Wild-Wings-Coach Steve Walker hätte mit seinem Team gerne noch länger gespielt, aber er hatte in der vergangenen Saison auch viel Grund zur Freude: „Wir hatten eine Phase, in der wir auf einem Top-Niveau gespielt haben.“ Foto: Eibner

Der Schwenninger Chefcoach hätte noch „liebend gerne“ bis Ende April weitergespielt. Die Abschlussgespräche mit den Spielern waren von viel Selbstreflektion geprägt. Seine Forderungen: „Unser Forechecking und unser Spielaufbau müssen wieder besser werden.“ Klar ist: Die Mannschaft wird nur punktuell verändert und verstärkt.

Nach den obligatorischen Fazit-Gesprächen mit den Spielern, der kompletten Saisonanalyse und einer beeindruckenden Abschlussfeier vor rund 2300 Fans in der Helios Arena hat Wild-Wings-Coach Steve Walker seinen „Heimaturlaub“ in Kanada angetreten. Aber „liebend gerne“ würde er jetzt noch mit seinem Team weiter in den Playoffs spielen. Der 52-Jährige blickt zurück auf die DEL-Saison der Wild Wings.

 

Steve, mit ein paar Tagen Abstand, wie bewerten Sie die vergangene Saison?

Wir haben zwei Seiten erlebt. Es gab zum einen viele positive Dinge. Es war wichtig, auch besonders für den Club, dass wir zum zweiten Mal in Folge die Playoffs erreicht haben. Es gab Phasen in der Hauptrunde, in der wir jeden Gegner in der Liga schlagen konnten. Da haben wir auf einem Top-Niveau gespielt. Doch zum anderen hatten wir aber gegen Ende hin zu viele verletzte Spieler. Natürlich ist es enttäuschend, jetzt schon in der Saison aufhören zu müssen. Du willst immer so weit wie möglich in den Playoffs kommen. Ein paar Punkte mehr in der Hauptrunde und wir hätten uns für die erste Runde in den Playoffs das so wichtige Heimrecht sichern können. Dass wir zweimal auswärts gegen Nürnberg antreten mussten, war auch mitentscheidend für unser frühes Aus.

Die obligatorischen Abschlussgespräche mit ihren Spielern in den vergangenen Tagen haben Ihr Fazit auch bestätigt?

Ja, sie haben auch viel selbstreflektiert und einige Dinge auch so wie unser Trainerteam gesehen. Es ist nun wichtig, dass wir unsere Erkenntnisse zusammenfassen und daraus die richtigen Schlüsse für die nächste Saison ziehen.

In welchen spielerischen Bereichen sollte nun hinsichtlich der kommenden Saison der nächste Schritt nach vorne erfolgen?

Wir haben in dieser Saison nicht mehr hundertprozentig das aggressive Forechecking gespielt, als wie in dem Jahr davor. Dahin müssen wir wieder zurückkommen. Allerdings haben uns in dieser Saison in diesem Bereich mit Phil Hungerecker über weite Phasen und Ken André Olimb komplett auch wichtige Spieler verletzungsbedingt gefehlt. Weiter ansetzen können wir an unserem Powerplay, das aber in den letzten Wochen bei uns besser lief.

An welchen Stellschrauben gilt es bei der Kaderplanung weiter zu drehen?

Wir wünschen uns noch weitere Verteidiger, die spielerisch gut aufbauen können. Wir schauen sicher auch noch mehr auf körperlich starke Spieler, um unser Bullyspiel zu verbessern.

Die DEL entwickelt sich insgesamt hervorragend.

Das überrascht mich nicht. Immer mehr gute Spieler wollen hierher kommen. Die Stimmung in den Arenen ist fantastisch. Insgesamt steigt das Niveau in der Liga von Jahr zu Jahr.

Wer wird die Meisterschaft gewinnen?

Im Moment ist es wirklich schwer, gegen Berlin zu wetten, weil bei den Eisbären alles stimmt. Ingolstadt hat das Torhüterproblem gelöst, tut sich aber gerade schwer gegen Nürnberg.

Neben ihrer Familie – auf was freuen Sie sich am meisten in den kommenden Wochen?

Ich möchte aus Trainersicht intensiv die Playoffs in der NHL beobachten, besonders hinsichtlich den spielerischen Entwicklungen. (lacht) Das werden lange Hockey-Nights-Sitzungen am Fernseher.