Auch das neue Feuerwehrhaus wurde mit ELR-Mitteln bezuschusst. (Archivfoto) Foto: Sannert

Dem Gemeinderat Pfalzgrafenweiler wurde der Evaluierungsbericht zur Förderung als ELR-Schwerpunktgemeinde vorgelegt. Das Fazit fällt positiv aus: In den fünf Jahren hat sich im Kernort und den Ortsteilen einiges getan.

In den Jahren 2018 bis 2022 wurde Pfalzgrafenweiler aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert. Nach Abschluss dieses Förderzeitraums erstellte Annabelle Töpler von der Bauverwaltung einen 35-seitigen Evaluierungsbericht, wofür Bürgermeister Dieter Bischoff seiner Mitarbeiterin dankte. Der Gemeinderat billigte jetzt diesen Bericht, der dem Regierungspräsidium übermittelt wird, einstimmig.

 

Nach Abschluss sämtlicher Maßnahmen aus dem genannten Zeitraum enthält der Evaluierungsbericht die mit der Aufnahme als Schwerpunktgemeinde definierten Ziele samt ihrem Zielerreichungsgrad.

Zunächst wurden Pfalzgrafenweiler zwei Millionen Euro an Fördermitteln zugesichert, die mindestens zu 50 Prozent in den Förderschwerpunkt Wohnen zu investieren seien. Insgesamt wurde die Gemeinde dann im Zeitraum 2018 bis 2022 mit mehr als 2,6 Millionen Euro gefördert.

Schwerpunkt Wohnen

Davon flossen rund 1,4 Millionen in den Förderschwerpunkt Wohnen, wodurch die geforderte Quote erfüllt wurde. Insgesamt konnten 65 Wohneinheiten über das ELR neu geschaffen oder durch umfassende Modernisierung nutzbar gemacht werden.

Im Kernort wurden 19 Maßnahmen in Höhe von fast 659 000 Euro gefördert, davon 17 Wohnbaumaßnahmen und solche zur attraktiveren Ortsgestaltung. Beispiele sind der Neubau des Feuerwehrgebäudes, der Generationenplatz und der Neubau des Jugendraums.

In Bösingen waren es vier kommunale und sechs private Projekte mit einem Fördervolumen von mehr als 406 000 Euro. Die Ziegelstraße und die Haiterbacher Straße wurden neu gestaltet, die Backöfen im Backhaus saniert, und das Rathaus erhielt einen barrierefreien Zugang.

Rathäuser umgebaut

In Durrweiler wurden sieben Wohnprojekte sowie der Umbau des Rathauses zu einer Gemeinschaftseinrichtung mit mehr als 590 000 Euro gefördert. In Edelweiler wurde der Umbau des Schulhauses mit rund 288 000 Euro bezuschusst. In Herzogsweiler erhielten zehn private Projekte 356 000 Euro Fördermittel.

Kälberbronn erhielt für die Sanierung, den Umbau und den Anbau ans Rathaus 241 000 Euro, und in ein privates Wohnprojekt flossen 17 700 Euro Zuschuss. In Neu-Nuifra gab es keine kommunalen Maßnahmen, der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses wurde bereits 2016 mit ELR-Mitteln bezuschusst.

Rück- und ausblickend, so heißt es im Evaluierungsbericht, konnten viele Wünsche der Bürger teils durch ELR erfüllt und die Gesamtgemeinde deutlich aufgewertet sowie weiterentwickelt werden. Auch was die Breitbandversorgung angeht, ist die Gemeinde in den vergangenen Jahren weit vorangekommen.

Neuer Anlauf für Dorfplatz

Undurchsichtig und schwierig nachvollziehbar, so heißt es weiter, seien für die Bürger die Entscheidungen nach Abgabe der Anträge zu den Förderprogrammen gewesen, weshalb mehr Transparenz gewünscht worden wäre.

Auch wurden nicht alle Programmvorschläge aus dem Bürgercafé zur Schwerpunktgemeinde erfüllt, insbesondere die Überplanung des Marktplatzes. In Herzogsweiler soll der bisher zwei Mal abgelehnte Nachrücker-Antrag für die Dorfplatzgestaltung 2025 erneut gestellt werden.