Die erste Enttäuschung ist abgehakt: Wild-Wings-Verteidiger Arkadiusz Dziambor freut sich nun auf seinen Urlaub und auf die kommende DEL-Saison mit Schwenningen. Foto: IMAGO/Herrmann

Für den Schwenninger Verteidiger platzt sein WM-Traum in letzter Minute. Was ihm Bundestrainer Harold Kreis beim Abschied nach dem letzten Test in Mannheim sagte.

Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beginnt an diesem Freitag die Weltmeisterschaft in Zürich mit dem ersten Gruppenspiel gegen Finnland. Die beiden Wild-Wings-Spieler Arkadiusz Dziambor und Alex Karachun wurden von Bundestrainer Harold Kreis auf den letzten Drücker am vergangenen Sonntag aus dem WM-Aufgebot gestrichen.

 

Die Enttäuschung bei beiden Schwenninger Leistungsträgern, die überwiegend alle WM-Vorbereitungsphasen absolvierten, ist natürlich da. Aber ihre Blicke gehen auch schon wieder nach vorne.

Verteidiger Arkadiusz Dziambor (24) berichtet, wie er die vergangenen Tage gefühlsmäßig erlebte, was er nun plant und dass er von zwei Personalien bei der Schwenninger Kaderplanung zuletzt schon überrascht war.

Arkadiusz, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich bin nach unserem letzten Testspiel gegen die USA gleich in Mannheim bei meinen Eltern geblieben. Nach einer für mich sehr langen Saison, tut die freie Zeit gut. Mit meiner Freundin fliege ich nun in den Urlaub auf die Malediven und werde danach mit der normalen Sommervorbereitung – erst einmal hier in Mannheim – beginnen.

Gratulation nachträglich noch zu Ihrem ersten Länderspieltor gegen die USA. Auf welchem Weg haben Sie dann am Sonntagabend nach dem letzten Test erfahren, dass Sie doch noch aus dem WM-Kader gestrichen sind?

Dankeschön. Ja, ich hatte ein abschließendes Gespräch mit Bundestrainer Harold Kreis und dem gesamten Trainerteam. Natürlich war bei mir die Enttäuschung erst einmal groß. Positiv war aber für mich, dass mir die Trainer erklärten, dass sie mich weiterhin im Fokus haben.

Sie haben die komplette WM-Vorbereitung mitgemacht, viel Eiszeit in den Testspielen erhalten. Wie haben Sie die Zeit beim Nationalteam erlebt?

Insgesamt positiv. Für mich bleiben nach diesen Wochen natürlich die wertvollen neuen Erfahrungen.

In welchen Punkten werden Sie – vor allem international gesehen – noch zulegen müssen?

Die gesamte Handlungsweise, spielerisch wie mental, während des Spiels geht international noch schneller als in der DEL. Dir bleibt noch weniger Zeit bei den Aktionen. Das war für mich schon ein bemerkenswerter Gesichtspunkt, an dem ich auch weiter arbeiten werde.

Personell sind ja solche WM-Vorbereitungsphasen in einem großen Kader relativ unruhige Zeiten. Es war ein Kommen und Gehen von Spielern in diesen Wochen. Wie hart war intern der Konkurrenzkampf? Wie angespannt war zwischen euch die Atmosphäre?

Die Stimmung war insgesamt hervorragend. Eigentlich ist es ja ein Klassentreffen, denn von der DEL her kennen wir uns ja gut. Wenn so etwas wie Konkurrenzkampf aufkam, dann natürlich auf dem Eis bei den Trainingseinheiten oder bei den Testspielen. Aber dies ist ja völlig normal.

Was trauen Sie dem deutschen Team bei den Titelkämpfen in der Schweiz nun zu?

Sehr viel. Das Viertelfinale ist auf jeden Fall drin und dann ist auch vieles andere möglich. Wir haben eine sehr gute Mannschaft.

Abschließend ein letztes „Stichwort“: Die aktuelle Kaderplanung bei den Wild Wings. Wie intensiv haben Sie diese in den vergangenen Wochen neben der WM-Vorbereitung verfolgt?

Natürlich sehr interessiert. Wir werden wieder ein starkes Team zusammenbekommen. Eine Überraschung gab es für mich zuletzt dennoch.

Jetzt sind wir aber gespannt.

Dass die Spinkis gehen, hatte ich wirklich nicht erwartet. Ich denke, dass kam für einige von uns zu diesem Zeitpunkt jetzt überraschend. Tyson und Tylor haben das Schwenninger Eishockey ja einige Jahre lang mitgeprägt. Gleichzeitig gehört Veränderung im Profisport am Ende einfach dazu.