Jede Menge „Musik“ war am Sonntag drin: Hier sind Wild-Wings-Angreifer Phil Hungerecker (Mitte) und Straubings Phil Samuelsson (rechts) offenbar nicht einer Meinung. Foto: Roland Sigwart

Das Heimduell gegen Straubing besitzt Play-off-Charakter. Coach Steve Walker gefällt phasenweise das Spiel seines Teams „sehr gut“. Am Dienstag geht es nach München.

Sind denn schon wieder Play-offs? Es ist doch erst November. Das DEL-Duell zwischen den Wild Wings und Straubing (3:4 nach Penaltyschießen) ließ diese Vermutung aufkommen. Es lief am Sonntagabend ein Drei-Stunden-Match mit vielen Facetten. Um jeden Meter Eis kämpften die letztjährigen Viertelfinal-Kontrahenten. Straubings Trainer Tom Pokel traf den Nagel auf den Kopf: „Da waren viele Emotionen drin.“

 

Aggressiver und schneller

Das Schwenninger Team hat an diesem Wochenende mit dem 7:3-Sieg in Nürnberg und dem hochverdienten Punktgewinn gegen die Tigers – nach zwei Niederlagen – leistungsmäßig wieder einen Schritt nach vorne gemacht.

Die Mannschaft um Coach Steve Walker wirkt spritziger, schneller und aggressiver als in den Wochen zuvor. Dem Schwenninger Trainer gefiel phasenweise gegen Straubing, was er von seinen Spielern sah: „Wir waren sofort drin im Spiel. Die Niederlage ist zwar enttäuschend, aber positiv war, dass wir nach dem 1:3-Rückstand noch den Ausgleich schafften.“

Alex Trivellato

Der Verteidiger sah es ähnlich: „Ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben über die gesamte Spielzeit gegen Straubing Gas gegeben. Nur am Ende haben wir uns nicht mit dem Sieg dafür belohnt.“

Mirko Höfflin

Für den Schwenninger Angreifer waren die vier Punkte am Wochenende absolut in Ordnung: „Wir haben in Nürnberg dominiert und überwiegend auch gegen Straubing. Die Gegentore gegen die Tigers waren unglücklich. Aber die Jungs haben sehr viel Charakter gezeigt. Penaltyschießen ist dann immer so ein Ding.“

Wenn es einen Kritikpunkt im Duell mit den Niederbayern gibt, dann dieser, dass die Wild Wings beim Konterspiel der Tigers zu anfällig waren. Dieses Manko trat auch vor zehn Tagen bei der 2:4-Heimniederlage gegen Düsseldorf auf. Coach Steve Walker hat die „Baustelle“ in der Umschaltbewegung nach hinten längst erkannt.

Mit den wichtigen vier Zählern halten die Neckarstädter (11./23) in der Tabelle den Kontakt zu den Grizzlys Wolfsburg (10./25) und zu Nürnberg (9./27).

Für die Wild Wings geht es am Dienstag (19.30 Uhr) im neuen SAP Garden gegen Red Bull München (5./33) weiter. Die Schwenninger Erinnerungen an das erste Duell in der Helios Arena am 25. Oktober (4:3 nach Penaltyschießen) sind positiv. Die Schwäne machten damals einen 0:3-Rückstand wett. Steve Walker ist sich sicher: „Uns erwartet in München eine schwere Aufgabe. Wir treffen auf einen offensivstarken Gegner.“

Die Lage in München

Seit Max Kaltenhauser den Cheftrainer-Posten von Toni Söderholm Mitte Oktober übernommen hat, geht es nur in kleinen Schritten leistungsmäßig bei den Münchnern voran. Nach einem Null-Punkte-Wochenende kehrten die Bayern nun mit dem 3:0-Sieg in Iserlohn und mit dem 3:2 daheim im Derby gegen Augsburg in die Erfolgsspur zurück.

Die Defensive bleibt mit 2,73 Gegentoren im Schnitt pro Spiel das Sorgenkind. Deshalb wurde jetzt auch der frühere NHL-Profi Will Butcher unter Vertrag genommen. Der US-Verteidiger spielte zuletzt für den kasachischen Club Barys Astana. Ob der 26-Jährige gegen Schwenningen am Dienstag sein Debüt gibt, ist noch offen.