Die Mitglieder von Vorstand und Ausschuss blicken hoffnungsvoll in die Zukunft, darunter der Vorsitzende Peter Bantle (von links), Naturschutzwart Uwe Mei, Kassiererin Rose Amann, Beisitzerin Elke Bantle, Schriftführer Thomas Herm sowie die Beisitzerinnen Tanja Elster und Andrea Herm. Foto: Fahrland

Nach heftigen Erschütterungen geht es bei der Hauptversammlung des Epfendorfer Albvereins vor allem um dessen Zukunft. Bürgermeister Mark Prielipp appelliert an die Vernunft.

Bei der Hauptversammlung der Ortsgruppe Epfendorf des Schwäbischen Albvereins (SAV) im Sportheim gab es neben dem Jahresrückblick, Berichten und Ehrungen auch Einblick in die Turbulenzen der vergangenen Monate. Diese hatten zum Austritt zahlreicher Mitglieder und Ende September zur Gründung eines unabhängigen neuen Vereins mit ähnlichen Zielen geführt. Über Neuwahlen hat sich der vor 63 Jahren gegründete Verein nun neu positioniert und den Fortbestand gesichert.

 

Unter den knapp 60 Anwesenden befanden sich 17 wahlberechtigte Vereinsmitglieder. Von Anfang bis Ende 2025 war der Mitgliederstand durch 124 Abgänge, zwei Sterbefälle und sieben Beitritte von 203 auf 84 Mitglieder geschrumpft.

Mitgliedsbeiträge waren Stein des Anstoßes

Für Bettina Kaltenbach, bis Ende 2025 zweite stellvertretende Vorsitzende und Schriftführerin, gipfelten die Gründe für diese Entwicklung in der Aufforderung des Hauptvereins vom August 2025 an die Ortsgruppen, die Mitgliedsbeiträge ab 2026 erneut zu erhöhen. „Nur ein Euro sollte in den Ortsgruppen verbleiben“, klagte Kaltenbach. 90 Prozent der bisherigen Vorstands- und Ausschussmitglieder hätten die Konsequenzen gezogen.

Offenbar traute ein Teil der Ex-Mitglieder dem Hauptverein nicht genug Reformwillen zu, um seine Finanzsituation zu verbessern und den Schwäbischen Albverein zukunftsfähig aufzustellen. Keine konkrete Antwort habe es auf die Frage gegeben, ob der Hauptverein bei ungünstiger wirtschaftlicher Entwicklung auf das Vermögen der Ortsgruppen zugreifen könnte.

Mäder berichtet von unschönen Ereignissen

Nach neun Jahren als stellvertretende Vorsitzende und zwölf Jahren als Kassiererin berichtete Petra Mäder über unschöne Ereignisse während der vergangenen fünf Monate, die ihr das Leben schwer gemacht hätten. „Alles schriftlich belegt, jeder kann es nachlesen, ich habe alles dabei“, versicherte sie.

„Ein paar wenige Mitglieder“ hätten versucht, sie abzusetzen oder zum Rücktritt zu bewegen. Schwer getroffen hätten sie die später wieder zurückgenommene Einsetzung eines Funktionärs des Heuberg-Baar-Gaus als Interimsvorsitzender, die 14-tägige Sperrung der Kontovollmacht durch den Hauptverein aus Stuttgart ohne Vorwarnung oder Überprüfung der tatsächlichen Lage vor Ort. Gerechtfertigt habe sich der Hauptverein Stuttgart mit Missverständnissen aufgrund falscher Informationen.

2600 Euro für die Ortsgruppe, 62 000 Euro für den Hauptverein

Aus Mäders Kassenbericht ging keinerlei finanzielle Schieflage hervor. Das Finanzpolster konnte um einen deutlich vierstelligen Gewinn erhöht werden. .

Die scheidende Vereins-Doppelspitze betonte, in zehn Jahren seien aus den Mitgliedsbeiträgen nur knapp 2600 Euro in der Ortsgruppe verblieben und 62 140 Euro nach Stuttgart abgeführt worden.

Im Schriftführerbericht hatte Kaltenbach auf 30 Unternehmungen zurückgeblickt. Dazu zählten diverse Wanderungen und Ausfahrten, die Reihe „Ein ganzes Jahr in der Natur“, ein Boule-Turnier, ein Spieleabend und mehr.

Ferienprogramm und Arbeitsdienste

32 Kinder nahmen am FIDO-Angebot, dem Programmpunkt des Vereins für das Kinderferienangebot, teil. Der Barfußpfad, und das Labyrinth des Besinnungswegs wurden gepflegt, die Bewirtung der Harzwaldhütte sichergestellt und deren Vermietung auch rege in Anspruch genommen.

Mehr Beteiligte hätte man sich bei den Arbeitsdiensten rund um die Burgruine Schenkenburg gewünscht. Investiert wurde in eine E-Bike-Ladestation sowie zwei neue Außengarnituren.

Bürgermeister hofft auf Beruhigung der Situation

Als einer der Hüttenwirte betonte Georg Fischinger die Anziehungskraft der Harzwaldhütte für Epfendorfer und Auswärtige und forderte deren Erhalt als sonntägliche Anlaufstelle. Er stellte klar, der Verein sei „hervorragend geführt worden“, weshalb beide Damen einen Applaus verdient hätten.

Bürgermeister Mark Prielipp sprach von einer Win-Win-Situation zwischen Gemeinde und Ortsgruppe. Er würde den Verein nicht missen wollen, meinte er und bedankte sich für die Entlastung des Bauhofs und jahrzehntelange Leistungen im Ehrenamt. Beim Weiterbetrieb der Harzwaldhütte setze er sein Vertrauen in den Verein.

Er hoffe auf eine Beruhigung der Situation, bot Hilfe an und bat darum, sich gegenseitig noch in die Augen zu schauen. Sein Appell: „In diesem kleinen Flecken müssen wir es schaffen, miteinander auszukommen.“

Wahlergebnis

Nach den Neuwahlen
verblieb als einzige Person Naturschutzwart Uwe Mei im Gremium. Peter Bantle, Ehrenmitglied und einst über 30 Jahre Funktionär, kehrte an die Vereinsspitze zurück. Den Wahlvorschlägen wurde mehrheitlich zugestimmt. Gewählt wurde jeweils für ein Jahr.

Der neue Vorstand:
Vorsitzender: Peter Bantle, Kassiererin: Rose Amann, Schriftführer: Thomas Herm, Naturschutzwart: Uwe Mei, Beisitzer: Elke Bantle, Tanja Elster, Andrea Herm, Frank Seemann, Sabine Seemann. Kassenprüfer: Alex Keller, Jürgen Zeder.

Der Vorsitzende
Peter Bantle bekleidete laut Homepage seit 1976 verschiedene Ämter. Bis 1983 war er Schriftführer, nahtlos bis November 2004 erster Vertrauensmann, bis 2007 dritter Vertrauensmann. 2007 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Ein Jahr war er für die Hüttenvermietung zuständig. Aktuell bekleidet Peter Bantle im Heuberg-Baar-Gau des SAV den Posten des Schriftführers und Pressewarts.