In der letzten Sekunde der regulären Spielzeit schafft Ben Marshall noch den 3:3-Ausgleich. Dann ist Zach Senyshyn in der Overtime zur Stelle. Schwenningen verhindert Clubrekord der Eisbären.
Die Wild Wings haben am letzten Spieltag vor der zweiwöchigen Deutschland-Cup-Pause am Sonntag in Berlin einen wahnsinnigen Endspurt hingelegt. Nach einem 1:3-Rückstand schafften sie in den letzten 17 Sekunden der regulären Spielzeit mit zwei Treffern noch den 3:3-Ausgleich. Zum dritten Mal in einer Verlängerung sorgte Zach Senyshyn für den Schwenninger Siegtreffer.
Damit sind die Wild Wings das einzige DEL-Team, gegen das der Tabellenführer aus Berlin bisher noch nicht in dieser Saison gewinnen konnte. Hätte Berlin am Sonntag gewonnen, hätte der zwölfte Sieg in Folge Clubrekord für die Eisbären bedeutet. Doch die Schwenninger waren die Partycrasher.
Zach Senyshyn strahlte nach dem Schlusszeichen wie ein Kind bei der weihnachtlichen Bescherung: „Dieser Sieg gibt uns ganz viel Energie für die kommende Pause. Das war sehr wichtig.“
Die Personalien
Coach Steve Walker nahm in seiner Aufstellung – im Vergleich zum überzeugenden 4:1-Heimsieg am Freitag gegen Iserlohn – nur eine Veränderung vor. Alex Trivellato verteidigte wieder. Boaz Bassen rückte als Center in die vierte Angriffsreihe vor. Dafür fehlte Phil Hungerecker. Im Tor stand Joacim Erikkson.
Bei den Eisbären hütete Jonas Stettmer das Tor.
Spieltag im Zeichen der Krebshilfe
Übrigens: Die DEL hatte diesen kompletten 15. Spieltag ganz im Zeichen der Kooperation mit der Deutschen Krebshilfe gestellt. Die Spieler aller 14 Clubs sowie die Schiedsrichter trugen anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Krebshilfe Sondertrikots.
Das erste Drittel
Mit der ersten großen Chance ging Berlin in der achten Minute durch einen allerdings abseitsverdächtigen Treffer von Liam Kirk mit 1:0 in Führung. Die Wild Wings verteidigten in dieser Phase insgesamt gut. Mit dem knappen Vorsprung der Eisbären ging es in die erste Pause. Schwenningens Angreifer Philip Feist forderte zu diesem Zeitpunkt: „Wir müssen vorne mehr Druck machen.“
Das zweite Drittel
Hier konnten sich die Wild Wings offensiv steigern und gute Chancen herausspielen, kassierten aber in der 31. Minute in Überzahl das 0:2 durch einen Shorthander von Eric Mik. Mit dieser Führung der Berliner ging es in die letzten 20 regulären Minuten.
Das dritte Drittel
Im Schlussabschnitt erwischten die Wild Wings einen Auftakt nach Maß. Im Powerplay fälschte Alex Karachun clever einen Distanzschuss von Teemu Pulkkinen zum 1:2-Anschluss (43.) ab.
Die Gäste drängten nun auf den Ausgleich. Kapitän Thomas Larkin und Pulkkinen hatten gute Chancen. Nach zwei Big Saves von Eriksson war Berlins Topstürmer Gabriel Fontaine (51.) im Powerplay mit dem 3:1 zur Stelle. Pech für die Wild Wings, dass Ben Marshall nur knapp später Pech mit einem Lattenschuss hatte.
17 Sekunden vor dem Ende verkürzte Zach Senyshyn noch auf 2:3. In der letzten Sekunde der regulären Spielzeit glich Ben Marshall zum 3:3 aus. Ein Wahnsinn aus Schwenninger Sicht.
Die Entscheidung
Es kam noch besser. Nur 96 Sekunden war in der Overtime gespielt, da zog Thomas Larkin ab und den Rebound verwertete Teufelskerl Senyshyn zum 4:3. Ein unglaubliches Drehbuch in Berlin mit den Mentalitätsmonstern vom Neckar.
Statistik
Eisbären Berlin – Wild Wings 3:4 (1:0, 1:0, 1:3 – 0:1) n.V.
Tore: Kirk (7:55 – Assist Byron), 2:0 Mik (30:38/4:5 – Byron, Bergmann, 2:1 Karachun (42:28/5:4 – Pulkkinen, Tyson Spink), 3:1 Fontaine (50:56/5:4 -Noebels, Reinke), 3:2 Senyshyn (59:43 – Puempel), 3:3 Marshall (59:59 – Tyson und Tylor Spink), 3:4 Senyshyn (61:36 – Larkin).Strafen: Berlin: 13 – Wild Wings: 11.Schiedsrichter: Janssen/Iwert.
Zuschauer: 14 200.