Die Wild Wings haken das wichtige 4:2 in Augsburg schnell ab und konzentrieren sich auf die schwere Sonntag-Heimpartie gegen Bremerhaven. Wie die Pinguins locker mit ihrem „Eis-Chaos“ umgehen.
Die Wild Wings haben es am Freitagabend beim 4:2-Sieg in Augsburg am Ende noch richtig spannend gemacht. 40 Minuten lang spielten die Schwenninger souverän und aggressiv, gingen mit einer scheinbar komfortablen 3:0-Führung ins Schlussdrittel. Die Panther gaben aber nicht auf und waren kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit sogar einem möglichen 3:3 nah. Doch für die nervenstarken Schwäne brannte nichts mehr an.
Die Stimmen in Augsburg
Coach Steve Walker war insgesamt mit der Leistung seines Teams zufrieden: „Nach den ersten beiden Dritteln hatten wir das Momentum auf unserer Seite. Augsburg hat aber bis zum Ende sehr gut gekämpft und spielte ein gutes Überzahl“, freute sich der Kanadier über die Abgeklärtheit seiner Jungs in der Crunchtime und die drei wichtigen Punkte.
Doppeltorschütze Zach Senyshyn blickte ebenfalls zufrieden auf die 60 Minuten zurück: „Es war wichtig, dass wir uns heute an unseren Spielplan gehalten haben, der ganz gut aufgegangen ist – auch in der Art und Weise, wie wir die Tore erzielt haben. Aber auch nach dem 3:0 haben wir offensiv nicht nachgelassen. Insgesamt war es am Ende aber ein hart umkämpftes Spiel.“
Augsburgs Trainer Larry Mitchell schob hingegen nach dem Schlusszeichen viel Frust: „In dieser Woche haben wir den Spielern in einer Besprechung extra noch einmal deutlich gemacht, was hier für uns und den Club insgesamt auf dem Spiel steht. Einige der Jungs wissen es aber offenbar immer noch nicht“, bemängelte Mitchell vor allem die Einstellung von Teilen seines Teams. In den ersten beiden Dritteln gegen die Wild Wings zeigten die Panther aber auch ein Leistungsbild, mit dem sie wohl nach dieser Saison – nach bereits zwei Zitterjahren in der DEL – absteigen könnten.
Wild Wings blicken auf den Sonntag
Die Blicke der Wild Wings, die bis Sonntag auf dem achten Platz stehen, sind aber nun auf das schwere Heimspiel gegen den Tabellendritten Bremerhaven gerichtet. Wahrscheinlich wird die Helios Arena zum sechsten Mal in Folge ausverkauft sein. Das Schwenninger Team wird nach sieben Heimsiegen in Serie mit sehr viel Selbstvertrauen gegen die Pinguins ins Spiel gehen.
Im Tor könnte Michael Bitzer stehen. Verteidiger Alex Trivellato steht vor seinem 250. DEL-Spiel. Steve Walker spricht in höchsten Tönen vom letztjährigen Vizemeister: „Die Pinguins haben die beste Spielstruktur in der Liga. Sie stehen defensiv sehr gut und werden wieder auf Fehler von uns warten.“ Der Schwenninger Coach erwartet ein sehr enges, eher taktisch geprägtes Spiel, wahrscheinlich auch mit wieder nicht so vielen Toren.
Nach den bisherigen Saisonduellen zwischen beiden Teams steht es 2:1 für die Norddeutschen. Die Wild Wings konnten das erste Heimspiel am 22. September mit 2:1 nach Verlängerung für sich entscheiden. Aber auswärts ging das Walker Team zweimal (0:3/1:2) leer aus.
Täglich zum Training nach Bremen
Für die Pinguins verliefen die letzten zehn Tage alles andere als normal. Am 17. Januar gab es im Heimspiel gegen Ingolstadt (5:0-Spielwertung für den ERC) den viel beschriebenen Ammoniakunfall. Die Mannschaft von Coach Alex Sulzer gewann zwei Tage später in Berlin mit 4:3.
Dann folgten aber stressreiche Tage für die Mannschaft. Fast täglich musste sie zum Training in eine 80 Kilometer entfernte Eishalle nach Bremen ausweichen. Auf die guten Rahmenbedingungen in Bremerhaven – mit Athletik-Raum und Wellness-Bereich – konnte das Team also nicht zurückgreifen. Auch die Kabinen in Bremen boten natürlich eher den Komfort bei einem Eishockey-Landesligisten.
Die Mannschaft geht locker mit dem Stress um
Bremerhavens Stürmer Nino Kinder beschrieb seine Eindrücke auf einer der Fahrten nach Bremen: „Es ist ein bisschen wie damals, als ich 13 Jahre alt war. Man hat die Tasche von Zuhause mitgebracht, packt sie in der Kabine aus, packt sie nach dem Training wieder ein und fährt mit der stinkenden Tasche wieder nach Hause. Aber Back-to-the-Roots ist auch mal wieder ganz cool. Wir lachen alle ein bisschen darüber.“
Team-Manager Sebastian Furchner lobte dieser Tage die Mannschaft: „Die Jungs gehen professionell und vor allem locker mit der nicht einfachen Situation um.“
Es gibt in Bremerhaven wieder Licht am Ende vom Tunnel: Ab kommenden Freitag soll die Eisfläche nach den Reparaturarbeiten wieder bespielbar sein.
Doch zuvor wollen die Pinguins in der Helios Arena erfolgreich sein. Sie werden ausgeruht antreten, denn am Freitag hatten sie – aufgrund der Verlegung ihres Heimspiels gegen Iserlohn – frei. Die über 5000 Zuschauer am Sonntag dürfen sich auf ein wohl packendes DEL-Duell freuen. Es geht hinsichtlich der Play-off-Qualifikation um einiges.