Badkap in Albstadt (Archivfoto) Foto: Gern

Am kommenden Donnerstag, 29. Mai, beginnt im Albstädter Erlebnisbad Badkap die Freibadsaison – allerdings bis auf Weiteres ohne Freibadtarif. Was ist der Grund?

Seit 2013 bietet das Badkap Eintrittskarten nur für den Außenbereich und das Freischwimmbecken an – der Eintritt ist etwa halb so teuer wie der für das gesamte Bad; das Angebot erfreut sich großer Beliebtheit.

 

In diesem Jahr aber sucht man es vergeblich auf der Preisliste. Wieso?

Der Grund heißt Badkap-Hotel. Nördlich des Bads gähnt die Baugrube – und auf der Liegewiese südlich des Bads häuft sich der Abraum: Dort liegen und sich bräunen kann fürs Erste niemand. Das Freibecken kann zwar genutzt werden, und für ein paar Liegestühle bleibt ringsherum auch noch Platz – aber ein Freibad, keine Frage, sieht anders aus.

Die Geschäftsführung des Badkap hat deshalb verfügt, dass, wenn kein vollgültiges Außenbadeerlebnis möglich ist, kein gesondertes Preisangebot gemacht werden sollte.

Badkap: Freibadtarif passé

Das bedeutet freilich, dass dem Badegast die Wahl zwischen allem und nichts bleibt: Entweder zahlt er den vollen Eintritt, in dem der Badespaß im Wellenbad, unter der Erlebnisdusche, unterm Wasserpilz, im Relaxbecken und im Dampfbad inbegriffen ist – oder er sucht sich ein anderes Freibad mit intakter Liegewiese.

Angesichts der Preise wird sich so mancher gut überlegen, was er tut, und sich gegebenenfalls für Variante zwei entscheiden. An einem regulären Werktag zahlen Erwachsene 21, ermäßigt Eintrittsberechtigte 19 und Jugendliche 16 Euro. Der an Sonn- und Feiertag ist jeweils einen Euro teurer, der Vierstundeneintritt jeweils zwei Euro billiger. Kein Pappenstiel.

Warum lässt man nicht den Badegast entscheiden?

Aber könnte man es nicht einfach dem Badegast überlassen, ob er sich zum üblichen Außentarif – er betrug im vergangenen Sommer acht Euro, wäre in diesem vermutlich auf neun gestiegen – mit einem stark reduzierten Platzangebot und Badeerlebnis begnügen möchte? Mancher kommt ja tatsächlich wegen des Wassers.

Ungern, sagt Badkap-Geschäftsführer Marcus Eichstädt: Erfahrungsgemäß sei der Publikumsandrang besonders am Wochenende beträchtlich und würde, wenn man an der Sonderregelung für Freibadfreunde festhielte, die verbliebenen Außenkapazitäten überfordern.

Das wäre dann aber gerade für diejenigen Badegäste ärgerlich, die von weither kämen, das volle Angebot wählten und dieses dann indirekt auf ein halbes reduziert sähen, weil alle sich im Rest-Außenbereich drängten und kein Platz mehr bleibe. So etwas wolle man vermeiden.

Badkap: Vielleicht ist die Wiese ja im August wieder frei

Im Übrigen aber, so Eichstädt, werde die Bedrängnis im Außenbereich nicht von Dauer sein. Wenn alles nach Plan laufe, dann werde der Abraum alsbald abgetragen werden, entweder um einen Teil der Baugrube wieder zu verfüllen oder im südlichen Außenbereich das Gelände zu arrondieren – der Rest wandere auf die Erddeponie.

Danach werde Rasen eingesät, und wenn der gut anwachse, dann käme eine Öffnung in den Sommerferien vielleicht in Betracht. Wenn – versprochen wird nichts!