Sechs Punkte nach der Olympiapause beeindrucken. Wie Coach Steve Walker mit Neu-Keeper Chris Gibson plant. Was Dresden am Sonntag gefährlich machen kann.
Besser geht es nicht! Die Wild Wings (9./63) sind mit zwei überzeugenden Siegen nach der Olympiapause in der DEL gestartet und vor dem Sonntag-Spieltag bis auf einen Punkt an den Tabellenachten Wolfsburg herangerückt. Der Vorsprung vor dem Tabellenelften Augsburg beträgt für Schwenningen schon sieben Punkte.
Die Türe zu den Pre-Playoffs steht für die Schwäne – sechs Spieltage vor dem Hauptrundenende – schon weit offen. Die spannende Frage lautet: In welche Ausgangsposition können sich die Wild Wings im Bereich zwischen Platz sieben und zehn nun noch bringen?
Die Mannschaft wirkt frisch, hungrig und strahlt viel Spiefreude aus
Der 4:1-Heimsieg am Freitag in der ausverkauften Helios Arena bot für die Schwenninger Fans einen hohen Unterhaltungswert. Sehenswerte Treffer erzielten die Wild Wings. Dann lief die 51.Minute: In Unterzahl fuhren die Neckarstädter einen Entlastungsangriff. Alex Karachun, in einer starken Form, bremste kurz ab und spielte „auf einem Bierdeckel“ gleich drei Frankfurter aus. Einige Zuschauer sprangen – total begeistert – sofort aus ihren Sitzen heraus auf – Szenenapplaus. Heimspiele der Schwäne werden in dieser schönsten und spannenden Eishockeyzeit der Saison wieder zu einem tollen Event.
Die Stimmen am Freitag
Coach Steve Walker lobt sein Team aktuell insgesamt, hält aber auch den Puck flach. Er hatte gegen Frankfurt auch Phasen bei seiner Mannschaft gesehen, in denen es nicht so rund lief: „Positiv ist, dass wir dann am Ende doch die Spiele gewinnen. Wir müssen uns weiter verbessern“, fordert der Schwenninger Trainer.
Gästetcoach Tom Pokel wünschte jedenfalls den Wild Wings schon alles Gute für die Playoffs: „Für uns war es kein schöner Abend nach drei Siegen in Folge zuletzt. Ab der 30. Minute hat Schwenningen seine sowieso schon vorhandenen Vorteile noch mehr ausgespielt.“
Wild-Wings-Verteidiger und Torschütze Eric Martinsson sprach von „einem weiteren wichtigen Sieg im Playoff-Rennen. Die Pause hat uns sehr gut getan. Vor allem auch, weil bei uns jetzt wieder alle gesund sind.“
Was Tylor Spink so stolz macht
Für Tylor Spink war es persönlich ein ganz besonderer Abend. Mit seinem 200. Punkt (Er traf zum zwischenzeitlichen 3:1) rückt er in der „Ewigen Scorerliste“ der Wild Wings schon auf Rang vier vor. Vor dem Top-Angreifer stehen noch Mark MacKay (400), Wayne Hynes (251) und Rich Chernomaz (238). Zwillingsbruder Tyson (bisher 197 Punkte) setzt ebenfalls an zum Sprung in den Schwenninger 200er-Club.
Tylor Spink war am Freitagabend glücklich: „Es ist natürlich cool, dass ich meinen 200. Punkt in der DEL erzielen konnte, aber das Wichtigste ist, dass wir heute drei Punkte holen konnten. Wir hatten eine gute Olympiapause, fühlen uns frisch und wissen, dass diese Spiele wirklich wichtig für uns sind. Jeder Punkt zählt. Unser Blick richtet sich nach vorne, aber wir freuen uns natürlich über diese zwei großen Siege in dieser Woche.“
Am Samstag trifft Chris Gibson ein
Ein großes Gesprächsthema war am Freitag in der Helios Arena natürlich auch die Verpflichtung des neuen Keepers Chris Gibson. Er soll hinter Joacim Eriksson in der entscheidenden Saisonphase nun die „Versicherung“ für die Mannschaft sein, falls sich Eriksson verletzt.
Ob der Torhüter mit dem finnischen Pass, aber mit einem amerikanischen Namen, zeitnah einen Einsatz bekommt?
Steve Walker sagt dazu: „Wir freuen erst einmal sehr, dass uns Chris zugesagt hat. Wir wollen dafür sorgen, dass er sehr gut bei uns ankommt. Alles andere werden wir von Tag zu Tag in der nächsten Zeit sehen und entscheiden.“
Auch Eric Martinsson warnt vor den Eislöwen
Am Sonntag (14 Uhr) geht es für die Wild Wings mit dem Heimspiel in der wahrscheinlich wieder ausverkauften Helios Arena gegen den sportlichen Absteiger Dresden weiter. Nach der großen Fluchtwelle einiger Profis überraschten die Eislöwen am Freitag mit einer starken Heimleistung gegen Nürnberg (3:4), die aber am Ende nicht belohnt wurde. Das Tabellenschlusslicht hatte bis zur 53. Minute mit 3:1 geführt!
Auch Eric Martinsson weiß, was für ein schräges Heimspiel das für seine Mannschaft werden könnte: „Dresden hat nichts mehr zu verlieren. Ich denke, die wollen noch Spaß in ihren letzten DEL-Spielen haben. Wir müssen absolut fokussiert auf unser Spiel sein. Wenn wir sie unterschätzen, wäre dies schon ein großer Fehler.“