Jetzt noch impfen lassen? Die Antwort des Gesundheitsamts Calw ist eindeutig. (Symbolbild) Foto: Fabian Sommer/dpa

Es ist Grippesaison. Im Kreis Calw sind die Influenza-Zahlen in die Höhe geschossen. Wir haben gefragt, ob es Hotspots gibt und ob man sich jetzt noch impfen lassen sollte.

Die Grippe hat den Kreis Calw fest im Griff – und ein Ende ist nicht in Sicht. Aktuelle Zahlen des Gesundheitsamts in Calw zeigen außerdem deutliche Unterschiede zu 2025.

 

In den ersten zwei Januarwochen wurden in dieser Saison bereits 125 Fälle der meldepflichtigen Erkrankung an das Gesundheitsamt Calw gemeldet. 84 davon fallen allein in den Januar. Im Jahr davor waren es in den ersten beiden Kalenderwochen des Januars gerade mal 28.

Die hoch ansteckende Influenza A dominiert

Die meisten der Fälle sind die hoch ansteckende Influenza A. Influenza B ist hingegen eher die Seltenheit – unter fünf Prozent der Fälle lassen sich dieser Variante zuschreiben, heißt es vom Landratsamt.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) verändern sich die Typen der Influenza-A-Viren schneller, wodurch die Impfstoffe ebenfalls häufiger verändert und Impfungen aufgefrischt werden müssen.

Gleichmäßige Verteilung der Grippe über den Landkreis

Dabei hat sich die Grippe recht gleichmäßig im Kreis verteilt. Hotspots oder Gebiete mit auffällig wenigen Fällen gebe es nicht, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion.

Influenza oder Grippe kann Erkältungssymptome, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen hervorrufen.

Allerdings sind auch schwere Krankheitsverläufe möglich, bis hin zum Tod.

Was die schweren Verläufe angeht, ist die Lage vergleichbar zu den vergangenen Jahren. Auch wenn es im Vergleich zu 2025 enorm viele Erkrankungen im Kreis Calw gibt: „Bisher beobachten wir im Kreis Calw keine Anhaltspunkte für einen erhöhten Anteil an schweren Verläufen gegenüber den Vorjahren“, heißt es vom Landratsamt.

Es ist möglich, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Auch, wenn der Winter bereits fortgeschritten ist, habe die Influenzawelle erst angefangen. „Daher empfehlen wir auf jeden Fall, sich jetzt noch impfen zu lassen, falls noch nicht geschehen“, so das Gesundheitsamt. Wie viele Menschen im Kreis geimpft sind, dazu gebe es keine Erkenntnisse, heißt es weiter.

Die Grippesaison ist in vollem Gange. (Symbolbild) Foto: Philip Dulian/dpa

Für wen die Impfung besonders empfohlen wird

Die Impfung wird besonders für Menschen über 60 Jahren empfohlen, Schwangeren ab dem zweiten Trimester, also etwa ab der 14. Woche. Außerdem wird Menschen mit Vorerkrankungen die Impfung empfohlen.

Das RKI empfiehlt außerdem, bei Grippe Kontakte zu anderen Personen zu vermeiden, um eine Ansteckung zu verhindern. Die Krankheit wird über Tröpfcheninfektion übertragen. Bis die Krankheit ausbricht, dauert es laut RKI in der Regel nur ein bis zwei Tage.

Influenza-Zahlen wachsen in Baden-Württemberg

Nicht nur im Kreis Calw nehmen die Grippezahlen zu. „Auch in ganz Baden-Württemberg wurde jetzt zum Jahresanfang ein starker Anstieg der Fallzahlen verzeichnet“, schreibt das Landratsamt.

Seit der Kalenderwoche 40 – also vom 29. September bis 5. Oktober – wurden in Baden-Württemberg 7241 gemeldet, so der Wochenbericht des RKI vom 8. Januar. Davon fielen 2415 Fälle in die erste Januarwoche.

Der Wochenbericht des RKI zeigt eine Zunahme der Influenza-Fälle, rückläufig hingegen sei die Zahl der gemeldeten Corona-Erkrankungen. In der ersten Januarwoche wurden in ganz Baden-Württemberg gerade einmal 139 Fälle gemeldet, in der Vorwoche waren es noch 383.