, den Gästen und Einheimischen das Naturfreibad zur Verfügung zu stellen, erläutert sie. Und das, obwohl das Freibad pro Saison Betriebskosten von etwa 300 000 Euro verursache, das Hallenbad sogar noch viel mehr – rund eine Million.

Steigende Energiekosten und Personalmangel

Die Energiekosten steigen überall – auch in den Bädern. Um zumindest einen kleinen Teil der Kosten aufzufangen, wurde der Eintrittspreis im Naturfreibad in diesem Jahr auf 5,50 Euro erhöht. Aber „nur zehn Prozent der Betriebskosten werden durch die Eintrittsgelder abgedeckt“, meint sie.

Die Bäder seien aber ein Luxus, den sich die Stadt St. Georgen leisten möchte, meint Epting. Da der Badespaß auch von den Bürgern geschätzt und gewünscht werde, werde der Erhalt der Bäder beibehalten. Zuspruch findet sie bei dieser Aussage von Schwimmmeister Konopke: Er sei stolz, dass die Stadt die Bäder offenhalte.