Warum diese Saison die erfolgreichste der Wild Wings unter Coach Steve Walker werden könnte. Wichtige Erkenntnisse aus dem Duell gegen Berlin. Nun wartet Augsburg.
Die Trainer Steve Walker (Wild Wings) und Serge Aubin (Eisbären Berlin) waren sich nach dem 3:4 nach Verlängerung der Schwenninger einig: „Beide Teams haben ein sehr gutes Eishockey gezeigt.“ Ja, es war ein DEL-Duell auf einem hohen Niveau mit vielen sehenswerten Aktionen. Ein Genuss für die 4894 Zuschauer in der Helios Arena.
Kleinigkeiten sorgten dafür, dass die Neckarstädter am Ende nur mit einem Punkt dastanden – siehe vor allem der kuriose, entscheidende Treffer der Berliner in der Overtime, als der Schuss von Markus Vikingstad von Schwenningens Verteidiger Ben Marshall ins eigene Tor abgefälscht wurde.
Viele positive Aspekte
Doch die Wild Wings sollten nicht zu lange den beiden entgangenen Punkten nachtrauern. Besonders nach diesem Spiel gibt es aus Schwenninger Sicht eine positive Erkenntnis: Die Mannschaft ist auf dem besten Weg – im dritten Jahr unter Steve Walker – ihre erfolgreichste Saison zu spielen.
Warum? Kapitän Thomas Larkin und Co. sind noch einmal um ein Stück reifer und besser geworden. Früher wäre das Team nach einem 0:2-Rückstand gegen sehr starke Berliner wohl auseinandergebrochen, den Abend hätten die Fans abhaken können.
Nicht aber so an diesem Freitag, als die Wild Wings mit sehr viel Selbstvertrauen und einer großen Mentalität zurückkamen und mit der 3:2-Führung im letzten Drittel das Momentum besaßen. Ein Aspekt, der auch Steve Walker besonders gefiel: „Es war sehr positiv, dass wir nach dem Rückstand so im Spiel dringeblieben sind.“
Läuferisch und kämpferisch zählen die Neckarstädter sowieso zu den Top-Teams in der DEL. Vier ausgeglichene Angriffsreihen sind ein großer Faustpfand. Die Dinge, die noch zum ganz großen Erfolg fehlen, Unkonzentriertheiten, die zu unnötigen Gegentoren führen (Wie das 3:3 durch Berlins Stürmerstar Ty Ronning) kann die Schwenninger Mannschaft in den kommenden Monaten ausgleichen.
Ausgezeichnete Perspektiven
Auch perspektivisch positiv: Jeder Spieler im blau-weißen-Trikot kann leistungsmäßig noch draufpacken. Danny O’Regan ist als Nachverpflichtung ein Volltreffer. Und mit der Rückkehr nach der Länderspielpause des lange verletzten Tim Gettinger erhalten die Schwäne noch eine wertvolle Option. Also: Der zehnte Tabellenplatz mit 24 Punkten ist nach dem 16. Spieltag für die Wild Wings nur eine Momentaufnahme.
Was sich Sebastian Uvira in Augsburg wünscht
Vor der Deutschland-Cup-Pause steht für Schwenningen am Sonntag (16.30 Uhr) noch das „DEL-Derby“ in Augsburg an. Die Panther (9./25) zählen – auch wenn sie die beiden vergangenen Partien verloren (2:5 daheim am Dienstag gegen Bremerhaven – 0:3 am Donnerstag in Wolfsburg) sicherlich nicht mehr zu den Abstiegskandidaten in dieser Saison.
Der neue Coach Bill Peters hat es geschafft, aus einer „Verlierertruppe“ der Vergangenheit ein Team mit Siegermentalität zu formen. Der strenge Peters nennt auch die Gründe konkret: „Wir haben einige neue wichtige Spieler bekommen und die Mannschaft arbeitet hart und ehrlich. Und die Spieler, die in den vergangenen Jahren schon da waren, haben es satt zu verlieren.“
Die Wild Wings mussten es im ersten Aufeinandertreffen erfahren, als sie am 12. Oktober mit 3:5 in der Helios Arena unterlagen. Individuell herausragend ist vor allem der aus Köln engagierte Angreifer Alexandre Grenier, der bereits – als fünftbester Scorer der Liga – 19 Punkte (6 Tore/13 Assists) auf dem Konto hat.
Schwenningens Angreifer Sebastian Uvira erwartet am Sonntag für sein Team einen heißen Tanz im legendären Augsburger Curt-Frenzel-Stadion: „Beide Mannschaften sind gut drauf und werden es offen angehen. Für uns ist es ganz wichtig, mit einem Erfolgserlebnis in die Pause zu gehen.“
Kölner Debakel – Straubing nun Erster
Bemerkenswertes am 16. DEL-Spieltag am Freitag: Die Straubing Tigers sprangen mit zwei späten Treffern beim 5:3 in Nürnberg an die Tabellenspitze und lösten Mannheim ab. Die Adler verloren in München mit 0:4.
Die Kölner gingen mit sage und schreibe 3:10 in Ingolstadt unter. Haie-Verteidiger Veli-Matti Vittasmäki fehlten danach fast die Worte: „Wir haben eine schwarze Nacht erlebt und müssen uns das auf dem Video noch einmal anschauen.“
Neue Hoffnung gibt es beim Aufsteiger Dresden, der Frankfurt mit 4:3 in der Verlängerung bezwang und seinen ersten Saison-Heimsieg feierte. Dafür braut sich schon wieder viel Kritik im Umfeld des Tabellendrittletzten aus Hessen zusammen.