Geschäftsführer Stefan Wagner feilt zusammen mit Chefcoach Steve Walker intensiv am Team 2025/26. Sehr exakte Vorstellungen über die noch gewünschten Neuzugänge. Die Sponsorensituation stellt sich aktuell sehr stabil dar.
Nach der Saison ist für die Wild Wings vor der neuen DEL-Saison. Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner arbeitet zusammen mit Cheftrainer Steve Walker mit Hochdruck an der Kaderplanung 2025/26. Klar ist, dass sich die Mannschaft nur punktuell verändern wird. Stefan Wagner erklärt, was für Schlüsse die Schwenninger Verantwortlichen aus der vergangenen Runde auf die Besetzung des Kaders übertragen und welche Bereiche auch noch intensiv analysiert werden.
Herr Wagner, wie sind Ihre Arbeitstage gerade ausgefüllt?
Natürlich vor allem aktuell mit vielen Gesprächen mit Spielern und Spielerberatern. Wir kommen in der Kaderplanung gut voran.
Mit einigen Wochen Abstand – bewerten Sie doch bitte noch einmal die vergangene Saison.
Insgesamt war es sehr positiv, auch wenn die Enttäuschung nach dem Ausscheiden gegen Nürnberg im ersten Moment sehr groß war. Wir haben zum zweiten Mal in Folge die Playoffs erreicht. So hätte ich das vor der Saison auch unterschrieben. Auf der anderen Seite war, wenn wir gesund geblieben wären, aber auch mehr möglich für uns. Wir hätten uns für die erste Playoff-Runde das Heimrecht sichern können. Insgesamt hatten wir verschiedene Phasen in der Hauptrunde. In der ersten stimmten die Leistungen, aber die Ergebnisse nicht. Im zweiten und dritten Viertel der Hauptrunde haben wir sehr gutes Eishockey gespielt. Im letzten Teil hatten wir mit Verletzungen und krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen. Eine Sache, die wir uns noch einmal genau in der Analyse anschauen werden. Insgesamt war klar, dass Mannschaften wie Köln und Mannheim, die vor einem Jahr in der Hauptrunde hinter uns standen, wieder besser dabei sind.
Wo sehen Sie genau die sportlichen Bereiche, die nun, auch in Bezug auf die Kaderzusammenstellung, zu verbessern sind?
Wir sollten auf jeden Fall körperlich noch einmal im Team zulegen. Wir hätten gerne noch mehr spielerisch gute und torgefährliche Verteidiger. Wir wollen in den Auswärtsspielen erfolgreicher sein. Im Bullybereich haben wir aufzuholen. Natürlich ist das Powerplay bei uns immer ein Thema, wobei der Trend gegen Ende der Saison nach oben ging. Ebenso haben wir den Altersdurchschnitt der Mannschaft im Auge. Es kommen einige Faktoren zusammen, die aber leider nicht alle so einfach gelöst werden können.
Wie gestaltet sich der Transfermarkt momentan?
Im normalen Rahmen. Zu diesem Zeitpunkt ist es logisch, dass sich einige Clubs von vielen Spielern trennen. Es ist unser Ziel, unseren Kader möglichst bald, bis auf wenige Ausnahmen, komplett zu haben und insgesamt in der neuen Saison den nächsten Schritt zu schaffen.
Besteht dabei aber nicht die Gefahr, im Mai oder Juni dann vielleicht sehr gute Spieler zu guten Preisen nicht mehr holen zu können, weil der Kader schon ziemlich voll ist. Es gibt Prognosen, dass auch in diesem Sommer noch Spieler auf den Markt kommen, die auch für die Wild Wings vom Preis-Leistungs-Verhältnis her dann besonders interessant wären.
Dies wiederholt sich in jedem Sommer. Bei der Planung ist es tatsächlich ein schmaler Grat. Wir wollen unseren Kader größtenteils bald festhaben, aber natürlich könnte sich personell in ein paar Wochen noch was Interessantes ergeben. Deshalb ist es wichtig, eben doch noch flexibel zu bleiben. Dies sind wir.
Die Euphorie am Eishockestandort Schwenningen ist groß. Die Wirtschaftslage in Deutschland ist aber aktuell düster. Haben Sie die Befürchtung, dass Sponsoren zukünftig einfach passen müssen, die Wild Wings weiter zu unterstützen?
Wir sind sehr dankbar für unsere langjährigen treuen Wegbegleiter. Natürlich ist die wirtschaftliche Lage nicht einfach und das spüren wir natürlich auch, auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt überwiegend positive Nachrichten von unseren Partnern bekommen.
Tickets für ein Heimspiel der Wild Wings zu erhalten, entwickelte sich in der vergangenen Saison fast schon zu einem Lotteriespiel. Allein 12 Spiele waren ausverkauft. Bei der Abschlussfeier merkten Sie an, dass sich die Wild Wings nun auch einmal über einen Ausbau der Helios Arena Gedanken machen müssen.
(lacht). Und gleich danach war mein Handy voll mit Whats-App-Nachrichten. So eine Wucht hat diese Aussage nach sich gezogen, die eher als Scherz gemeint war. Ich möchte betonen, dass ein Ausbau für uns momentan zusammen mit der Stadt kein Thema ist.
Ihr Meistertipp?
Ich habe Ingolstadt auf der Rechnung. Sie haben das Torhüterproblem vor ein paar Wochen sehr gut gelöst. Die Mannschaft steigert sich in den Playoffs weiter. Ich denke, es könnte in diese Richtung gehen.