Nicht nur Eis und Schnee werden für die kongolesischen Marienschwestern eine Herausforderung sein.
Anfang April werden Schwester Denise und Schwester Judith aus dem Marienorden der Diözese Matadi in der Demokratischen Republik Kongo in Eutingen im Gäu erwartet. Dies berichtet der Verein Pflegebrücke Matadi in einer Mitteilung.
Die beiden Ordensschwestern beginnen in Eutingen ihre Ausbildung in der Kranken- und Altenpflege und engagieren sich zugleich in Pflege und Seelsorge. Für die akademisch ausgebildeten Frauen, die im Kongo im Schuldienst und in der Diözese tätig waren, bedeutet der Schritt nach Deutschland einen tiefgreifenden Neuanfang. Sie verlassen ihre Heimat, ihre Sprache und ihr vertrautes Umfeld und treten ein in eine Kultur, deren Alltag ihnen bislang fremd ist.
Die Sprache erlernen und an das Klima gewöhnen
Neben dem intensiven Erlernen der deutschen Sprache müssen sie sich auch an ein Klima gewöhnen, das einen starken Kontrast zu ihrer Heimat bildet: Temperaturen von über 30 Grad sind ihnen vertraut - Schnee, Eis und winterliche Kälte hingegen Neuland.
Sicher wird es ganz praktisch noch manches warme Kleidungsstück brauchen, um hier anzukommen. Danach beginnen Ausbildung und Dienst in der Pflege. Dieser mutige Schritt verdient großen Respekt. Möglich wurde ihr Einsatz durch die gewachsene Freundschaft zwischen Eutingen im Gäu und Matadi. Aus dieser Partnerschaft ist ein besonderer Dienst entstanden: Schwestern des Marienordens helfen in Deutschland mit, dem zunehmenden Pflegenotstand zu begegnen.
Dieser Austausch ist keine Einbahnstraße, sondern lebt von gegenseitigem Lernen, Vertrauen und Solidarität. In persönlich ausgetauschten Mails beschreiben Schwester Denise und Schwester Judith nicht nur ihre Vorfreude, sondern auch ihre Unsicherheiten angesichts des Neuen. Sie erzählen von ihren Hobbys – von Gartenarbeit, Fußball, ihrer Liebe zu Tieren und lassen spüren, wie viel Menschliches sie mitbringen.
Diese Einblicke machen deutlich: hier kommen keine Fremden, sondern Menschen mit Hoffnungen, Fragen und einem offenen Herzen. Die Gemeinde Eutingen ist eingeladen, ihnen mit derselben Offenheit zu begegnen und ihnen einen Ort des Willkommenseins zu schenken. Getragen wird das Projekt vom Verein Pflegebrücke Matadi. Informationen zur Arbeit des Vereins sowie Möglichkeiten zur Unterstützung finden sich unter www.pflegebruecke-matadi.de.
Kurz-Infos zum Verein Pflegebrücke Matadi
Ziel des Vereins Pflegebrücke Matadi, ist es, die Voraussetzung zu schaffen, dass Marienschwestern aus Matadi bei uns zu Pflegefachkräften ausgebildet werden können, um häusliche Pflege und Seelsorge in Eutingen im Gäu auch in Zukunft zu sichern.