Eine sehr arbeitsintensive Zeit: Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner ist mittendrin in der Kaderplanung für die kommende DEL-Saison. Einige wichtige Schlüsselpositionen im Team müssen noch besetzt werden. Foto: Roland Sigwart

Nach dem Wolf-Deal zieht Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner ein erstes Zwischenfazit in Sachen Kaderplanung. Vielleicht bekommt Steve Walker einen neuen Co-Trainer.

Mittendrin in der Kaderplanung befindet sich Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner – zusammen mit Cheftrainer Steve Walker. Einige Personalien sind bereits fix, aber es gibt noch viel zu tun.

 

Wagner berichtet nicht nur über den Ist-Stand und über die Wünsche der Schwenninger im Hinblick auf die kommende DEL-Saison, sondern er entkräftet auch die Befürchtungen der Fans, dass die kommende Runde – aufgrund der Sanierungsarbeiten in der Helios Arena – wieder mit zu vielen Auswärtsspielen im September beginnt.

Herr Wagner, Simon Wolf zu verpflichten, gilt als ein sehr guter Deal. Er zählt zu den talentiertesten Torhütern in Deutschland. Weitere Clubs in der DEL waren auch an Wolf interessiert. Wie kam die Verpflichtung zustande?

Ja, wir freuen uns, dass es mit Simon geklappt hat, denn nach wie vor haben wir als Standort auf dem deutschen Spielermarkt in Konkurrenz gegenüber einigen anderen Clubs keinen einfachen Stand. Daran müssen wir weiter arbeiten, um unsere Ausgangslage hier zu verbessern. Simon soll sich bei uns erfolgreich weiterentwickeln. Er wird seine Einsätze bekommen, weil auch Joacim Eriksson Pausen in der neuen Saison möchte.

Simon Wolf soll mittelfristig als Nachfolger für Joacim aufgebaut werden?

Das ist zu diesem Zeitpunkt zu hoch gegriffen. So weit denken wir nicht. Wichtig ist, dass Simon bei uns den nächsten Schritt macht. Er hat sehr großes Potenzial.

Mit etwas zeitlichem Abstand zu dieser Saison. Wie stufen Sie diese für die Wild Wings endgültig ein?

Unsere Mannschaft hätte zumindest im Playoff-Viertelfinale ein weiteres Spiel gegen Köln verdient gehabt. Alle vier Spiele waren sehr eng. Letztendlich haben uns insgesamt Tore gefehlt. Natürlich können wir unterm Strich mit unserer Saison zufrieden sein. Ich kann aber nur sagen, dass die Zufriedenheit im Umfeld nach diesem Jahr größer ist, als es in der Kabine der Fall war. Dies spricht für unsere Mannschaft, die sich immer weiter verbessern möchte.

Einige Vertragsverlängerungen und Neuzugänge sind bereits bekannt. An welchen Stellschrauben bei der Kaderplanung gilt es weiter anzusetzen?

Auch hier sind wir beim Thema, dass wir insgesamt mehr Tore erzielen müssen. Wir müssen in einigen Bereichen spielerisch noch besser werden. Unsere Bullyquote zum Beispiel war – erneut – nicht gut. Wir sind bei unserer Kaderplanung auf einem guten Weg, aber es liegt noch einiges an Arbeit vor uns.

Außerdem soll die Mannschaft ja etwas jünger werden?

Natürlich haben wir auch diesen Aspekt im Blick, aber immer noch zählt die Leistung, wenn wir nur an Leistungsträger wie Joacim Eriksson und Will Weber denken.

Tylor und Tyson Spink sollen im Sommer den deutschen Pass erhalten.

Da müssen wir weiter abwarten, dafür gibt es einige Voraussetzungen, die erst einmal erfüllt sein müssen. Ich kann nur so viel sagen, dass der Weg zu dieser Möglichkeit noch sehr weit ist. Damit zu rechnen, dies macht momentan überhaupt keinen Sinn. 

Möglich ist, dass Chefcoach Steve Walker einen neuen Co-Trainer erhalten wird. Tim Kehler hat offenbar den Wunsch nach einer neuen Aufgabe.

Wir führen auch hier weiterhin Gespräche, können aber noch nichts vermelden.

Aufgrund der Sanierung in der Helios Arena wird es kein Testspiel in der kommenden Saisonvorbereitung in Schwenningen geben. Alle Testspiele laufen in diesem Spätsommer auswärts. Bauarbeiten können sich ja auch einmal verzögern, wobei die Helios Arena sicherlich kein Stuttgart 21 wird. Werden die Wild Wings im September vielleicht dennoch erneut – wie im Vorjahr – mit relativ vielen Auswärtsspielen in die neue Saison gehen müssen?

Nein, es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich die Sanierung zeitlich verzögern könnte. Wir haben von uns aus – in Absprache mit der KEB (Kunsteisbahn GmbH, Anm.d.Red.) – als reine Vorsichtsmaßnahme  alle Testspiele auswärts geplant.  

Wo sehen Sie die Wild Wings mittelfristig in zwei, drei Jahren?

Natürlich wollen wir immer in den Playoffs dabei sein, uns insgesamt kontinuierlich weiterentwickeln. Aber wir tun auch gut daran, uns in der Tabelle im ersten Schritt immer erst einmal nach hinten abzusichern. Das Niveau in der DEL wird weiter steigen.

Das deutsche Team befindet sich in dieser Woche bereits in der dritten Stufe der WM-Vorbereitung. Mit Arkadiusz Dziambor und Alex Karachun sind weiterhin zwei Wild Wings dabei. Werden die beiden auf den WM-Zug aufspringen?

Ich bin nicht der Bundestrainer, aber für Alex könnte sprechen, dass es diesen Stürmertyp gerade nicht oft im deutschen Kader gibt. Für Arkadiusz sind es sehr wertvolle Erfahrungen, die er in diesen Wochen sammelt.

Bleibt in all dem Planungsstress noch Zeit für Urlaub?

(lacht). Ja, an Pfingsten. Mit der Familien planen wir eine kleine Auszeit in Kroatien.

Der bisherige Wild-Wings-Kader

Tor:  Joacim Eriksson und Simon Wolf.

Abwehr: Alex Peter, Arkadiusz Dziambor, Niklas Hübner, Will Weber, Niclas Hempel, Eric Martinsson (wahrscheinlich), Alex Trivellato und Dominik Bittner (jeweils noch offen). Angriff:
Alex Karachun, Kyle Platzer, Boaz Bassen, Mirko Höfflin, Hakon Hänelt, Philip Feist, Sebastian Uvira (wahrscheinlich). U23-Stürmer Vadim Schreiner soll aus München neu kommen. Offen ist noch eine Weiterverpflichtung der Spink-Brüder. Trainerstab: Chefcoach Steve Walker. Co-Trainer: Noch offen. Fitness-Coach Hendrik Kolbert. Technik-Trainer: Kevin Richter. Torwart-Trainer: Cameron MacDonald.