Ein schweres Unwetter war über weite Teile Baden-Württembergs hinweggezogen und hatte dabei große Schäden angerichtet. Foto: Simon Adomat/VMD-Images/dpa

Starkregen und Sturmböen richten in vielen Regionen schwere Schäden an. Autos versinken in Regenfluten, Keller laufen voll. Und neue Unwetter sind schon in Sicht.

Gießen/München/Stuttgart - Die Hagelgewitter der vergangenen Wochen haben in Baden-Württemberg und Bayern doppelt so viele Schäden verursacht wie angenommen. Die Vereinigte Hagelversicherung teilte in Gießen mit, sie gehe nun von einem Schaden von etwa 20 bis 23 Millionen Euro aus.

 

„Gut 66 000 Hektar wurden vom 18. bis 25. Juni zur Regulierung angemeldet“, hieß es. Sogenannte Superzellen können durch ihre Rotation und Langlebigkeit weitaus höhere Schäden anrichten als gewöhnliche Gewitter.

Die Allianz rechnet nach den Hagelgewittern der vergangenen Tage mit 25 000 beschädigten Autos allein in Süddeutschland. Der Versicherer geht nach Schadenmeldungen der Kunden davon aus, dass in Bayern 15 000 und in Baden-Württemberg 10 000 Fahrzeuge von Hagel verbeult oder anderweitig beschädigt wurden. 

Extremwetter-Ereignisse nehmen zu

Nicht nur Meteorologen und Klimaforscher, sondern auch Versicherungen registrieren, dass Extremwetterereignisse wie überdurchschnittlich starke Hagelunwetter in Deutschland häufiger werden. „Dadurch steigen sowohl Schadenhäufigkeit als auch der Schadenaufwand bei Hagelschäden an Fahrzeugen“, sagt Melanie Kreutner, Sicherheitsforscherin am Allianz Zentrum für Technik.

Dies liegt zum Teil daran, dass heute größere Hagelkörner gemessen werden als vor Jahrzehnten. „Darüber hinaus haben auch die jeweiligen Materialeigenschaften ihren Einfluss“, erklärt Kreutner. Demnach sind die Karrosseriebleche heutzutage dünner. Außerdem führt die Verwendung von immer mehr Aluminium, Kunststoff oder Karbon an den Fahrzeugaußenteilen zu höheren Reparaturkosten.