DEL-Alltag mit den Wild Wings war bis gestern – ab sofort will auch Verteidiger Alex Trivellato (links) die Olympischen Spiele in seinem Heimatland Italien „nur noch genießen“. Foto: Roland Sigwart

Die Gefühlswelt des italienischen Nationalspielers nach dem wichtigen 3:1-Heimerfolg gegen München – und vor seiner Abreise zu Olympia: „Jetzt genieße ich, was kommt.“

Dienstagabend in der Helios Arena kurz nach 22 Uhr: Minutenlang feiern die Wild Wings mit ihren Fans den überzeugenden 3:1-Heimsieg gegen München. Hallensprecher Domenic Liebing verabschiedet die drei Schwenninger Olympiateilnehmer Thomas Larkin, Alex Trivellato und Hendrik Kolbert („Macht es gut Jungs“) und ein zufriedener Coach Steve Walker freut sich, „dass wir mit einem positiven Gefühl in die Olympiapause gehen“.

 

In der Schwenninger Kabine steigt noch ein kleines Mannschaftsfest. Zehn Tage lang haben die „Nicht-Olympiafahrer“ frei. Einige Spieler werden ins Ausland reisen. Steve Walker jettet zu seiner Familie nach Kanada.

Alex Trivellato will jeden Tag mit einem Lächeln aufstehen

Verteidiger Alex Trivellato, der mit Thomas Larkin am kommenden Dienstag beim italienischen Team in Bozen antritt, lehnt vor der Kabine an der Wand und wird sogar schon ein wenig sentimental. Er erzählt von seinen Gefühlen in den vergangenen Wochen: „Dieser Sieg war heute extrem wichtig. Endlich haben wir uns für die guten Leistungen – zuletzt gegen Köln und Ingolstadt – nun belohnt. Ich bin ein wenig stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, in den vergangenen Wochen immer im Moment, im Hier und Jetzt für die Wild Wings zu bleiben. Ich habe das Olympia-Feeling in dieser Zeit, auch wenn ich fast täglich irgendwie damit konfrontiert wurde, noch nicht an mich herangelassen. Aber jetzt kann ich mich fallenlassen und das genießen, was kommt.“

Ab sofort will Alex Trivellato „jeden Tag mit einem Lächeln aufstehen und nur noch genießen. Was jetzt kommt, ist für mich unglaublich. Ich freue mich riesig auf Olympia. In Mailand für mein Heimatland zu spielen, wird in meinem Leben einmalig sein. Wenn man sieht, was für Weltklasse-Spieler zum Turnier kommen, dann wird es für unser Team nicht einfacher. Aber das ist völlig egal. Wir wollen nur unsere Anhänger stolz machen.“

Zusammen mit Thomas Larkin will Alex Trivellato in den kommenden Tagen noch in Schwenningen ein wenig auf dem Eis trainieren und dann am Wochenende bereits nach Bozen reisen, um auch seine Familie wiederzusehen.

Was die Wild Wings in der Pause planen

Die Wild Wings werden sich – parallel zu Olympia – nach zehn freien Tagen intensiv für die letzten acht DEL-Hauptrundenspiele (Am 25. Februar geht es in Wolfsburg weiter) vorbereiten. Gerne hätte Steve Walker mit seinem Team zumindest ein Testspiel Mitte Februar gegen einen Schweizer Erstligisten eingeschoben. Doch es gab aus Sicht einiger Schweizer Clubs keine freien Zeitfenster mehr. Intern in der DEL ein Testspiel auszutragen, machte für die Schwenninger Verantwortlichen zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn.

Klar ist: Die Spannung in dieser ungewohnt langen Unterbrechung der Hauptrunde hochzuhalten, stellt für alle 14 Clubs in den kommenden Wochen eine große Herausforderung dar.