Dragan Ovuka macht sich derzeit viele Gedanken. Foto: Eibner

Noch zeichnet sich auch für den Oberligisten FC Villingen kein Ende des fußballerischen Lockdowns ab. Seit der Auswärtspartie beim 1. CfR Pforzheim am 17. Oktober 2020 ruht der Spielbetrieb bei den Nullachtern. Dennoch bemüht sich Kapitän Dragan Ovuka um Zuversicht.

"Ich versuche, das Beste aus der Situation zu machen und die freie Zeit zu nutzen, um mit der Familie und der Freundin etwas zu unternehmen. Doch ich würde mich sehr freuen, wenn es endlich wieder mit Fußball losgeht", betont der 28-jährige Defensivspezialist.

Der Wochenablauf

Genau auf diesen Fall bereitet er sich gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen so gut wie möglich unter den gegebenen Einschränkungen vor. Seit eineinhalb Monaten befinden sich die Akteure des Oberligisten im Online-Training. Athletiktrainer Bernd Seckinger startete mit einem speziellen Programm, bei dem es um die Kräftigung und die Stabilität des Muskelapparates ging. Vor vier Wochen begann es dann mit Läufen. Auf drei Einheiten pro Woche wurde der Übungsbetrieb, den jeder Spieler für sich allein absolviert, mittlerweile ausgedehnt. An jedem Dienstag stehen Dehnung und Stabilität auf dem Programm, am Donnerstag geht es mit dem Kraftaufbau weiter. "Das ist ganz schön happig", erzählt Ovuka. Am Samstag ist der Lauftag. Da gilt es dann zum Beispiel, neun Kilometer in 45 Minuten oder acht Kilometer in 40 Minuten zu schaffen. Das sieht der 08-Kapitän durchaus als herausfordernd an. Teilweise müssen auch Intervallläufe über fünf Kilometer in hohem und niedrigem Tempo absolviert werden.

Die Ausnahme

Überwacht werden die Zeiten und der Leistungsstand von Chefcoach Marcel Yahyaijan und dessen Trainerteam durch eine App. "Sie bemühen sich wirklich und machen es gut", lobt Ovuka. Eine Einheit konnte sogar auf dem Platz im Friedengrund durchgeführt werden. Auf vier 25 x 25 Metern großen Feldern durften sich jeweils zwei Akteure mit dem Ball beschäftigen. Die Übungsleiter konnten – mit Mund- und Nasenschutz ausgestattet – nur aus weiter Entfernung zuschauen.

Doch ein solches Freilufttraining in Zweiergruppen fand nur einmal statt. Als die Zuständigkeit für die Genehmigung durch die niedrigen Inzidenzzahlen im Schwarzwald-Baar-Kreis vom Landratsamt auf die Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen überging, kassierte diese die Genehmigung zunächst wieder. Die Nullachter beantragten sofort bei der Stadt VS erneut eine Genehmigung. "Jetzt warten wir auf eine Antwort, um wieder im Freien trainieren zu dürfen", erklärt Marcel Yahyaijan.

Alles fehlt

Genau danach sehnt sich natürlich auch Dragan Ovuka. "Es fehlt extrem, wieder auf dem Platz zu stehen und Spaß miteinander zu haben." Er sieht die momentane Zeit als psychische Herausforderung an. "Da joggst und trainierst du eigentlich ohne Ziel, weil du nicht weißt, wann es wieder losgeht", gibt der Abwehrrecke zu bedenken. Wichtig sei es, positiv zu bleiben.

Vier bis sechs Wochen

Ovuka fühlt sich auf jeden Fall für den Tag gut gerüstet, wenn wieder der normale Trainingsbetrieb beginnt, weil schon jetzt wieder ein Rhythmus mit Belastung und freien Tagen besteht. Doch auch für ihn ist es zunehmend fraglicher, ob wenigstens die Vorrunde zu Ende gespielt werden kann. "Eine Grundfitness ist vorhanden. Aber ich denke, man bräuchte vier bis sechs Wochen Vorbereitungszeit auf dem Platz, bevor die Spiele losgehen könnten."

Die Runde 2020/21

Auch Trainer Marcel Yahyaijan ist nicht wirklich optimistisch, was die Fortsetzung der Runde 2020/21 angeht. "Ich bin gespannt, was die Politik am Mittwochabend entscheidet", vermutet der 08-Trainer aber, dass es zu keinen weitreichenden Lockerungen für den Amateursport kommt. Sollte jedoch nach Ostern kein "normales Mannschaftstraining" möglich sein, "können wir die Saison wohl abhaken". Der für die Oberliga zuständige WFV hatte Mitte Februar betont, dass der Spielbetrieb bis zum 9. Mai 2021 wieder aufgenommen werden muss. Sonst "bleibt nur die Annullierung der laufenden Saison mit der Folge, dass weder Auf- noch Absteiger ermittelt werden können und mit demselben Teilnehmerfeld in die Folge-Saison 2021/22 gestartet werden muss". Diese Aussage gilt übrigens auch für den Fußball in Südbaden.

Der SBFV-Pokal

Gespannt ist Ovuka, wie es mit dem südbadischen Pokal weitergeht. Der soll auf jeden Fall durchgezogen werden. Eigentlich sollten die Nullachter am 31. März im Viertelfinale Oberliga-Kontrahent 1. FC Rielasingen/Arlen empfangen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir den Pokalwettbewerb im Juli beenden können", erwartet Marcel Yahyaijan, dass die restlichen Cup-Spiele im Vorfeld der Saison 2021/22 stattfinden.

Die Scharmützel

Aus den Augen verliert sich das 08-Team auf keinen Fall. Gerade bei den Online-Einheiten sehen sich die Spieler zumindest via Bildschirm. "Per Whatsapp gibt es dann bei Champions-League-Abenden auch das eine oder andere Online-Scharmützel zwischen den Fußballern", lacht Dragan Ovuka.

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