Ortsvorsteher Mario Kamphoff und sein Vize Alexander Geckle zeigen, wie schlimm Rexingen unter dem Schwerlastverkehr leidet.
Wie durch ein Wunder ist bisher nichts passiert, sagt Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff. Er hat mit seinem Vize Alexander Geckle vor dem Rathaus zum Presserundgang eingeladen. Um zu zeigen, wie sehr Rexingen durch die Umleitung für die Baustelle der Hochbrücke Horb unter dem Schwerlastverkehr und den Autos leidet.
Kampfhoff zeigt auf seinem Handy das Foto des Fußwegs vor dem Rathaus. Geckle: „Das haben wir im April vor einer Ortschaftsratssitzung gemacht.“ Zu sehen auf dem Foto: Die Reifenspur eines Lkw zieht sich quer über den Fußweg. Kamphoff: „Das hat uns erschreckt. Was wäre, wenn hier ein Kind langgegangen wäre? Wir haben dann die Verkehrsbehörden gebeten, sogenannte Bischofsmützen zu installieren, um die Fußgänger zu schützen.“
Die kamen dann auch kurze Zeit später. Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff zeigt auf den Boden – direkt am Rathaus-Eingang: „Insgesamt vier sind schon kaputt gefahren worden. Die wurden sogar mit den Befestigungsschrauben aus ihrer Position am Bordsteinrand gerissen. Obwohl die eigentlich so konstruiert sind, dass nur das rot-weiße Schildteil abfallen sollte.“
Plötzlich kommt ein Sattelschlepper ums Eck. Er holt weit aus, Bremsen quietschen. Kamphoff: „Weil die Kurve so eng ist, ist der Autofahrer von oben jetzt voll in die Eisen gegangen. Sonst wäre es zum Zusammenstoß gekommen.“
Geckle: „Die engen Straßen und Kurven – da gibt es immer wieder kurze Staus, weil zwei Lkw nicht mehr aneinander vorbeikommen. Erst vorhin. Weil die Bürgersteige bei uns so flach sind, ist es leicht für den Schwerverkehr, den Platz dort zu nutzen.“
Wir gehen bergauf. Sehen dann – kurz vor dem Dreikönigs-Hofladen – links die Bushaltestelle. Auf dem Bürgersteig sind die weißen Fußstapfen fasst schon verblasst, die die Kinder hier über die Straße leiten sollen. Deutlich zu erkennen dagegen ist eine frische Reifenspur eines Lkw auf dem Gehweg.
Weiter oben gibt es einen Zebrastreifen. Kamphoff: „Die Autos und Lkw haben dort gar nicht angehalten, sondern sind von oben einfach durchgefahren! Deshalb haben wir durch den Bauhof auch noch Blinklichter installieren lassen, damit hier nichts passiert.“
Wie zum Beweis: Als Kamphoff kurz vor dem Zebrastreifen steht, kommt ein Sattelschlepper von oben. Der fährt einfach weiter über den Zebrastreifen. Dann begegnen sich hier der nächste Sattelschlepper und ein Bau-Lkw. Vorsichtig lotsen sie sich direkt am Zebrastreifen aneinander vorbei. Dann kommt von unten kommt ein BMW und zieht einfach den Augstbaum hoch – trotz „Anlieger frei“-Verkehrszeichen.
Geckle: „Das machen die, um den Kurz-Stau der Lkw zu umfahren. Inzwischen fahren viele genervte Autofahrer von oben auch in die Bergstraße rein – obwohl auch hier Anlieger frei gilt. Das ist besonders gefährlich, weil es hier in den engen Gassen und Kurven teilweise kaum Fußwege zu den Häusern gibt. Dazu ist das der Schulweg durchs Dorf; hier gehen die Kinder in unsere Grundschule.“
Der Vize-Ortsvorsteher ergänzt: „Ich wohne hier oben. Durch die lange Ortsdurchfahrt, die engen Kurven und die Tallage ist der Lärm durch den Schwerlastverkehr und die Autos besonders unangenehm. Morgens um 5 Uhr geht es los.“
Es geht wieder bergab. An der Grundschule ist extra eine Engstelle eingerichtet. Dazu gibt es zwei Geschwindigkeitstafeln. Von oben kommt ein Baulaster, von unten der Schulbus. Vize-Ortsvorsteher Alexander Geckle: „Die sehen uns wohl. Sonst wären sie über den gepflasterten Seitenstreifen gefahren. Das haben wir hier oft beobachtet. Auch gefährlich für die Schulkinder, weil das der Weg zum Metzger gegenüber ist.“
Dann sind wir am Neubau der ehemaligen Gaststätte Sonne angelangt. Hier gibt es immerhin eine Fußgängerampel. Ortsvorsteher Kamphoff drückt den Knopf. Geckle: „Weißt du noch, dass der Drückknopf zuerst Richtung Straße montiert war? Da standen die Schulkinder direkt an der Straße!“
Hinter dem Rohbau der Sonne bergab ist die Straße relativ flach und übersichtlich. Ortsvorsteher Kampfhoff: „Ich nenne diesen Abschnitt die Rallyestrecke. Hier bremst keiner, sondern es wird oft Gas gegeben. Nicht nur die Anwohner, die auf einer Terrasse an der Straße sitzen, haben da oft ein mulmiges Gefühl, wenn die Sattelschlepper bergab fahren oder die Autos rasen.“
Geckle: „Hinter der Kurve wurde durch die Tafeln die Geschwindigkeit der Autos bis zum Ortsausgang gemessen. Der schlimmste Fall: Ein Auto war doppelt so schnell wie die damals erlaubten Tempo 50.“
Das wollen die Ortsvorsteher erreichen
Fazit: Mit nüchternen Worten und Fakten schildern Ortsvorsteher Mario Kamphoff und sein Vize die Auswirkungen, die die Umleitung des Schwerverkehrs über Rexingen durch die Rauschbart-Vollsperrung hat. Was wollen sie erreichen? Kamphoff: „Jetzt ist Einschulung. Wir hoffen, dass wir die letzte Phase der Umleitung über Rexingen weiter ohne Unfall überleben. Wir wollten die Situation einfach mal live der Öffentlichkeit zeigen. Wir hoffen, dass die Verkehrsbehörden und das Regierungspräsidium uns zuhört und die nächste Rauschbart-Vollsperrung für Rexingen nicht so schlimme Auswirkungen hat.“
Haben sie Vorschläge? Geckle: „Natürlich würden mehr Geschwindigkeitskontrollen etwas bringen. Aber Horb hat 17 Teilorte – die können nicht nur in Rexingen sein.“
Kamphoff: „Gar kein Schwerlastverkehr wäre die beste Lösung für Rexingen. Wenn das aber nicht machbar ist, sollte man beim Regierungspräsidium zumindest über nur eine Richtung für die Lkw-Umleitung nachdenken.“